Nervosität bleibt den Aktienmärkten erhalten
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 25. Mai 2009, 14:30 Uhr
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
der deutsche Aktienmarkt hat in der vergangenen Woche bravourös die 5.000 Euro-Marke genommen und so für wiederholten Optimismus unter den Anlegern gesorgt. Leider konnte diese psychologisch wichtige Marke nicht gehalten werden. Heute bewegt sich das deutsche Börsenbarometer im frühen Handel knapp über 4.900 Punkten. So ganz ist die Nervosität eben doch noch nicht aus dem Markt. Zu viele Unsicherheitsfaktoren geistern noch durch die Köpfe der Akteure am Börsenparkett - Rezession und drohende Konzern-Insolvenzen lassen uns eben doch noch nicht gänzlich los.
Nervositätsfaktor 1: General Motors
Vor allem der New Yorker Börse könnten laut Aussage zahlreicher Marktexperten angesichts der drohenden Insolvenz des amerikanischen Autobauers General Motors in der kommenden Woche schwere Zeiten bevorstehen. Der Opel-Mutterkonzern hat bis zum 1. Juni Zeit, der Regierung ein tragfähiges Sanierungskonzept zu präsentieren. Andernfalls muss der ehemals größte Autokonzern der Welt Gläubigerschutz beantragen. "Das ist das größte Risiko für den Markt", erklärt auch Paul Mendelsohn von Windham Financial Services.
Immerhin geht es hier um eine große Menge Arbeitsplätze, die im Falle einer GM-Insolvenz verloren gehen, auch bei den Autohändlern von GM und Chrysler. "Eine GM-Insolvenz würde alles ins Chaos stürzen", erklärte Mendelsohn. Der Deutsche-Bank-Analyst Joseph LaVorgna rechnet sogar damit, dass das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten durch eine Insolvenz des Autobauers um 4 Prozent schrumpfen könnte.
Nervositätsfaktor 2: Staatsverschuldung
Doch da gibt es auch noch einige andere Nervositätsfaktoren: In der kommenden Woche steht die Ausgabe neuer Staatsanleihen in Höhe von 101 Mrd. Dollar durch die amerikanische Notenbank Fed auf der Agenda. Die Angst geht um, dass es aus dem Ausland nicht genug Nachfrage nach den Papieren gibt.
Ausländische Notenbanken halten schon jetzt amerikanische Staatsanleihen in Höhe von zwei Billionen Dollar. Und wenn die Notenbanken die amerikanischen Anleihen "verschmähen", gibt es nur einen Weg, die immensen Staatsschulden zurückzuzahlen, nämlich durch höhere Zinssätze. Und was das bewirken kann, hat man bereits in den 70er-Jahren gesehen, als ein schwacher Dollar und hohe Zinssätze die Inflation in die Höhe trieben. Und das wiederum können die Geldbeutel der amerikanischen Bürger aktuell wohl kaum vertragen.
All das und noch einiges mehr, könnte den US-Börsen eine fahrige Woche bescheren. Denn obwohl an der New Yorker Börse die kommende Woche wegen eines Feiertages am Montag kurz ist, erwartet die Anleger auch noch eine Vielzahl an Konjunkturdaten. Welche Zahlen das sind, lesen sie wie immer in der nachfolgenden Rubrik "Das bringt Ihnen die Woche".
Ich wünsche Ihnen einen guten und vor allem sonnigen Start in die Woche.
Ihre
Cindy Bach
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