NASDAQ Analyse erfolgreich - Lehman Brothers war der Auslöser
Rüdiger Maass in Wave Daily
vom 15. September 2008, 13:00 Uhr
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Lieber Wave Daily Leser,
am letzten Montag und Dienstag wurde in meiner Elliott Wave Analyse vom NASDAQ ein stark fallender Trend prognostiziert. Manche sprechen von einem schwarzen Sonntag. Die Kurse fiel beim NASDAQ Future vorbörlich um 3,7 Prozent. Der deutsche Aktienindex hat bis zum Mittag 4,5 Prozent verloren.
Glücklicherweise wurden Sie in meiner letzten NASDAQ Analyse auf fallende Kurse eingestimmt.
Hier finden Sie noch einmal die Ziele der letzten Woche, um sich die Einzelheiten in Erinnerung zu bringen.
- Auf der Basis 1740 sollte eine Zwischenerholung bis in den Bereich 1826 führen - eingetroffen
- Unter der Vorrausetzung, dass das Zwischenhoch bei 1796 bzw. die Make or Break Linie bei 1859 hält, setzt sich der Abwärtstrend direkt fort. Das Ziel liegt bei 1669 Punkten.
Ende der Prognose der Vorwoche.
Das Hoch wurde bei 1773 gehandelt. Die Marke bei 1976 wurde nicht überschritten. Vorbörslich ist der NASDAQ Future bis 1715 gefallen. Heute hat der Markt 60 Punkte verloren.
Der deutsche Markt hat am 08.09. ein eindeutiges Elliott Wave Signal für stark fallende Kurse geliefert. Es überrascht Sie deshalb sicherlich nicht, dass es zu starken Kursverlusten gekommen ist.
Natürlich kann man mit dem Elliott Wave Prinzip nicht erkennen welches Ereignis zu dieser heftigen Kursreaktion führt. Die Wellen zeigen nur, dass etwas geschehen wird.
Ein extremes Erlebnis hatte ich ca. 3 Tage vor dem Attentat auf der World Tradecenter in New York. Es hatte sich kurz vor dem Ereignis eine unregelmäßige Korrektur entwickelt. Die Formation zeigt in sehr häufigen Fällen stark fallende Kurse an. Das Attentat versetzte viele Börsianer in einen Schock. Die internationalen Märkten mussten damals an einem Handesstag ca. 8 Prozent Kursverluste hinnehmen. Die Börsen in den USA wurden sogar kurzfristig geschlossen.
Ich fühlte mich nicht wohl in meiner Haut, Auf der einen Seite war die Analyse ein großer Erfolg und bewies, dass sogar unvorhersehbare" Ereignisse bei richtiger Anwendung mit dem Elliott Wave Prinzip prognostizierbar sind. Auf der anderen Seite war die Tat der Attentäter hochgradig menschenverachtend und viele unschuldige Menschen mussten sterben und die Familien erlitten unbeschreibliche seelische Schmerzen.
Am 08.09. endete wieder eine unregelmäßige Korrektur und zeigt mit einer großen Warntafel auf die starken Kursverluste hin, die die europäischen Märkte bereits verkraften mussten.
Für Debütanten ist dieses Muster schwer zu erkennen, weil sich vom Tief eine steigende Fünfer-Welle bildet, die oberflächlich betrachtet dazu verleitet, stark steigende Kurse zu vermuten. Nur die genaue Analyse eines Marktes schützt vor dieser Fehleinschätzung.
Ich freue mich, dass ich Ihnen mit der NASDAQ Analyse der Vorwoche einen Hinweis auf das Börsendesaster geben konnte.
Welche Nachricht hat die Börsianer verschreckt?
Die Verkaufbemühungen der US Investmentbank Lehman Brothers sind gescheitert. Die Bank stellt sich unter Gläubigerschutz des US Insolvenzrechtes.
Die Mitteilung den Markt am Montagmorgen. Die Presse berichtet von der Gefahr einer Kettenreaktion. Das Schlimmste soll mit einem 70 Milliarden Dollar schweren Notfallfonds verhindert werden, den zehn Geldhäuser gebildet haben.
Ich kann Ihre Bedenken verstehen, wenn Sie sagen, dass die Situation von Lehman Brothers bereits bekannt war und niemanden wirklich überraschen konnte.
Um diese Situation zu beleuchten, möchte ich einen Vergleich hinzuziehen.
Stellen Sie sich bitte einen Boxer vor, der sich in der zehnten runde befindet und unablässig harte Schläge einstecken musste. Er ist bereits einige Male in die Knie gegangen, seine Reaktionen werden immer langsamer. Er hält sich nur mühsam auf den Beinen. Sein Gesicht ist stark angeschwollen.
In der elften Runde kommt der Boxer auf schwankenden Beinen in die Ringmitte, seine Schläge treffen ins Leere, er kann die Deckung mit seinen Händen kaum aufrechterhalten. Sein Blick ist gebrochen. Sein Gegner tirfft ihn mit einem leichten Schlag. Der Boxer fällt um, und regungslos am Boden liegen.
Dieses Beispiel soll nur zeigen, dass es in manchen Situationen einem kleinen Mädchen möglich ist, einen Profiboxer aus dem Gleichgewicht zu bringen. Er muss vorher nur so stark geschwächt werden, dass er kaum genug Kraft hat, sich selbst auf den Beinen zu halten.
Nun will ich nicht sagen, dass der Markt direkt mit dem Boxer zu vergleichen ist, sondern nur andeuten, dass kleine Auslöser zur rechten Zeit, große Folgen nach sich ziehen.