Neue Jahrestiefs in Sicht?
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 4. Oktober 2011, 07:30 Uhr
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In der letzten Handelswoche des dritten Quartals 2011 ging es am deutschen Aktienmarkt steil nach oben. Am Ende standen gut 5500 Punkte auf der Tafel.
Im Wochenvergleich betrug das Plus fast sechs Prozent. In der Tat, bisweilen war die Stimmung am Markt in den vergangenen Tagen fast schon von einem Hauch Euphorie geprägt.
Rallye bei den Finanzwerten
Auffällig war, dass es vor allem bei den zuvor arg gebeutelten Finanzwerten zu einer kräftigen Zwischenerholung kam. Bereits vor dem JA des Deutschen Bundestags zum Euro-Rettungsfonds EFSF ging es bei den deutschen Bank- und Versicherungsaktien nach oben. So gab es bei der Aktie des Versicherungsriesen Allianz ein Wochenplus von 20 Prozent. Das Papier der Münchener Rück legte fast 17 Prozent zu. Bei den Banken schnellte die Commerzbank-Aktie um fast 16 Prozent nach oben; Deutsche Bank-Papiere legten um 14 Prozent zu.
Deutliche Abschläge am Einheitsfeiertag
Dieses Strohfeuer hielt aber nicht lang. Denn bereits am gestrigen Montag ging es wieder kräftig bergab. Einmal mehr waren es die Finanzwerte, die am gestrigen deutschen Nationalfeiertag stark unter die Räder kamen. Die Commerzbank-Aktie verlor gut sieben Prozent auf 1,76 Euro. Daneben gaben auch die Papiere der Autobauer stark nach. Die Aktien von BMW bzw. Volkswagen verloren jeweils um die fünf Prozent an Wert. Und last but not least sei erwähnt, dass der beispiellose Kurszerfall der Solaraktien rasant weitergeht. Als Beispiel sei nur der Zusammenbruch der Solarworld-Aktie auf Notierungen unter drei Euro erwähnt.
Gemischtes Bild an den US-Börsen
Jenseits des Atlantiks ging es an den US-Börsen in der letzten September-Woche wesentlich zäher zur Sache als beim deutschen Leitindex. Der Dow Jones legte auf Wochenbasis nur magere 1,3 Prozent auf 10913 zu. Beim marktbreiten S&P 500 ging es sogar um 0,4 Prozent nach unten. Der Endstand lag bei 1131 Zählern. Auch am gestrigen Montag ging es weiter nach unten. Die Indizes tendierten nach negativen Vorgaben aus Übersee äußerst schwach. Verglichen mit den US-Indizes schlug sich die japanische Börse in der Abschlusswoche des dritten Quartals noch recht wacker. In Tokio legten die japanischen Standardwerte zwar um 1,6 Prozent auf 8700 Yen zu. Gestern allerdings gingen diese Gewinne wieder verloren; die Notierungen am Kabutocho gaben um 1,8 Prozent nach.
Wie geht's weiter?
Nach dem äußerst schwachen dritten Quartal 2011 stellt sich nun die Frage, wie es nun im berühmt-berüchtigten Crash-Monat Oktober weitergehen wird. Insofern ist der Blick zunächst auf die alten Jahrestiefs zu richten. Beim deutschen Leitindex richtet sich der Focus insofern auf Bereich um 5000; beim S&P 500 auf die Zone um 1100. Es ist zu befürchten, dass diese Marken schon in den kommenden Tagen erneut getestet bzw. unterschritten werden könnten.
US-Arbeitsmarktdaten im Focus
Das Hauptaugenmerk in dieser Handelswoche gilt dem US-Arbeitsmarktbericht für den Monat September. In jüngster Vergangenheit sprach selbst der US-Notenbankchef Bernanke mit Blick auf die Lage am US-Arbeitsmarkt von einer nationalen Krise".
Wehe, wehe, wenn nun auch die offiziellen September-Zahlen vom US-Arbeitsmarkt deutlich schwächer als erwartet ausfallen sollten...