Mögliche Kosten eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone

in Kapitalschutz Akte zum Thema Finanzkrise
vom


Ein Währungswechsel ist keine einfache Sache. Bloomberg zu einem möglichen Austritts Griechenlands aus der Eurozone:

Es wäre wahrscheinlich notwendig, die Grenzen zu schließen, um zu verhindern, dass die Griechen ihre Euros ins Ausland bringen und dort bei Banken deponieren. Aber da Hunderte Kilometer Grenze bewacht werden müssten, ein Großteil davon unzugängliche Berge, Wälder etc., wären die Grenzposten dünn verteilt.

Gleichzeitig müsste die Polizei wahrscheinlich mit einem dramatischen Anstieg der Unruhe klarkommen, und vielleicht gäbe es noch mehr politische und kriminelle Gewalt. Bereits jetzt gibt es einzelne Fälle von Angriffen auf Deutsche - oder auf Menschen, die für Deutsche gehalten wurden - in offensichtlicher Wut über die von der EU erzwungenen Sparmaßnahmen.

Die griechische Regierung könnte sich dazu entschließen, die Armee auf die Straßen zu schicken, um Ruhe zu bringen. Aber das könnte die Bevölkerung entzweien...

Die Kommentatoren weltweit bestehen immer noch darauf, dass es gegen Deutschlands Interessen sei, die Griechen aus der Eurozone zu schmeißen. Einer sagte, Deutschland "würde sich selbst in den Fuß schießen", oder vielleicht in den Kopf, wenn es das erreichen würde.

Ein anderer sagt, es würde ein Vermögen kosten, 1 Billion Dollar, laut einem Bericht im "Telegraph":



Die britische Regierung trifft Vorbereitungen, um mit den Folgen eines möglichen Austritts Griechenlands aus der Eurozone klarzukommen, nachdem der Vorsitzende der Bank of England, Sir Mervyn King, gewarnt hat, dass Europa sich selbst zerreiße.

Berichte aus Athen sprechen davon, dass massive Geldsummen aus dem Land transferiert werden. Dies intensivierte die Bedenken Londons über die Auswirkungen eines Zerbrechens der Eurozone in Bezug auf die britische Volkswirtschaft, welche in einer "double-dip"-Rezession steckt.

Eine Schätzung bezifferte die Kosten für einen unordentlichen Abgang der Griechen aus der Eurozone auf eine Billion Dollar oder 5% des Outputs.

Ja, eine Trennung ist hart. Das wäre teuer. Aber Geld ist nicht alles. Die Leute tun schlechte Dinge wegen des Geldes, das stimmt. Aber sie tun noch schlimmere Dinge TROTZ des Geldes.

So wurde im Ersten Weltkrieg der Faktor Geld überhaupt nicht berücksichtigt. Denn wenn wirtschaftliche Gründe entscheidend gewesen wären, wäre der Krieg nicht begonnen worden. Oder wo waren die wirtschaftlichen Gründe bei der Hungersnot in der Ukraine in der Zwischenkriegszeit? Oder bei Hitlers "Endlösung"? Oder beim Völkermord an den Armeniern?

Man könnte da auch ein Geld-Motiv finden...aber wenige Massenmördern geht es ums Geld. Normalerweise sind das Weltverbesserer...


von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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Kommentar von chinkgachdoc

Widerspruch: Bei Kriegen geht es grundsaetzlich um Geld und Macht. Ideologische Gruende sind nur vorgeschoben, damit der Normalverbraucher nicht erkennt, wer profitiert, indem er ggf. beide Kriegsparteien mit Krediten finanziert. Ohne Kriege kaum Profite fuer die Ruestungsindustrie, grossbankprofite schnellen in exorbitante Hoehen... Wer das nicht glaubt, der ist sicher ueberzeugt, dass der trojanische Krieg tatsaechlich um die schoene Helena gefuehrt wurde und nicht um die Dardanellen....

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Antwort von Nemeskal Günther:

Da kann ich Ihnen nur voll inhaltlich recht geben. Ich will sogar noch etwas weiter gehen. Es war und ist heute noch so, dass ein gewisses "auserwähltes" Volk immer und an allem profitiert, es aber trotzdem perfekt versteht, um sich weltweit als Verfolgte und Märtyrer darzustellen. Und das ausschließlich mit dem Hintergedanken, erheblichen, finanziellen Vorteil daraus zu schlagen). Dass der Großteil der Mitbürger darüber schlecht bis gar nicht informiert ist, liegt daran, dass weltweit nahezu alle größere Medien von jenen auserwählten Personen beherrscht werden.

Antwort von m haggenmacher:

Ja, ja, wie sagte doch Dieter Hildebrand: "immer die Juden und die Velofahrer!" Warum die Velofahrer?" "Eben!"

Kommentar von Livia

Je länger man den Rauswurf Griechenlands aus dem Euro herausgezögert hat, desto schwieriger wird es und friedlich schon gar nicht. Der ganze Eiertanz, der seit 2010 gelaufen ist, hat doch den dümmsten und letzten Griechen davor gewarnt, sein Geld in Sicherheit zu bringen. Anstatt des ersten "Rettungsgeldes" hätte schon der Währungswechsel in einer Nacht-und-Nebel-Aktion stattfinden müssen - die Mehrzahl der Leute also über Nacht und kalt erwischen; wie weiland die Währungsreform 1948 in den Westzonen. So, wie derzeit alles zerredet ist, kann nur noch der Euro als Gesamtwerk scheitern und dann gibts einen individuellen Neustart. Was den 1. Weltkrieg betrifft, so mag wohl stimmen, daß man sich nicht um die Kosten des Krieges ansich gekümmert hat - die würde man sich ohnehin vom Sieger holen wollen - aber in allen anderen Belangen war gerade DER ein Wirtschaftskrieg. Warum haben sich gerade England und Frankreich nach 1000 Jahren Erbfeindschaft 1904 zusammengetan? Weil nach 1871 in Europa wieder eine Mittelmacht entstanden ist, die man ab 1618 endgültig zerschlagen zu haben glaubte und die obendrein die eifersüchtig überwachten Handelsmonopole durch Erfindungen, die nicht nur billiger sondern auch noch qualitativ besser waren, zur Makulatur machten. Made in Germany sollte deutsche Waren abwerten, daß es ein Qualitätsmerkmal wurde, war für die Initiatoren ein Schuß ins eigene Kontor! Leider war der deutsche Kaiser naiv genug - und als Kind am englischen! Hof aufgewachsen - sich in die Falle locken zu lassen und unter den deutschen Polikern war leider auch kein Bismarck - die waren mehrheitlich noch erheblich kriegslüsterner als der Kaiser. Es gibt immer nur 3 Gründe für Kriege: 1.Bevölkerungsdruck, 2.wirtschaftliche Begehrlichkeiten und 3.Missionierung mit Gewalt. Alle Massenmorde bei Konflikten lassen sich auch hier wiederfinden: Die Indianer fielen dem Bevölkerungsdruck der Europäer zum Opfer, die Sachsen der Missionierung Karls des Großen; die überwiegende Mehrzahl - vor allem alle Minderheiten - aber weil sie reicher waren als die gewöhnliche Einwohnerschaft. Diese Leute fielen dem Umstand zum Opfer, den schon die Römer kannten wenn sie feststellten: Die Kassen sind leer - also laßt uns ein paar reiche Männer erschlagen und deren Vermögen einziehen! Alles andere ist Vorwand, Schönfärberei oder Ausrede!

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Kommentar von Mcflloyd

"Weltverbesserer" ?? Mr. Bonner, warum die Dinge nicht beim Namen nennen? - Sie meinen "Politiker!"

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Kommentar von Franz Steinbauer

Wenn Griechenland aus der EURO-Zone ausscheidet bzw. ausgeschieden wird, so ist das sicherlich schmerzhaft für viele Steuerzahler in Europa (deren politische Führer zahlen ja in der Regel für den Mist, den sie gebaut haben, keinen EURO-Cent). Aber es gibt trotzdem gute Gründe für eine anstehende "Griechische Tragödie". Da wäre zum Ersten der Umstand, dass man sich endlich zu der goldenen Kaufmannsregel bequemen sollte, dass man schlechtem Geld kein gutes Geld nachwerfen darf. Und schließlich gibt es auch noch einen zweiten sehr stichhaltigen Grund für den GREXIT. Es muß schließlich einmal ein Exempel an diesen Wapplern im Süden in statuiert werden, damit die begreifen, dass es für alles Grenzen gibt.

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Antwort von Monetenmann:

Gutem Geld, schlechtes hinterherwerfen? Moment mal, ist der Euro etwa gutes Geld?` Seit wann das? Wird er nicht einfach aus dem Nichts erschaffen und an Staaten verliehen, die nie zurückzahlen können? "Zahlungsmittel" die verliehen werden ohne Rückzahlungspflicht sind Konfetti, aber kein Geld. Sie Suppe wird immer dünner durch das Geld das einfach gedruckt wird. Dieses wird vermengt mit dem geliehenen Geld, das wirklich durch Leistung und Mehrprodukt zurückbezahlt werden muss.