Mitten im Sommer
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 20. Juli 2004 18:00 Uhr
ENL5454
Angeblich sollte es so gut wie sicher sein, dass die USA einen Wiederaufstieg der Inflation erleben würden. Nun, so sicher sieht das jetzt gar nicht mehr aus. Die jüngsten Zahlen zeigen, dass sich der Index der Konsumentenpreise kaum bewegt. Und die amerikanische Geldmenge geht derzeit sogar zurück ... die Aktienkurse fallen ... und der Dollar verliert gegenüber dem Euro weiter an Wert. Der Goldpreis sitzt fest, komfortabel über 400 Dollar je Feinunze, und die Anleihenkurse steigen!
Natürlich – wir befinden uns mitten im Sommer. Und wir vom Investor's Daily sind deshalb so locker und sorgenfrei wie ein Tramper.
Aber wir haben Einschätzungen und Meinungen. Meine Einschätzung ist, dass es nicht die Inflation ist, die der Fed Sorgen bereitet; sondern die Deflation. Die Unternehmen verschulden sich nicht. Das bedeutet, dass sich die Fed auf die Regierung und die Konsumenten verlassen muss, wenn sie Geld in die Wirtschaft pumpen will. Die amerikanische Regierung hat alles getan, was sie tun kann – wenn es ums Geldausgeben geht. Und der Konsument? Anders als bei den Unternehmen, die Geld aufnehmen, um zu investieren, wird bei den Konsumenten fast jeder Cent an neuen Krediten in den Konsum gesteckt. Ob man es mag oder nicht, früher oder später ist dieser Konsument dazu gezwungen, mit dem Geldleihen aufzuhören. Dieser Moment könnte nah sein. Aber er ist bestimmt näher gekommen.
Jetzt zu Eric Fry nach New York: