Nervosität und Verunsicherung - Nährboden für steigende Kurse
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 1. Dezember 2011, 13:00 Uhr
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gestern habe ich eine E-Mail von einem Leser erhalten, die mich sehr gefreut hat. Dem Leser dürfte es jedoch so ergangen sein, wie vielen anderen auch. Daher möchte ich seine Mitteilung kurz hier aufgreifen.
"Hallo Herr Weisenhaus,
Sie sind halt doch ein Prophet! Ihr gestriger Hinweis zum Einstieg wurde ja sehr schnell belohnt.
Leider bin ich heute schon bei 5.850 ausgestiegen. So ein Mist! Irgendwie ist es in dieser Woche nicht gut für mich gelaufen. Am Montag war ich schon bei 5.587 Punkten long. Mein Stop war bei 5.569. Leider recht knapp. Um 9.01 Uhr wurde dieser dann gerissen. Blöder hätte es echt nicht laufen können. Na ja, und nun stehe ich (wieder mal) da und weiß nicht, wo ich einsteigen soll. Unter 5.800 wird es wohl nicht mehr gehen...
Hätten Sie vielleicht einen Tipp für mich?
Herzlichen Dank und viele Grüße"
Nervosität und Verunsicherung - der richtige Nährboden für steigende Kurse
Diese Nachricht zeigt eines ganz deutlich: die Nervosität und Verunsicherung ist groß. Und diesen Schuh kann auch ich mir anziehen. Doch genau in solchen Situationen muss man die eigenen Emotionen ausschalten und die Charts sprechen lassen. Das ist schwer, aber unabdingbar für erfolgreiches Trading. Zumal diese Marktstimmung genau der richtige Nährboden für steigende Kurse ist.
Aus Angst vor Verlusten bleiben Chancen ungenutzt
Bei diesem Leser-Beispiel zeigt sich eindeutig, dass aus Angst vor (weiteren) Verlusten die Chancen nicht genutzt wurden. Man nimmt zu schnell Gewinne mit, weil man glaubt, der Markt befindet sich klar im Bärenmodus und man setzt die Stopps zu eng, weil man Angst hat von der nächsten Abwärtswelle mitgerissen zu werden. So kann man natürlich auf der Long-Seite das Potential nicht ausschöpfen.
Eine Lösung: langfristiger agieren
Und jetzt stehen bereits wieder viele Anleger an der Seitenlinie und fragen sich, ob sie auf den fahrenden Zug noch aufspringen sollen. Eine Lösung zeigt meine Antwort, die ich dem Leser schrieb:
"Hallo Herr XXX,
ganz so weit (Anmerkung für den Wave Daily: mich als Prophet zu bezeichnen, geht doch etwas zu weit) würde ich nicht gehen, aber es zeigt sich halt, dass eine gründliche Analyse durchaus zu positiven Ergebnissen führen kann.
(Aus rechtlichen Gründen darf ich jedoch keine konkreten Tipps geben, da ich damit in die Beraterhaftung geraten würde.) Mein Tipp würde aber eigentlich nur weiterhin lauten, dass man derzeit längerfristige Positionen aufbauen sollte und ohne Stopps arbeitet. Bei Rücksetzern baut man weitere Positionen auf. Ist zwar riskant ohne Netz (Stopp) zu arbeiten, doch zum einen werden Sie nicht unglücklich ausgestoppt und zum anderen wird sich das langfristig sicher auszahlen.
Auch der Short-Trade auf den Bund Future trägt bereits dicke Früchte und wirft sicherlich langfristig noch mehr ab.
Die SKS ist wie erwartet mit der Gegenbewegung über 5.700 Punkte (also über die Nackenlinie) nun hinfällig und das Elliott-Wellen-Szenario wieder voll im Plan. Bestätigt wird dieses jedoch erst, wenn das Ende der Welle 1 bei 6.433 Punkten überschritten wird. Dann können wir davon ausgehen, dass aktuell die Welle 3 läuft. Eine Jahresendrallye ist vor diesem Hintergrund möglich.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg
Sven Weisenhaus"
Wenn Sie regelmäßig meine DAX-Analysen verfolgt haben, dann wissen Sie die Interpretation der aktuellen Aufwärtsbewegung zu verstehen. Ansonsten lesen Sie im Newsletter-Archiv am besten die Ausgaben vom 24. und 25. November noch einmal nach. An dieser Stelle nur ganz kurz der aktuelle Chart mit wenigen Hinweisen. Eine ausführliche Chartanalyse zum DAX folgt natürlich auch bald wieder.
(Quelle: CFX-Broker) DAX, Candlestick-Chart, 1-Stunden-Kerzen
Die übergeordnete Welle 2 (dick schwarz umrandet) ist mit einer ABC-Korrektur (rote Buchstaben) regelkonform zu Ende gegangen. Dabei hat sich die Korrektur recht exakt an meinen Fahrplan gehalten, der da lautete, dass die Welle C in etwa das gleiche Ausmaß haben sollte wie die Welle A (Prinzip der Wellengleichheit). Das Kursziel lautete 5.400 Punkte. Perfekt gelungen, würde ich sagen.
Nun läuft also die Welle 1 (blaue 1 ganz rechts oben) einer übergeordneten Welle 3. Diese Welle 1 lässt sich sogar sehr schon in 5 Unterwellen einteilen. Unterwelle 1 schloss kurz vor dem Gap ab, Unterwelle 3 eröffnete den Aufwärtsimpuls mit dem Gap. Die Konsolidierung im Bereich der 5.750er Marke stellte Welle 4 dar und der durch die Zentralbanken (siehe unten) initiierte Aufwärtsimpuls war Welle 5. Damit könnte die Welle 1 (blau) vollendet sein. Der Widerstand bei 6.100 Punkten bietet sich für eine Konsolidierung geradezu an, bei der im Rahmen einer (blauen) Welle 2 Luft geholt wird für den nächsten Aufwärtsimpuls der (blauen) Welle 3.
Das Szenario des aufsteigenden Dreiecks im langfristigen DAX-Chart passt hervorragend ins aktuelle Bild. Die übergeordneten Wellen 3 und 5 bieten also noch hinreichend Aufwärtspotential, ebenso das aufsteigende Dreieck. Verstehen Sie jetzt, warum es für einen langfristigen Einstieg noch keinesfalls zu spät ist und ich dem Leser dazu riet?
DAX stößt an den Abwärtstrend, doch die Zentralbanken verhelfen zum Ausbruch
Ich erhielt zu meinem erneuten Aufruf von vorgestern, in den Aktienmarkt einzusteigen (den der Leser meinte) eine besondere Rückendeckung, so dass die starken Kursgewinne von gestern nicht rein charttechnischer Natur waren. Denn mit der gestrigen Aufwärtsbewegung war nicht mehr unbedingt zu rechnen. Es hatte ja zuvor schon eine beeindruckende Gegenbewegung (Überschreiten der SKS-Nackenlinie) stattgefunden und die Kurse sind damit an die obere Linie des Abwärtstrends gestoßen. Doch eine gemeinsame Aktion diverser Notenbanken verhalfen dem DAX zum Ausbruch aus diesem Abwärtstrend, womit fast die gesamten Verluste aus dem November bereits wieder aufgeholt sind.
Zentralbanken greifen beherzt ein
Die Europäische Zentralbank (EZB), die US-Notenbank Fed und weitere wichtige Zentralbanken (Großbritanniens, Japans, Kanadas und der Schweiz) haben gestern mit einer abgestimmten Aktion in den Geldmarkt eingegriffen. Das teilte die EZB am Mittwoch in Frankfurt am Main mit.
Zuvor hatte die chinesische Notenbank bereits ihre Geldpolitik gelockert. Sie senkte die Mindestreserve-Quote für die größten Institute.
Interbankenmarkt nahezu ausgetrocknet
Ich hatte hier bereits darüber mehrfach (zuletzt am 23. November) berichtet, dass die Banken sich untereinander nicht mehr vertrauen und daher der Interbankenmarkt nahezu ausgetrocknet ist. Mit der erneuten Aktion der Notenbanken geht es darum, dem weltweiten Finanzsystem mehr Liquidität zur Verfügung zu stellen und damit Spannungen an den Finanzmärkten abzubauen. Wie sie das genau anstellen, hat Frau Kraus im Rohstoff Daily genauer erläutert. Wenn Sie dazu mehr erfahren wollen, folgen Sie diesem Link.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Thomas Geiger (01.12. 2011 21:55 Uhr):
Hallo, hab ich etwas verpasst ? Sie sprechen von einem Short Trade auf den Bund Future. Was haben Sie hier gekauft ?
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (02.12. 2011 09:14 Uhr):
Guten Tag! - - - Gemeint waren die Aussagen in den BundFuture-Analysen vom 20. bis 24. Oktober. Diese können Sie hier noch einmal nachlesen: http://www.investor-verlag.de/newsletter_archiv/wd/?month=10&year=2011 - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (02.12. 2011 09:14 Uhr):
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