Nasdaq Biotechnology: In schlechten Zeiten begehrt
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 29. Juli 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
das Vertrauen der Anleger in die Solidität der Aktienmarktentwicklung befindet sich in Deutschland auf dem Niveau vom März 2003, dem Höhepunkt der letzten Baisse. Viele Analysten und Volkswirte sind sich aber sicher, dass der Höhepunkt dieser Krise noch nicht erreicht wurde und weitere unangenehme Nachrichten vor der Tür stehen. In diesem Umfeld noch Aktien und Branchen zu finden, die eine positive Wertentwicklung aufweisen, erscheint unmöglich. Es gibt sie aber noch, ein Beispiel dafür ist die Biotechnologie. In dem Sektor wird seit knapp einem halben Jahr bereits das durchexzerziert was die Breite des Marktes wohl erst zum Ende dieses, Anfang nächste Jahres erleben wird: Die deutliche Zunahme von Übernahmen und Fusionen aufgrund sehr niedriger Bewertungen.
Da bei der Biotechnologie viele kleine Forschungsunternehmen gibt, deren Marktkapitalisierung sehr bescheiden ausfällt, sichern sich die großen Pharmaunternehmen deren erfolgreiche Arbeit in Form vorhandener Patente miteiner Übernahme und helfen sich zugleich etwas damit selbst. Eine große Anzahl der kleineren Biotech-Firmen werden von den marktführenden Betrieben ohnehin schon über Kooperationsverträge gesponsort. Mit einer Übernahme können diePharmariesen ihre ohnehin ausgetrockneten Produktpipelines wieder beleben und sparen die Kosten für die Unterstützung des externen Unternehmens.
Der Nasdaq Biotechnology-Index konnte seit März 2008 knapp 26 Prozent an Wert gewinnen und erreichte in den vergangenen Tagen einen langjährigen Widerstand bei 910 Punkten. Dort startete am Freitag die erste ernstzunehmende Konsoldierung seit dem Beginn des steilen Aufwärtstrend Mitte März. Die gesamte Indikatorenpalette vom MACD über das Momentum bis hin zur Stochastik deuten auf eine stärkeren Rücklauf hin. Mehr als ein Rückschlag bis in den Bereich um 860 Punkte ist aber wegen der anhaltenden Übernahmespekulationen nicht zu erwarten. Ein Test der sehr hartnäckigen Widerstandszone um 1.000 Punkte sollte sich im Herbst anschließen.Vom Allzeithoch bei 1.584 Punkten im März 2000 ist der Index aber immer noch meilenweit entfernt.
