"Müssen wir am Ende für ganz Europa bezahlen?"
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 24. November 2010, 16:00 Uhr
ENL5454
ich bin kein Freund der Springer'schen Boulevardpresse, aber manchmal stellt auch diese wohl die richtigen Fragen.
Aus meiner Sicht lässt sich diese Frage mit einem klaren "Ja!" beantworten,
Die Transferunion scheint das breit angestrebte und in einigen Teilen bereits realisierte Ziel zu sein und man wird sich in Berlin und Brüssel so lange an den Euro klammern, bis es absolut nicht mehr geht. Es wird dabei niemanden der entsprechenden Verantwortlichen wirklich interessieren, was langfristig aus Ihrer Kaufkraft oder Ihrem Vermögen wird.
Machterhalt um möglichst jeden Preis ist die Devise. Der Traum vom sozialistischen und antidemokratischen, von oben verordneten Euro-Superstaat darf auf keinen Fall scheitern und ein wichtiger Teil des Weges dorthin ist eben der Euro (mehr hierzu können Sie etwa bei Wladimir Bukowski, einem der bekanntesten Dissidenten der ehemaligen UdSSR nachlesen, welcher zahlreiche interessante Parallelen zwischen der EU und der ehemaligen UdSSR zieht).
Es wird mit allen Mitteln gearbeitet. Sei es, streng nach amerikanischem Vorbild, durch das Ingangsetzen der medial inszenierten Terrorhysterie und allen möglichen "Terror-Hinweisen", um von den sonstigen "brenzligen" Themen abzulenken oder durch immer weitere Bailout-Zugeständnisse an die anderen europäischen Länder. Nichts darf dem Endsieg des Euros im Wege stehen. Alles ist scheinbar erlaubt in der BRD. Sei es das ewige Frisieren von Statistiken auch noch auf Kosten des Steuerzahlers oder die explizit seit Jahren verfassungswidrige, freizügige Selbstbedienung aus der staatlichen Kasse durch zahlreiche Abgeordnete, um an dieser Stelle nur zwei Dinge beispielhaft anzuführen.
Am Ende werden Sie auf sich selbst angewiesen sein, egal was man Ihnen vorher versprochen hat. Entweder werden Sie sich plötzlich einer Währungsreform gegenüber sehen (versteckt oder öffentlich) oder Ihre Kaufkraft wird beständig, aber nicht sprungartig immer weiter an Wert verlieren. Es wird keinen Weg um die Probleme herum geben, denn unser Geldsystem hat ein eingebautes Verfallsdatum, dem wir uns beständig nähern. Es wird daher mehr eine Frage des "Wie" als eine Frage des "Ob", was die Zukunft angeht.
Ich kann es daher nur immer wieder wiederholen:
Die einzige Möglichkeit, wie Sie dagegen steuern können, sind Sie selbst.
Übernehmen Sie Verantwortung für Ihre finanzielle Lage, sofern Sie dies noch nicht haben. Bilden Sie sich weiter und hören Sie niemals auf im Finanzbereich neues zu lernen. Entwickeln Sie Ihren Sinn für Finanzdinge. Dann werden auch Sie definitiv von der Krise immer besser profitieren können.
Volle Fahrt voraus? Ist nun die Zeit für den Goldpreis in Euro gekommen?
Die Frage drängt sich auf, denn die beiden Hauptfaktoren entwickeln sich auf interessante Weise im Moment:
Der Euro fällt gegen den Dollar, jedoch der Goldpreis in US-Dollar ist noch im Aufwärtstrend. Perfekte Situation für Anleger, die Gold in Euro halten?
Der Chart sieht in der Tat ganz interessant aus:
Abb.: Goldpreis pro Feinunze in Euro (in 1/100)
Es dürfte spannend sein zu sehen, wie der Preis sich verhalten wird, wenn er sich dem alten All-Time-High nähert. Die Möglichkeit hierfür ist zur Zeit gar nicht einmal schlecht...
Beste Grüße
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Helmut Höhenberger (24.11. 2010 16:38 Uhr):
....mit Vollkraft voraus in die Diktatur...schade das Ostdeutschland keine vorgelagerten Inseln hat wie Südkorea, dann würden wir die jetzt womöglich beschießen um von unserer innenpolitischen Lage abzulenken!
Antworten- Antwort von Christer Nykopp (25.11. 2010 17:05 Uhr):
Naja, im Fall der Fälle würde wohl auch Bornholm herhalten können (Sarkasmus aus). Die Ausführungen des Herrn Hahn sind zwar erschreckend, aber ganz kann man sich sie doch nicht verschliessen. Sollte es so kommen, wie Herrn Hahn schwant, dann bin ich gar nicht sicher, dass Gold eine sichere Anlage ist, es kann ja verstaatlicht werden, wie in Europa mancherorts geschah in den frühen Dekaden des 20. Jahrhunderts. Ein Ende des heutigen Wirtschaftssystem würde es jedenfalls bringen.
- Antwort von Alexander Hahn (25.11. 2010 17:57 Uhr):
Die Welt geht auch bei einer Währungsreform nicht unter. Auch glaube ich nicht an ein staatliches Goldverbot. Halte ich für sehr unwahrscheinlich, da die breite Masse zwar viel über Gold spricht, da wenigsten Leute aber tatsächlich welches besitzen. Der Goldbesitz verteilt sich nach wie vor auf immer noch sehr wenige Leute. Beste Grüße Alexander Hahn
- Antwort von Christer Nykopp (25.11. 2010 17:05 Uhr):
- Kommentar von Thomas (24.11. 2010 20:07 Uhr):
Wissen Sie Herr Hahn, das wahre Problem sind nicht die armen Griechen, Iren, Portugiesen usw. Das Kernproblem ist die magnetische Anziehungskraft des Vermögens der Superreichen überall auf der Welt. Und diese Superreichen gibts natürlich auch in Südeuropa. Niemand demonstriert gegen die. Man prügelt auf die Politiker ein - die sind aber eh nur noch Getriebene der Medien. Und wer hinter den Medien steht - Sie wissen es. Wenn wir das Superreichenproblem nicht angehen, dann wird es - egal in welcher Währung - irgendwann einen Billiardär geben, bei dem die restlichen 7 Milliarden Menschen Schulden haben.
Antworten- Antwort von RS (24.11. 2010 22:54 Uhr):
Lieber Thomas. Superreiche gab es schon immer. Die leihen nicht unendlich Geld oder verprassen Geld, welches sie nicht haben. Die Superreichen haben die Griechen NICHT animiert, Geld zu verpulvern, was sie sich nur geliehen haben. Und seid wann sind Politiker Getriebene? Von wem können die getrieben werden? Kann es sein, daß SIE Politiker sind und andere Sündenböcke suchen? Nichts für ungut, nicht persönlich.
- Antwort von Helmut (25.11. 2010 22:08 Uhr):
Lieber Thomas, mir sind ein paar Superreiche wie Buffett,Gates, Soros allemal lieber, die wenigsten einen Teil IhresVermögens sozialisieren, als eine Handvoll durchgeknallter machthungriger Politiker die das Schicksal eines ganzen Volkes leichtfertig aufs Spiel setzen.
- Antwort von RS (24.11. 2010 22:54 Uhr):
- Kommentar von RS (24.11. 2010 22:59 Uhr):
Lieber Herr Hahn, Sie träumen! Wir zahlen für ganz Europa? NEIN. Für uns selbst haben wir am Ende nämlich kein Geld mehr... RS aus HH
Antworten - Kommentar von Michael (25.11. 2010 11:58 Uhr):
Sehr geehrter Herr Hahn, mich würde mal interessieren, warum "wir Deutschen" nun die Buhmänner für die PIGS-Bevölkerung sind!? Weil "wir" sie zum Sparen verdonnern? Das kann es doch allein nicht sein. MfG Mfg
Antworten - Kommentar von Ralf Wunschick (25.11. 2010 14:42 Uhr):
Tatsache ist, dass mit dem EURO- Rettungsprogramm niemand mehr so wirklich einen Grund hat, seinen Haushalt zu "richten". Wozu? Die Gemeinschaft regelt das schon... Der Kommentar meines Vorgängers läßt mich nur müde Lächeln - die sogenannten "Reichen" halten ihr Geld offensichtlich zusammen und investieren klug - es ist nämlich ihr Geld und nicht das der Steuerzahler! Die Politik hat an der Misere einen großen Anteil - viele Mentalitäten unter einen Hut zu bringen ist nun mal nicht leicht! War´s Blauäugigkeit oder wollten sich mit dem vereinten Europa nur einige ein Denkmal setzen !?! Wird noch interessant zu sehen, wo die "Euro(pa)- Reise hingeht. Allen noch einen schönen Tag!
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- Kommentar von Thomas (26.11. 2010 12:03 Uhr):
Es wundert mich überhaupt nicht, dass mein Kommentar zu den Superreichen kritisiert wurde. Wenn deren irrwitzige Vermögenshäufung nämlich geächtet würde, gäbe es dieses verrückte Ungleichgewicht nicht. Tatsächlich ist es leider andersrum. Diese Leute sind hoch angesehen, werden teilweise vergöttert, wie unsere Fussballstars. Wenn sie dann etwas von dem Geld, was sie letztendlich uns allen abgenommen haben, zurückgeben, sind sie auch noch sehr sozial. Ich bin natürlich kein Politiker, aber ich sehe die Medien sehr kritisch. Ein Politiker ist nur das wert, was in den Medien über ihn berichtet wird. Wer hat also wirklich die Macht ? Ansonsten hat Herr Hahn hier schon mehrfach über den Zinseszinseffekt und dessen Problematik geschrieben. Im derzeitigen System müssen ja die renditehungrigen immer reicher werden und deren Guthaben stehen logischerweise immer Schulden gegenüber. Vieleicht könnten Sie, Herr Hahn, das Thema im Dezember nochmal auffrischen. Das ist für mich tatsächlich das Kernproblem des Kapitalismus.
Antworten- Antwort von RS aus HH (26.11. 2010 14:05 Uhr):
Noch ein schöner Link zum Nachlesen: www.welt.de/wirtschaft/article4017664/Warum-der-Kapitalismus-beibehalten-werden-muss.html
- Antwort von RS aus HH (26.11. 2010 14:43 Uhr):
Bester Thomas. Sie bringen leider einige Dinge durcheinander. Daß Reiche (zu) reich sind, ist EIN Thema. Das wäre aber eine völlig andere Diskussionen und sicher gäbe es auch hier Korrekturbedarf. Daß andere Länder sich verschulden und Geld verpulvern für Prunkbauten, BANKEN usw. hat aber noch immer nichts mit den Reichen zu tun. Und eines ist ganz sicher: Wenn Regierungen mehr von dem Geld der Reichen bekämen, würde das KEINERLEI Änderungen bringen. Denn Politik hat den ungezügelten Drang, Geld auszugeben. Aus vielfachen Gründen. Z.B. um Macht auszuüben, um sich Denkmäler zu setzen (jüngstes Beispiel die Elbphilharmonie in Hamburg) und natürlich, um die eigenen Wähler zu ködern und die eigene Wählerbasis zu verbreitern durch "Wahlgeschenke" (Danaergeschenke letztlich). Nicht umsonst hat es seit Ende der 50-er keine Regierung mehr geschafft, mit dem "Einkommen auszukommen", also ohne Neuverschuldung zu arbeiten. Und es hat wahrlich sehr prosperierende Jahre gegeben. Entweder sind Sie doch Politiker, oder noch recht grün hinter den Ohren. (Dann sei Ihnen alles verziehen, sie werden es auch noch lernen) Was wäre denn, wenn Sie den "Renditehungrigen" ihr Geld abnehmen? Wo kommt denn dann eine Rendite her, die z.B. einen Großteil der Steuern zahlt? Von den Ausgaben der Politiker? Ein hervorragendes Beispiel ist doch China. Verarmte Menschen im Kommunismus. Dann die Abkehr und siehe da, dem Land und den Leuten geht es innerhalb kurzer Zeit viel besser. Na klar, auch dort gibt es nun Superreiche und noch immer sind nicht alle Wanderarbeiter reich und gesund, aber es bessert sich FÜR ALLE! So, und nun mal ein wenig mehr lesen und nachdenken, anstatt rote Parolen unreflektiert (zu Ende gedacht) nachplappern. Oder frei nach Winston Churchill: Der Kapitalismus ist die schlechteste aller Wirtschaftsformen, aber noch gibt es keine bessere.
- Antwort von Ralf Wunschick (26.11. 2010 16:22 Uhr):
Lieber Thomas! Bei allem gebührenden Respekt- Sie scheinen aus meiner alten Heimat zu kommen... Mir nimmt, ausser dem Fiskus, keiner was weg. Die ALDI- Brüder gehören zu den Reichsten auf der Welt - wem haben die was weggenommen? Oder Bill Gates - wem hat der was weggenommen ? Sind wir doch mal ehrlich; wir entscheiden, was wir Kaufen und wir selbst entscheiden, ob wir uns verschulden - es liegt allein in unserer Hand. Wenn ich mich beispielsweise bei einem Autokauf verschulden würde, wäre nicht der "böse kapitalistische Autohändler" schuld - es war dann meine Entscheidung und meine Unterschrift auf dem Vertrag ! Kapitalsmus bietet alle Möglichkeiten, wenn man bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Unsere Politiker, die Sie so in Schutz nehmen, sind es, die mit vollen Händen das Geld aus dem Fenster werfen, für alles und für jeden (weltweit). Nur die Probleme im eigenen Land bleiben ungelöst. Und wer da etwas ausspricht wird kaltgestellt - siehe Horst Köhler. Also vielleicht mal über Möglichkeiten nachdenken statt nur über andere zu schimpfen oder sich zu beklagen. Schönes Wochenende trotzdem.
- Antwort von RS aus HH (26.11. 2010 14:05 Uhr):
- Kommentar von Thomas (28.11. 2010 10:43 Uhr):
Ich freue mich, dass ich endlich mal eine kleine Diskussion über das Thema "Zinseszinseffekt, hohe Vermögen und zugehörige Schulden" anleiern konnte. Natürlich passt das nicht zum Thema des Newsletters vom 24.11. Ich wundere mich nur immer, dass einzelne Probleme diskutiert, aber der ursprüngliche Kern des Übels nicht angesprochen wird. Ich will natürlich nicht den Kapitalismus abschaffen. Und die Steuern erhöhen oder noch mehr Geld ins Sozialsystem pumpen will ich auch nicht. Man muss halt nur überlegen, warum das ganze so läuft. Der letzte Artikel zum Thema von Hr. Hahn war jener: http://www.investor-verlag.de/gehoert-schwundgeld-die-zukunft/104082491/ Letztenendes ist es doch so. Irgendwann wird das Geld-System in der jetzigen Form zusammenbrechen, weil die Schulden nicht mehr bedient werden können. Die Schulden sind nur die andere Seite einer Medaille, auf deren Rückseite noch Guthaben draufsteht. Wenn es also den Crash gibt, dann haben wir alle verloren. Ich rechne dann mit Bürgerkrieg. Also muss man doch jetzt etwas gegen das Kernproblem tun. Für mich bleibt es dabei. Für mich wachsen Guthaben (v.a. der Superreichen) und damit Schulden in den Himmel und führen uns alle in den Ruin.
Antworten- Antwort von Alexander Hahn (28.11. 2010 12:25 Uhr):
Eine interessante Diskussion, die sich hier entwickelt hat. Freut mich zu lesen. Eine Anmerkung noch zu Ihrem letzten Satz, Thomas. Sie schreiben: "Die Schulden sind nur die andere Seite einer Medaille, auf deren Rückseite noch Guthaben draufsteht. Wenn es also den Crash gibt, dann haben wir alle verloren" Historisch gesehen stimmt das nicht ganz, denn die längste Geschichte hat nach wie vor Gold als Geld. Und Gold bzw. Silber haben eben keine Gegenpartei. Wer verlieren wird, sind in solch einem Fall primär die, die bis zum "bitteren Ende" dem Staat und seinem Konfetti bzw. diversen Finanzprodukten in dem Bereich vertraut haben. Auch folgt aus dem Crash des jetzigen Systems für mich nicht, dass Schwundgeld die zwingende Konsequenz sein muss. Es gibt durchaus noch andere Varianten. Beste Grüße Alexander Hahn
- Antwort von Alexander Hahn (28.11. 2010 12:25 Uhr):
- Kommentar von Thomas (29.11. 2010 22:13 Uhr):
Hallo Herr Hahn, Schwundgeld ist für mich auch keine Alternative. M.E. müsste man die Mega-Vermögen irgendwie kappen. Diverse Milliardäre haben das Problem ja schon längst erkannt und gründen Stiftungen. Leute wie Larry Ellison (der verrückte Oracle-Chef) werden sowas aber nie freiwillig tun. Bei Gold, auch wenn ich selber eine Goldminenaktie im Depot habe, sehe ich das Problem der möglichen Enteignung nach einer Währungsreform (die hoffentlich nicht kommt). Es würde mich fast wundern, wenn die Regierungen, die so viel regulieren können, dann nicht die Mehrheit der Nicht-Goldbesitzer gegen die Minderheit der Goldbesitzer ausspielen würden.
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