Ministererlaubnis für Eon-Ruhrgas-Fusion
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 19. September 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Das Hickhack geht weiter. Eon (WKN 761440) hatte ja bereits angedeutet, dass sie viel Zeit haben. Die Fusion dürfte irgendwann kommen. Nun hat die Bundesregierung erneut eine Ministererlaubnis mit neuen schärferen Auflagen erteilt.
Die Bundesregierung will durch die schärferen Auflagen Bedenken ausräumen, dass die Fusion zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen führen könnte. Grund für die Ministererlaubnis sind erneut "wesentliche gesamtwirtschaftliche Vorteile", die die Fusion mit sich bringt", sagte Tacke am Donnerstag in Berlin. Der wichtigste Punkt, der jedoch immer wieder angeführt wird, ist dass diese Fusion ermöglicht den Konzern auch international aufzustellen und so die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Geändert wurde, dass Ruhrgas nun zusätzlich seine Beteiligungen an Bayerngas und den Stadtwerken Bremen abgeben muss. Damit wurden die Auflagen zu ungunsten der Konzerne erweitert. Zudem müssten Eon-Ruhrgas 200 Milliarden Kilowattstunden Gas zu einem Mindestpreis von 95 Prozent des Grenzübergangspreis an Wettbewerber verkaufen. Eon reagierte indem sie drauf hinwies, dass sie mit diesen Auflagen nun hart an die Grenzen ihrer wirtschaftlichen Belastbarkeit gebracht werde. Dabei sind sowohl Eon als auch Ruhrgas weiter von den strategischen Vorteilen des Zusammenschluss überzeugt.
Trotzdem, noch ist nichts wirklich entschieden. Ein Antrag auf Aufhebung der Einstweiligen Anordnung wird diese Woche noch beim Düsseldorfer Oberlandesgericht gestellt. Die Gerichte müssen also erst noch entscheiden was passiert. Ich würde diese Entscheidung noch abwarten. Dann könnte man langfristig in EON investieren, da EON durch die Fusion wirklich gute Aussichten hat, sich auf dem internationalen Markt zu behaupten. Uudem erreicht EON dadurch eine monopolähnliche Stellung.