Nach oben zukaufen, statt nach unten...
Alexander Green (US-Korrespondent) in Investoren Wissen
vom 20. Oktober 2009, 16:00 Uhr
ENL5462
heute habe ich einen Artikel meines amerikanischen Kollegens Alexander Green für Sie. Herr Green befasst sich darin mit der Frage, warum gute Trader nach oben hin zukaufen, und nicht nach unten.
Beste Grüße
Alexander Hahn
Ich bedanke mich für die Zusendung des folgenden, durchaus wahren Zitats:
An der Börse gibt's nur Schmerzensgeld. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld!
André Kostolany (1906-1999)
Warum erfolgreicher Trader höher nachkaufen statt zu vergünstigen
Liebe Leser,
wenn Sie in ein Kaufhaus gehen und einen großartigen Kaschmirpullover sehen, welcher von $375 auf $199 herabgesetzt wurde, könnten Sie in Versuchung geraten, diesen zu kaufen.
Und wenn sie diesen Pullover für nur $99 sehen, könnte Sie denken, dass sie mit dem Kauf ein unwiderstehliches Schnäppchen machen. Und vielleicht tun Sie das auch.
Aber Aktien sind keine Pullover.
Ein guter Trader vergünstigt nicht seinen Einstandskurs - das bedeutet, eine Aktie nachzukaufen wenn deren Kurs fällt (jedoch gibt es eine Ausnahme bei dieser Regel, welche ich gleich erklären werde).
Immer wenn Sie eine Aktie sehen, welche in einem „flachen" oder steigenden Markt fällt, ist dies ein Warnzeichen, dass etwas mit dieser Aktie nicht stimmt.
Warum sie nicht versuchen sollten, in ein fallendes Messer zu greifen
Sie können nicht immer wissen, aus welchem Grund eine Aktie fällt.
- Es könnte an fallenden Umsätzen der Firma liegen
- Vielleicht hat das Unternehmen auch einen Hauptkunden verloren
- Die Kosten könnten unerwartet steigen
- Ein neuer Mitbewerber taucht auf und gewinnt Marktanteile oder verringert die Profitspanne
Sie können sich über den Grund nie sicher sein, bis das Unternehmen eine öffentliche Ankündigung macht. Aber bis dahin könnte die Aktie erheblich tiefer notieren. Warum fallen Unternehmen vor einer offiziellen Firmennachricht? Weil sich schlechte Nachrichten oftmals durch die Kunden, Lieferanten Arbeitnehmer, Wettbewerber oder Analysten verbreiten.
Eine Aktie, welche in einem steigenden Markt sinkt, ist kein Juwel. Das Vergünstigen einer Verlustposition bedeutet, gutes Geld schlechtem hinterherzuwerfen. Frage Sie jeden Aktionär von Lehman Brothers, Bear Stearns oder AIG.
Jedoch gibt es eine Ausnahme zu dieser Regel...
Die einzige Ausnahme - Wann Sie „höher nachkaufen" sollten
Eine Ausnahme liegt vor, wenn ein Unternehmen ein hervorragendes Ergebnisse verkündet - herausragendes Wachstum bei beidem, Umsatz und Gewinn - während der breite Markt allerdings fällt.
Wenn Investoren Angst bekommen oder nervös werden und die breiten Marktindizes fallen - und die Aktien von gesunden, wachsenden Unternehmen ebenfalls tiefer notieren - ist das die beste Zeit, diese Unternehmen bei Kursschwäche zu kaufen.
Jedoch lassen gute Investoren nicht nur einfach ihre Gewinnpositionen laufen. Sie fügen diesen Positionen weitere Aktien hinzu, was man „averaging up" [etwa: den Einkaufskurs erhöhen indem man ein Gewinnposition durch Nachkauf vergrößert, Anm. d. Ü.] nennt.
Der Beste Weg zum „Average Up"
Das Folgende könnte Ihnen sehr schwer fallen. Schließlich ist es so, dass Sie beim „Average Up" den Einstandskurs pro Aktie verteuern. Aber das bedeutet auch, dass Sie einen größeren Geldbetrag investiert haben - und Ihre Endergebnisse höher ausfallen sollten.
Bei Ihrem Erstkauf ist es eine gute Faustregel, erst für die Hälfte des Geldbetrages, welchen Sie investieren wollen, zu kaufen. Nachdem die Aktie 5% steigt, investieren Sie weitere 25%. Angenommen sie steigt weitere 5% - oder ca. 10% von Ihrem anfänglichen Kaufkurs - dann investieren Sie die letzten 25%. Setzen Sie dann einen Trailing Stop ein, welcher auf Höhe Ihres durchschnittlichen Kaufkurses liegen sollte.
Der Vorteil diese Systems ist, dass Sie weniger Geld in schwächeren Aktien und mehr Geld in stärkeren investiert haben.
Im Laufe der Zeit, wird dies einen wichtigen Einfluss auf Ihren Erfolg als Trader haben.
Erfolgreiches Investieren,
Alexander Green
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von hartmut Fischer (20.10. 2009 18:52 Uhr):
Stimme vollkommen zu.
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Woran liegt es, dass die Masse aller Trader nur Geld verliert ... während sich die besten 5 % sogar noch in fallenden Märkten dumm und dämlich verdienen?
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