"Moderner Klassenkampf"
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 6. Oktober 2009, 07:30 Uhr
ENL5462
Unterbewusst war die Angst der größte Wahlfaktor 2009", analysiert der Finanzstratege Erwin Grandinger. Die einen fürchten um ihr Kapital und wählen FDP. Die anderen fürchten um ihre Existenz und wählen Die Linke.
EZB als politischer Kampfplatz
Des weiteren ist es laut Grandinger so, dass sich die eigentliche Gefahr eher an den Devisen- und Anleihenmärkten abspielen werde, zumal etwaige politische Verwerfungen in Deutschland, dem Zentrum der Europäischen Währungsunion, ganz andere Folgen haben werden als in einem kleinen EWU-Land. Noch werde nur der US-Dollar allein als hässliches Entlein" angesehen. Noch. Und auch die EZB werde besonders mit Blick auf die Zinspolitik zum politischen Kampfplatz beider Lager. Denn beide Lager sehnen keinesfalls eine Normalisierung der Zinssätze - wenn auch aus unterschiedlichen Motiven - herbei.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, die Schatten des modernen Klassenkampfes" werden wohl bald noch klarer ersichtlich werden. Und die Zeit der politischen Ruhe an den Finanzmärkten wird endgültig vorbei sein. Für lange Zeit.
Drohende Lebensmittelknappheit
Apropos Existenzangst, mittel- bis langfristig wird auch das Thema Lebensmittelverknappung global für Unruhe sorgen. Einer jüngsten Deutschen Bank Studie zufolge wird das Thema Welternährung zu einem - wenn nicht dem - Schlüsselproblem werden. Auch das Internationale Forschungsinstitut für Agrar- und Ernährungspolitik (IFPRI) ermahnt zum Handeln. Gerade die Folgen des Klimawandels auf die Welternährung werden immer noch unterschätzt. Millionen von Kindern drohe das Schicksal der Unternährung.
Hauptursachen für die Lebensmittelkrise
Laut IFPRI sei eine geringere Grundnahrungsmittelproduktion bei einer insgesamt steigenden Weltbevölkerung der Hauptgrund für die drohende Lebensmittelkrise. Aufgrund Wassermangels, ausgelaugter Ackerflächen und verstärktem Anbau von Energiepflanzen besteht die Gefahr deutlich rückläufiger Ernten. Hinzu kommt, dass die Weltbevölkerung möglicherweise bis zum Jahr 2050 auf neun Milliarden Menschen ansteigen werde.
Preisexplosion bei Grundnahrungsmitteln?
Dies werde zu einer enormen Knappheit überlebenswichtiger Nahrungsmittel führen, welche in sehr vielen Teilen der Erde zu einer stark steigenden Zahl an Hungersnöten führen werde. Die Preise für Mais, Reis oder Weizen könnten sich in den kommenden Jahren vervielfachen. Ob die geforderte Förderung von Projekten zur besseren finanziellen Ausstattung von Landwirten oder bspw. zur Eindämmung des Wasserproblems am Ende des Tages wirklich noch das Desaster verhindern werden, bleibt abzuwarten.
Allem Anschein nach droht in diesen Umbruchzeiten an vielen Fronten Ungemach. Es wäre wahrlich leichtsinnig, in diesen Tagen schlicht und simpel zur Tagesordnung überzugehen. Präventives Handeln und Krisenvorbereitung sind nach wie vor oberstes Gebot. Und mehr denn je spielt auch das Prinzip Hoffnung" eine immer größer werdende Rolle...
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Volker Thaele (06.10. 2009 10:05 Uhr):
sich dieser drohender Knappheit bewußt sein, gleichzeitig aber den Riesen Umfang der energetischen Landwirtschaft hier auf dem Lande physisch zu erleben, macht den Wahnsinn erst deutlich. Z. B. letzte Wo beginnend mit Sonntag bis einschl. nächsten Sonntag sind hier durch unsere mangelhafte Dorfstraße über hundert Touren mit Maisschrot mit landw. Fahrzeugen sowie Kieslastern zur Verstärkung , in die nahe gelegene Vergasungsanlage gefahren worden. Und alles um mittel seiner subventionierten Anlage unwirtschaftlichen Strom zu erzeugen von dem nur ein Idiot profitiert.
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