Nasdaq klebt an der 200-Tage-Linie
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 4. Mai 2009, 17:00 Uhr
ENL5454
Liebe Nebenwerte Freunde,
hoffentlich hatten Sie ein tolles verlängertes Feiertagswochenende. Weder über das Wetter noch über die Kursentwicklung gab es Grund zu klagen, denn bis zum Feiertag stiegen die deutschen Indizes um etwa zwei Prozent - trotz Schweinegrippe! Der vergangene April übrigens katapultierte den DAX um 16 % nach oben und war der beste Monat seit sechs Jahren. Die magische Marke von 5.000 Punkten, wo auch die fallende gleitende 200-Tage-Linie lauert, ist also in Reichweite.
Nasdaq Composite klebt an der 200-Tage-Linie
Möglicherweise wird die kommende Woche eine Vorentscheidung darüber bringen, ob die Märkte nun endlich (?) die von den Pessimisten und Unterinvestierten herbeigesehnte Korrektur beginnen. Denn mittlerweile hat die US-Wachstumsbörse Nasdaq den Kampf mit Ihrer 200-Tage-Linie aufgenommen. Da dieser Index eine weltweite Leitfunktion hat, empfehle ich Ihnen, die dortige Entwicklung diese Woche sehr gut zu beobachten. Die 200-Tage-Linie ist die meistbeachtete gleitende Durchschnittslinie überhaupt und stellt für viele Investoren den Gradmesser zwischen Bullen- und Bärenmarkt dar. Viele institutionelle Investoren sind niemals in einem Markt aktiv, der eine fallende 200-Tage-Linie aufweist. Natürlich kann man derartige Linien mit gutem Recht für Hokus Pokus halten, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass weltweit viele trendorientierte Anleger an ihnen ihr Handeln ausrichten. Auch an der Börse gilt, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist, und Sie deshalb nicht ohne weiteres entgegen der Angewohnheit einer großen Gruppe von Anlegern handeln sollten.
In der vergangenen Woche hat sich der Nasdaq Composite erstmals in diesem Jahr von unten an die leicht fallende 200-Tage-Linie herangepirscht. Im vergangenen Jahr scheiterten die Bullen zweimal an diesem wichtigen Punkt. Daher werden sehr viele trendfolgende Investoren und Spekulanten genau verfolgen, wie sich die anderen Marktteilnehmer jetzt an diesem wichtigen Punkt verhalten.
Wichtige Daten in dieser Woche
Möglicherweise ist das Thema schon zu oft durchdiskutiert worden und hat daher seine Durchschlagskraft verloren. Da an kritischen charttechnischen Marken aber häufig banale Argumente für Gewinnmitnahmen herangezogen werden, kommt dem Donnerstag große Bedeutung bei. Dann nämlich will die FED die Ergebnisse des Banken Stresstests bekannt geben. Einen Vorgeschmack auf die Ergebnisse des Tests werden heute schon in der Presse kolportiert. Angeblich benötigt nämlich nicht nur die Citigroup, sondern auch die ebenfalls angeschlagene Bank of America nochmals 10 Milliarden US-Dollar. Auch Wells Fargo sei etwas schwach auf der Brust. Dieser Betrag sei das Ergebnis des "Stress-Tests" der US-Regierung, mit dem die Standfestigkeit der Banken geprüft wurde, berichtet heute die "Financial Times". Schwer zu sagen, was an diesen Gerüchten wahr ist und vor allem, wie die Märkte darauf reagieren werden. Tatsache ist aber, dass die Citigroup und die Bank of America bereits zu den am stärksten vom Staat gestützten Häusern gehören. Unstrittig ist auch, dass der Bankensektor nach wie vor das Potential hat, den gesamten breiten Aktienmarkt in Aufregung zu stürzen. Die Befürchtung dahinter ist die, dass schwache Testsergebnisse erst den Bankensektor und dann weitere Aktien auf Talfahrt schicken.