Alexander Hahn in Investoren Wissen zum Thema Devisen
vom
Ich bin selbst weniger ein aktiver Devisenhändler und habe mich hierauf nicht derart spezialisiert wie auf Aktien und Optionen. Dennoch ist der Devisenmarkt durchaus spannend und sicher interessiert sich der ein oder andere von Ihnen hierfür bzw. möchte mehr zum Thema Devisen und FOREX erfahren.
Ab heute starte ich eine kleine Artikelserie „Devisen für Einsteiger". Sinn und Zweck dieser Serie soll sein, interessierten Anlegern das nötige Hintergrundwissen und ein wenig grundsätzliches „Know How" für den eigenständigen Handel mit Devisen zu geben. Wie auch bei meiner letzten Serie „Optionen für Fortgeschrittene" wird diese Artikelserie immer weiter fortgesetzt und ergänzt.
Warum überhaupt Devisenhandel?
Im Bedarf an ausländischen Währungen liegt die ursprüngliche Motivation für den Handel mit Devisen. Man tauscht die eigene Währung in einem bestimmten Wechselkursverhältnis gegen eine ausländische, um damit z.B. ein Produkt/Gut kaufen zu können.
Neben dieser „realwirtschaflich hinterlegten" Motivation gibt noch die Spekulation mit Wechselkursänderungen, welche seit den 1970ern über den Foreign Exchange Market (kurz: FOREX) betrieben wird.
Um zunächst zu verstehen, warum wir heute in einer „Welt von freien Wechselkursen" leben (natürlich gibt es noch bestimmte Ausnahmen wie z.B. Chinas Währung, den „Renminbi") müssen wie das Zeitrad etwas zurückdrehen und uns die Geschichte des Devisenhandels bzw. von Geld an sich ein wenig näher ansehen. Hier ein kurzer Abriss (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
17. bis 19. Jahrhundert - Der Goldhinterlegungsstandard
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde der Gegenwert des Geldes mit physischem Gold hinterlegt (in der Regel zu 100%). Die damaligen Banknoten waren Schuldscheine, welche zu einem fixen Wechselkurs in Gold zurückgetauscht werden konnten. Das eigentliche Zahlungsmittel des „kleinen Mannes" waren Silbermünzen, welche für „übliche Zahlungen" genutzt wurden, währen Gold vor allem eine Sonderfunktion für die Bezahlung teurer Güter im Inland und eine Handelsfunktion für den Warenhandel mit dem Ausland mit sich brachte.
1876 bis 1914 - Der Goldstandard
Von 1876 bis 1914 stellte der Goldstandard für die meisten führenden Industrienationen die Grundlage des Währungssystems dar. Im Gegensatz zum Goldhinterlegungsstandard war der Gegenwert des Geldes nur zum Teil durch Gold gedeckt (meist war ein fixer Prozentsatz des Geldwertes physisch hinterlegt, da man davon ausging, dass sowieso nie alle Menschen gleichzeitig für ihre Banknoten Gold haben wollen würden). Trotzdem gab es zwischen dem Wert der ausgegebenen Banknoten und dem vorhandenen Goldbestand eine fixe Relation.
Man erkannte damals schon, dass eine durch Gold und Silber gedeckte Währung ein gutes Mittel ist, um ausufernde Staatsschulden und Inflation zu verhindern, und so war es nicht verwunderlich, dass die Währungen in diesem Zeitraum aufgrund geringer Inflation, ausgeglichener Zahlungsbilanzen und einem real steigendem Sozialprodukt stabil waren und ein gewisses Ansehen genossen.
Da nahezu alle großen Währungen an Gold gebunden waren, führte dies zu einem System von festen Wechselkursen. Kritiker hielten dem Goldstandard z.B. vor, dass es in solch einem System nicht möglich sei, durch Geldmengenweitung seitens der Zentralbanken wirtschaftliche Impulse zu geben.
Interessant ist auch die Tatsache, dass der 1. Weltkrieg mit Beharren auf den Goldstandard viel schneller aus wirtschaftlichen Gründen zu Ende gegangen wäre. Stattdessen beschlossen die europäischen Politiker, lieber den Goldstandard abzuschaffen und den Krieg noch um 4 Jahre zu verlängern.
1914 bis 1944 - Unterschiedliche Entwicklungen
Nach Ende des ersten Weltkrieges kam es in vielen Industrieländern (bedingt durch die erhöhte Geldschöpfung während des Krieges) zu Inflation. Am härtesten artete diese in Deutschland aus, wo mit der Weimarer Hyperinflation ein historisches Paradebeispiel für unseriöse Geldpolitik entstand (wobei hier auch die entsprechenden geschichtlichen und politischen Rahmenfaktoren wie Reparationszahlungen, ein verlorener Weltkrieg etc. für eine angemessene Bewertung berücksichtigt werden müssen). Während der Dollarkurs (in Mark) 1914 noch bei 4,20 notierte, mussten man am 23.11.1923 unglaubliche 4.200.000.000.000 Mark aufbringen, um diese in $1 eintauschen zu können.
Auch zahlreiche andere Länder mussten ihre Währungen nach Kriegsende zwangsläufig abwerten (nicht in dem Maße wie die Weimarer Republik). Weiteres Unheil brachte die Weltwirtschaftskrise ab 1929, welche viele Staaten dazu veranlasste, Kontrollmechanismen einzuführen um für laufende Auslandszahlungen genug Devisenreserven vorrätig zu haben.
Da die durch den Export anfallenden Devisen meist an den Staat abgetreten werden mussten und die eigene Währung nur beschränkt ausgeführt werden durfte, war der Devisenhandel in diesem Zeitraum kaum mehr möglich.
1944 bis 1973 - Das Bretton Woods System
Mit dem Ausdruck „Bretton-Woods-System" (BWS) wird das nach dem zweiten Weltkrieg neu geordnete internationale Währungssystem mit festen Wechselkursen bezeichnet. Der Siegermacht USA gelang es im Rahmen des BWS, den US-Dollar als neue Leitwährung zu etablieren.
Das Abkommen von BW sollte nicht nur die Wechselkurse stabilisieren und ein einheitliches Währungssystem schaffen, sondern auch bestehende Devisenrestriktionen abbauen und die Konvertibilität aller Währungen gewährleisten.
Zum US-Dollar als neue Leitwährung hatten alle anderen Währungen ein fixes Wechselkursverhältnis. Weiterhin legte man fest, dass für eine Unze Gold (31,1 Gramm) $35 zu bezahlen seien, und implementierte damit eine Art Goldstandard „light".
Durch Devisenmarktinterventionen (Käufe/ Verkäufe der eigenen Währung, Erhöhung/ Verringerung Geldmenge) stellten die nationalen Zentralbanken sicher, dass die jeweilige Währung innerhalb einer Bandbreite von max. 0,75% um den vereinbarten fixen Wechselkurs zum Dollar schwankte.
Die ausufernde Ausgabenpolitik der Vereinigten Staaten verleitete dort die Entscheidungsträger, die umlaufende Dollarmenge weitaus mehr als die Goldbestände der USA zu weiten, was Anfang der 1970er zu einer Dollar-Vertrauenskrise in führte.
Durch die expansive Geldpolitik der FED in Folge des Korea- und Vietnamkrieges folgte eine Inflationierung des Dollars, was schwankende Wechselkurse in anderen Ländern verursachte. So versuchten die europäischen Zentralbanken vergeblich durch Dollarkäufe ihre inländischen Währungen zu schwächen und das festgelegte Austauschverhältnis zu halten.
Da die Kosten für die Zentralbanken immer höher wurden, stellten einige (darunter auch GB und die BRD) ihre Dollarkäufe ein. Unter de Gaulle versuchte Frankreich 1969 seine Dollarreserven in Gold einzutauschen, wozu die USA nicht in der Lage waren und damit ihren vertraglichen BW-Verpflichtungen nicht nachkommen konnten. Nachdem weitere Zentralbanken vergeblich versuchten, ihre Dollarreserven einzutauschen, hob US-Präsident Nixon 1971 die BW-Verpflichtung auf und es kam zu einer starken Abwertung des Dollars.
Dies war das Ende des Bretton-Woods-Währungssystems und der Beginn der freien Wechselkurse zwischen den Währungen (wie wir Sie heute kennen).
Beste Grüße
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- Kommentar von W Th Lax
Lieber Herr Hahn, gern lese ich Ihre Kommentare von \\\"Investoren Wissen\\\". Ich kann zwar nichts anlegen, weil ich einen Fehler während des Börsenzusammenbruch verursachte und 30 % unseres für das Alter gedachte Vermögen verspekuliert habe. Deshalb hat mir meine Frau die mindestens zu 50% an unserer Anlagen beteiligt ist, eine weitere Beteiligung oder Anlage unserer Gelder verboten hat. Trotzdem lese ich um eventuell später einmal wieder anlegen zu können die entsprechende Fachliteratur. Gleichzeitig habe ich die Absicht ein \\\"e-book\\\" zu schreiben, weil ich aus eigener Erfahrung weiß,wenn man älter wird, hätte man gern intensiver mit seinem Vater gesprochen. Jedenfalls so geht es mir jetzt. Die Zeit ergab sich deshalb nicht,weil die Jugend aufbauen will und eben für Gespräche keine Zeit hat sich einmal mit den Eltern zusammen zu setzen und deshalb bin ich zu dem Entschluss gekommen ein Buch zu schreiben, um den, die es interessiert (ich hoffe unseren 4 Söhnen mit Familie und diejenigen, welche Ahnenforschung weiter verfolgen gern im Alter eine Lektüre hätten, die das Leben der Vorfahren beschreiben. Nun meine Frage an den Verlag und den Kommentator: Darf ich ähnliche Passagen in meinem (privaten) Buch verwenden aus Ihrem Bericht \\\"Devisenhandel\\\"? Reicht dazu ein Hinweis über Fremdliteratur Namen & Verlag bekannt zu geben? Ich freue mich bei Gelegenheit auf eine Antwort. Mit freundlichen Grüßen W.-Th.Lax
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