Mit einem Wisch ist alles weg!
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 16. Juli 2010, 08:30 Uhr
nun ist die Serie doch gerissen. Nach sieben Handelstagen in Folge, musste der Dow Jones gestern eine Niederlage einstecken. Diese fällt aber im Vergleich zum fast ein prozentigen Rückgang beim Dax harmlos aus. Schwache Konjunkturdaten drückten zu Beginn des Handels an der Wall Street die Aktienmärkte nach unten. Die Indikatoren lassen den Schluss zu, dass die US-Wirtschaft auf Sicht von einigen Monaten wieder etwas abkühlt. Da sie erst wieder Fuß gefasst hat, stellt dies natürlich einen starken Belastungsfaktor für Aktien dar. Die Quartalsergebnisse stehen dem jedoch (noch) entgegen. So reihte sich gestern JP Morgan in die Riege der Unternehmen mit ein, die die Erwartungen der Analysten klar übertreffen konnte.
Der Erfolg von BP, das Leck abgedichtet zu haben - warum dies so lange dauern konnte, werde ich wohl nie verstehen -, und die Einigung im Goldman Sachs-Betrugsfall konnten dann gegen Ende der Handelssession die Marktteilnehmer noch einmal zu Käufen animieren. Der Vorwurf des Betrugs gegen die Investmentbank wird durch eine Geldbuße in Höhe von 550 Millionen Dollar einfach weggewischt. Was man mit Geld so alles machen kann! Wenn man zu viel davon hat, wird es mal eben zum Wegwischen verwendet. Ob dies auch bei einer weniger stark kapitalisierten Bank funktioniert hätte? Wohl kaum! Goldman Sachs verdient übrigens 13 Milliarden Dollar im Jahr.
Nachbörslich präsentierten mit Google und AMD weitere Schwergewichte ihre Quartalszahlen. Bei beiden gilt: Alles andere als überzeugend, doch eben auch nicht enttäuschend. Weder Fisch noch Fleisch!
Der Kurzüberblick:
Dax: -0,97%
Dow Jones: -0,07%
S&P 500: +0,12%
Nasdaq: +0,15%
EUR/USD: -0,12%
Gold: -0,02%
Silber: +0,38%
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen habe ich auch diesmal ein paar Werte genauer für Sie unter die Lupe genommen. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): 1.000 Mal berührt ...
Zwei tolle Trades konnte ich gestern anbringen. Der erste war ein Long-Einstieg an der 50er-Durchschnittslinie (blaue Linie), als diese den Bullen Halt gab, und der zweite ein Short-Einstieg nach Bruch dieser Durchschnittslinie. Bei beiden Trades konnte ich in etwa in der Nähe des jeweiligen Hochs bzw. Tiefs wieder aussteigen. Es ist, unabhängig von den monetären Auswirkungen, immer schön, wenn ein Plan derart gut aufgeht - zeitnah sind diese Trades übrigens im CFX Broker Blog zu verfolgen.
Mit dem Verlassen der 50er-Durchschnittslinie hat diese Linie, die in den Tagen zuvor eine ganz entscheidende Rolle spielte - siehe Chart bzw. auch meine Kommentierungen der laufenden Woche -, ihre Bedeutsamkeit bis auf weiteres verloren.
Die Woche verläuft bislang sehr gut. Diese Aussage möchte ich nicht aufs Spiel setzen und werde daher heute zurückhaltend agieren. Vorbörslich wird der Dax bei etwa 6.150 Punkten gesehen, also einige Punkte unter den Notierungen vom Vorabend. Die Google- und AMD-Zahlen wirken sich also etwas aus. Auf der Unterseite orientiere ich mich am gestrigen Tagestief bei 6.123 Punkten. Kann hier erneut ein Rückgang gestoppt werden, kaufe ich den deutschen Leitindex. Haben die Bullen aber keine Chance, die heranstürmenden Bären aufzuhalten, gehe ich short mit Kurs-Ziel 6.070 Zähler. Dort wiederholt sich dann das Spiel: Long, falls sich der Dax wieder stabilisieren kann und short, wenn nicht.
Der Rutsch unter die 50er-Linie hat die Bären wieder stark gemacht. Auf der Oberseite traue ich den Dax-Bullen daher erst wieder etwas zu, wenn die 6.200er-Marke zurückerobert werden kann (dann gehe ich long). Scheitert hier der Dax, fühle ich mich in meiner Einschätzung bestätigt, und gehe short. Im Bullen-Szenario ist dann das gestrige Hoch um 6.250 Punkte die Messlatte, deren Überwinden weiteres Kurssteigerungspotential freisetzen würde.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 101 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Nun ist es doch passiert! Die 50er-Durchschnittslinie (blaue Linie) wurde nach unten verlassen. Der Durchmarsch zum Jahreshoch wurde damit verhindert.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
