MLP im Strudel von Gerüchten, Verdächtigungen und Ermittlungen
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 07. Oktober 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Wie gesagt, ich hatte vor Investition bei MLP (WKN 656990) gewarnt. Die verschiedenen Verdächtigungen scheinen sich immer mehr zu bestätigen. Obwohl MLP weiterhin alles dementiert. Trotzdem ist noch nicht wirklich klar, ob es sich nur um eine Kampagne handelt oder die Ermittlungen doch klare Ergebnisse hervorbringen werden.
Nun wird bei MLP nach den Ermittlungen des Insiderhandels auch wegen des Verdachts auf Kursmanipulationen untersucht. Der Verdacht sei von der Behörde, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin), schon bei der Durchsuchung vergange Woche gehegt worden und so wurde auch bereits in diese Richtung ermittelt. Juristisch ist der Straftatbestand der Kurs- und Marktmanipulation gegeben, wenn der Kurs einer Aktie durch absichtlich gestreute Gerüchte negativ beeinflusst wird. Ähnlich wie beim Insiderhandel liegt die Höchststrafe dafür bei 5 Jahren.
Darüber hinaus berichtete der Focus, dass der MLP Aufsichtsratschef Manfred Lautenschläger, unter Verwendung einer Lebensversicherung, die Konzernbilanzen gefälscht haben soll. Dafür habe er für seine Tochter eine Lebensversicherung über 1 Milliarde Euro abgeschlossen und dafür eine Provision von 60 Millionen Euro erhalten. Danach wurde die Police wieder storniert. Lautenschläger dementierte diese Aussage sofort.
Es ist letztendlich für den Anleger zunächst einmal egal, ob sich diese Anschuldigungen bewahrheiten. Zur Zeit sollte man MLP meiden, bis sich die Verdächtigungen erhärten oder verworfen werden. Zur Zeit kein Kauf.