Müssen weitere Schirme aufgespannt werden?
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 24. November 2010, 08:30 Uhr
selbst gute Konjunkturdaten aus Europa und den USA konnten den gestrigen Kurseinbruch nicht eindämmen. Der Schutzschirm wurde über Irland aufgespannt, aber die Angst ist gestiegen, dass weitere Schirme aufgespannt werden müssen und auch der Korea-Konflikt spielt den Pessimisten in die Karten. Die Ratingagentur S&P hat bereits die Bonität Irlands abgestuft und eine weitere Senkung angekündigt. Der triste Winter hält auch an den Finanzmärkten Einzug.
Nach so viel Negativem braucht nun der Markt wieder freundliche Nachrichten. Heute gibt es dafür einige Anlässe: Am Morgen werden der ifo-Index und die Auftragseingänge der Industrie bekannt gegeben. Am Nachmittag kommen dann einige US-Konjunkturdaten auf den Tisch - siehe auch Wirtschaftsdaten am Ende der Kolumne.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -1,72% |
| Dow Jones: | -1,27% |
| S&P 500: | -1,43% |
| Nasdaq: | -1,59% |
| EUR/USD: | +0,19% |
| Gold: | +0,73% |
| Silber: | +0,40% |
| Öl (Sorte Brent): | -0,48% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit drem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): der Traum ist noch nicht zerplatzt!
Die asiatischen Börsen reagieren sehr besonnen auf die gestrigen Abschläge in Europa und den USA. Selbst die Börse in Seoul verzeichnet, trotz des Feuergefechts zwischen Nord- und Südkorea, nur ein kleines Minus. Vorbörslich beruhigt dies hierzulande die Marktteilnehmer und somit gelingt es, sich klar über der 6.700er-Marke, die gestern kurzzeitig in Gefahr war, zu bewegen.
Geht es wieder über 6.755 Punkten, möchte ich long dabei sein. Dann ist die 6.800er-Marke das erste Ziel und auch Ort meiner Gewinnmitnahme, es sei denn, die runde Kurs-Marke wird ohne große Mühe überwunden. In diesem Fall wäre dann heute noch die 6.850er-Marke ein realistischer Anlaufpunkt. Scheitert der deutsche Leitindex an der 6.800er-Marke oder aber wird die runde Kurs-Marke nach deutlich höheren Notierungen wieder an die Bären abgetreten, eröffne ich Short-Positionen. Ebenfalls short ist angesagt, wenn es unter die 6.700er-Marke geht. Da aber schon bei 6.670 Punkten eine wichtige Unterstützungsmarke liegt, ist dieser Short-Trade enger als gewöhnlich abzusichern - sonst ergibt sich ein ungünstiges Chance-/Risikoverhältnis und der Trade sollte dann gar nicht erst eingegangen werden. Kann die erwähnte Unterstützungslinie den Fall nicht stoppen, rechne ich mit einem weiteren Rückgang bis 6.625 Punkte. Hier haben die Bullen dann wieder eine gute Chance, sich dem Würgegriff der Bären zu entziehen. Halten die Bullen hier dagegen, decke ich Short-Positionen ein und gehe long. Einen weiteren Long-Einstieg nehme ich vor, wenn die 6.700er-Marke zurückerobert werden kann.
Der Traum der Bullen ist übrigens mit dem jüngsten Einbruch noch lange nicht zerplatzt. Tiefer als 6.400 Punkte sollte es aber nicht gehen, sonst wird es wohl nichts mehr mit der 7.000er-Marke zum Jahresende.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 3 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
Dax (DAX.I): Die asiatischen Börsen nehmen am Morgen den Druck.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
