Mittelfristige Signale!
Axel Retz in DAX Daily
vom 02. August 2007 08:30 Uhr
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Ich hatte Sie gewarnt: So schnell kommen die Bären nicht ans Ruder, so rasch geben die Bullen nicht auf. Aus dem vor Wochen noch zänkischen Hin- und Hergeschiebe der Kurse ist mittlerweile aber ein erbitterter Zweikampf geworden, der keiner Seite etwas schenkt.
Im Hintergrund: Die US-Immobilienkrise, die ihre Tentakel jetzt auf den gesamten Kreditmarkt auszustrecken scheint. Da ist die Kuh noch lange nicht vom Eis.
Bis jetzt wurde zumindest das Schlimmste vermieden – ein Übergreifen der Hypothekenkrise auf Aktien- und Rentenmarkt. Kommt es jedoch zu einer Verknappung anlagebereiten Kapitals (durch den Immobilien-Crash" und eine allgemein größere Zurückhaltung bei der Kreditvergabe), werden auch die Aktienmärkte bald in Turbulenzen geraten.
Die Wall Street setzte gestern ihr Verwirrspiel fort: Nach dem üblen Dienstag triumphierten gestern wieder die Bullen.
Für den Dax kam das zu spät. Nach dem von mir gestern morgen erwarteten „Sell-off" stabilsierten sich die Kurse zwar wieder ein wenig, ein Minus von 1,43 Prozent bleib aber, MDax und TecDax kamen ähnlich stark unter die Räder.
Charttechnisch gibt das hektische Auf und Ab der letzten Handelstage natürlich kein aussagekräftiges Gesamtbild ab. Anders stellt sich das Bild dar, betrachtet man die mittelfristig eingestellten gleitenden Durchschnitte.
Die taugen zwar nicht, um kurzfristige Tendenzen zu prognostizieren, geben im Allgemeinen aber ein gutes Bild der mittelfristigen Perspektive ab. Und:
Wie Sie im Chart sehen, ist der 20 Tage-GD nun definitiv unter den 50 Tage-GD gefallen (eingekreiste Zone im Chart). Ein klassisches mittelfristiges Verkaufssignal.
Dem steht die massiv überverkaufte kurzfristige Lage gegenüber, die jederzeit zu einer mehrtägigen Aufwärtskorrektur kommen kann. Und diese Korrektur bietet (aus technischer Sicht) dann eine gute Gelegenheit, Gewinne mitzunehmen und/oder Put-Positionen aufzubauen.
FAZIT UND EMPFEHLUNG: Angeschlagen sind die Märkte nun allemal. Eine Gegenbewegung nach oben wird jedoch immer wahrscheinlicher. Neue Hochs sollten dabei nicht mehr erreicht werden.
Langfristig ausgerichtete Anleger nutzen nun jede Aufwärtskorrektur zum Positionsabbau und/oder sichern sich bei steigenden Kursen durch eine kleine Put-Position ab.
Kurzfristig operierende Trader warten ab, bis eine nun in der Luft liegende Aufwärtskonsolidierung ausläuft, um sich dann spekulativ auf einen neuen, größeren Abwärtsschub einzurichten.
Kurzfristige Widerstände: 7.500, 7.600, 8.061
Kurzfristige Unterstützungen: 7.400, 7.200, 7.000
Viel Erfolg!
Axel Retz
