Nasdaq-100: Technologieaktien unter Beschuss
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 7. November 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
die Gewinnwarnung des Netzwerkherstellers Cisco Systems hat die Technologieaktien in den vergangenen Tage erheblich gebeutelt. Das Unternehmen gilt, ähnlich wie General Electric im Industriegütersektor, als Gradmesser für die wirtschaftliche Entwicklung in den USA. Die vorsichtige Hoffnung der Analysten, Cisco könnte in diesem Jahr schon wieder mit mehr Optimismus in das nächste Geschäftsjahr starten, entsprang wohl eher Wunschdenken. Ein Blick ein Jahr zurück offenbart, dass der bis dahin außergewöhnlich gut laufende Technologieindex Nasdaq-100 aufgrund des pessimistischen Ausblicks von Cisco Systems heftige Schlagseite erlitt. Vergleichbar ist diese Loslösung von der Realität nur mit der hiesigen Entwicklung der SAP-Aktie. Auch hier unterstellte der Markt noch ganze 10 Monate, dass das Unternehmen von dem Verschwinden elementarer Großkunden im Bankensektor kaum getroffen werden würde. Das Eingeständnis von SAP, das die Umsätze eingebrochen sind und weiter rückläufig sein werden, kostete die Aktie schließlich fast 40 Prozent ihres Wertes.
Die hohe Abhängigkeit des Technologiesektors von der Bankenbranche zeigt damit ihre negativen Seiten. Bevor es nicht zu einer nachhaltigen Erholung des Bankensektors kommt, ist auch nicht mit einer fundamentalen Trendwende im Nasdaq-100 zu rechnen. Diese Interpretation vernachlässigt aber nicht die Tatsache, dass nach den erfolgten Abschwüngen immer wieder zu zwischenzeitlichen Hoffnungsrallies kommen kann. Eine solche wird vermutlich in den kommenden beiden Wochen bevorstehen. Immerhin summieren sich die Verluste im Index seit Anfang August auf insgesamt 40 Prozent, so dass sich vor allem für den einen oder anderen Fonds die Möglichkeit ergibt, sowohl aus kurz- wie auch aus langfristigen Erwägungen heraus, eine zusätzliche Rendite einzufahren. Unterfüttert wird das ganze von der Hoffnung, dass sich die konjunnkturellen Rahmenbedingungen im Laufe des ersten Halbjahres 2009 leicht verbessern werden.
Der Nackenschlag von Cisco hat den Nasdaq-100 über die Hälfte seiner in der Vorwoche erzielten Gewinne gekostet. Aus technischer Sicht wurde dabei aber die hohe Überkauftheit des Index abgebaut, das Kaufsignal im MACD-Indikator aber nicht rückgängig gemacht. Meiner Meinung nach dürfte der ersten Erholungswelle somit mindestens eine weitere Aufwärtswelle folgen. Wie in den vergangenen beiden Analysen lässt sich der Verlauf des weiteren Erholungspotentials wieder ganz zuverlässig mit den Fibonacci-Korrekturwellen messen. Die Mindestkorrekturschwelle der großen Abwärtswelle seit Anfang August, die bei 38,2 Prozent der zuvor erzeugten Verluste im Bereich um 1.460 Punkte liegt, wurde noch nicht erreicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Index in den nächsten Wochen den Versuch unternehmen wird, in die Nähe mittelfristiger Abwärtstrend zu laufen, ist aus den genannten technischen Gründen sehr hoch. Kursniveaus von 1.500 bis maximal 1.600 Punkten könnten demnach getestet werden, bevor sich der dominierende Abwärtstrend wieder durchsetzt und neue Tiefpunkte anvisiert werden.
