Möglichkeiten der technischen Sektoranalyse
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 21. November 2008, 16:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
die technische Analyse von Sektoren ist für den Anfänger leider nicht immer ein ganz einfaches Unterfangen und in einigen Bereichen handelt es sich hier durchaus um fortgeschrittenere Vorgehensweisen, welche auch eine gewisse Arbeit erfordern. Aus diesem Grund nehme ich mir etwas mehr Zeit, verschiedene Methoden hierzu vorzustellen. Das Thema "Technische Sektoranalyse" werde ich also in Form einer Artikelserie darstellen, welche sich über die nächsten Wochen erstrecken wird. Der heutige Artikel bietet hierzu eine kurze Einführung.
Grundideen der technischen Sektor-Analyse
Der Grundgedanke bei der technischen Sektor-Analyse ist es, einen Überblick darüber erhalten zu wollen, welche Sektoren gerade "in" sind und welche "out" (d.h. welcher Sektor ist verglichem mit dem Markt "Outperformer" welcher "Underperformer"? Wo wird stark investiert, wo nicht? ...). Wer dies wirklich detailliert betreiben möchte, kommt daher nicht daran vorbei, umfangreiche Datenmenge zu verarbeiten, welche meist über entsprechende Datenanbieter erst zur Verfügung stehen. Die effektivste Form der Sektoranalyse auf technischer Basis bietet m.E. nach die Point&Figure Methodik. Bevor ich allerdings hierzu ins Detail gehe, möchte ich heute erst einmal ein paar grundsätzliche Gedanken mit Ihnen teilen:
Wenn wir Sektoren analysieren möchten, interessiert natürlich immer, wie sich ein Sektor gegen den Markt verhält. Doch was ist der Markt? Sie erinnern sich vielleicht, dass wir uns über diese Fragen schon einmal ganz am Anfang meiner Zeit bei Investoren Wissen unterhielten... Im Point&Figure Kalkül (und auch in den meisten anderen technischen Ansätzen) wird dies gelöst, indem man einen sog. Proxy also eine Art "Stellvertreter" für den Markt definiert. Meist verwendet man hierfür einen Index.
Dies ist nicht immer leicht, da die wenigsten Indizes hierfür wirklich Sinn machen. Im Falle der USA verwenden die meisten Systeme, welche ich kenne, den S&P 500 Index in gleichgewichteter Form (Sie erinnern sich, was gleichgewichtet bedeutet? In einem gleichgewichteten Index hat jedes Index-Mitglied genau eine Stimme, egal wie stark, etwa im Falle von Aktien, die Marktkapitalisierung ist).
Nun fehlt uns natürlich noch die "andere Seite", nämlich ein Vertreter-Index für den jeweiligen Sektor, welchen wir vergleichen möchten. Liegen diese beiden Indizes dann vor, so lässt sich mathematisch ein Verhältnis bilden, was sich im Sinne von relativer Stärke interpretieren lässt.
Dies soll für heute an theoretischer Überlegung erst einmal genug sein. Am Mittwoch werde ich den heutigen Gedankengang wieder aufgreifen und mehr Details nachliefern.
Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende.
Beste Grüße
Alexander Hahn