Neue Hochs in Reichweite
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 11. März 2010, 17:00 Uhr
ENL5462
stetig und ungebremst steigen die Kurse an den internationalen Börsen. Aber auch die aktuelle ungewöhnlich lange Serie von freundlichen Handelstagen hat ein typisches Manko, da sie offenbar nur von relativ wenigen Anlegern begleitet wird. Zumindest das international geringe Handelsvolumen deutet dies an. Wie Sie wissen, ist in meinen Augen eine freundliche Börsentendenz, die vom breiten Publikum skeptisch gesehen wird, keine schlechte Sache. Im einschlägigen Jargon spricht man davon, dass die Kurse entlang einer Mauer der Angst ansteigen". Demnach spräche also nichts gegen neue Hochs in den internationalen Indizes, auf die vermutlich ein quälendes Sommerloch folgen würde.
Sind Immobilienaktien eine Sünde wert?
Häufig werde ich von Kunden und Lesern gefragt, was ich von Investitionen in Sachwerte halte, speziell von Immobilienaktien und Immobilienaktien-Fonds. Bei sehr vielen Menschen hat sich natürlich eine gewisse Inflationsangst gefestigt, vor allem weil derartige Themen seit längerem durch die Medien gejagt werden. Zuerst muss natürlich unterschieden werden, mit welchem Zeithorizont und Risikoappetit ein Anleger Sachwerte und Immobilienaktien erworben werden will. Grundsätzlich befürchte ich zukünftig eher ein Inflationsszenario als eine Deflation (was aber noch nicht entschieden ist), was nach landläufiger Meinung für Immobilien spräche. Denn immerhin haben die meisten Industriestaaten handfeste Gründe, mit einer moderaten Inflation von bspsw. 7 Prozent sich ihrer horrenden Verschuldungslast zu entziehen. Aber trotzdem ist es zu kurz gesprungen, wenn man nun behauptet, eine drohende Inflation sei automatisch preissteigernd für Immobilien. Denn um deren Preise anzutreiben, bedarf es auch einer gewissen überschüssigen Kaufkraft der Bevölkerung und der Mithilfe der Banken, die notwendigen Hypothekenkredite bereitzustellen. Potentielle Käufer, die aus Krisenangst um ihre Jobs und den Verlust der Kaufkraft fürchten, kaufen nur ungern Häuser und Wohnungen. Außerdem wird es bei Inflation und steigenden Zinsen natürlich viel schwieriger, den Wunsch nach den eigenen vier Wänden zu verwirklichen. Und dann sind da auch noch die Banken außen vor. Diese haben derzeit nur geringes Interesse, sich Kreditrisiken gegenüber privaten und kleinen Unternehmen auszusetzen, solange man mit dem schönen billigen Geld der Notenbanken doch viel lohnender an der Börse zocken kann.
IVG Immobilien AG begrenzt den Verlust
Eigentlich ist die Bonner IVG mit ihrer Marktkapitalisierung von gut 700 Mio. Euro kein richtiger Nebenwert. Da es aber lange Zeit so aussah, als ob das Management des einstigen Börsenstars mit Gewalt (von oben allerdings) wieder in dieses Segment eindringen wollte, werfe ich einen Blick mit Ihnen auf das Zahlenwerk. Immerhin scheint sich der Chart zu stabilisieren und einige Male hat die Aktie sogar bereits den Ausbruch aus ihrer Konsolidierungsformation geprobt.
Die IVG Immobilien AG zählt nach eigenen Angaben zu den bedeutendsten Immobilien-Investmentunternehmen Europas. Der Fokus liegt - neben dem Kavernengeschäft - auf Büroimmobilien in ausgewählten deutschen und europäischen Metropolen. Das verwaltete Immobilienvermögen der Gesellschaft beträgt rund 20 Mrd. Euro, die Hälfte davon in Deutschland. Das Unternehmen ist in vier eigenständige Profitcenter untergliedert.
Gestern meldete die IVG AG, ihren Fehlbetrag im vergangenen Jahr mit Hilfe eines Restrukturierungsprogramms nach vorläufigen Berechnungen deutlich verringert zu haben. Der Konzernverlust sank auf 158 Mio Euro, verglichen mit einem Defizit von 450 Mio im Vorjahr eine beachtliche Verbesserung. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte auf plus 64 Mio EUR nach einem Minus von fast 100 Mio im Vorjahr. Die Erlöse stiegen im Jahr 2009 auf 839 Mio Euro, während auf der Kostenseite fast 40 Mio eingespart werden konnten.
Wegen der angespannten Lage will die IVG auch in diesem Jahr auf eine Dividende verzichten. Der Vorstand sieht sich aber auf dem richtigen Weg und will den Prozess der Einsparungen und des Abbaus von Risiken weiter fortsetzen. Dazu gehöre vor allem die erfolgreiche Fertigstellung und Veräußerung von Projekten der Entwicklungspipeline und die Konzentration auf die operative Restrukturierung der IVG" ,sagte Vorstandssprecher Niesslein gestern.
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