MiFID – das neue Gesetzesmonster für Anleger und Banken und seine Profiteure - Teil 2
Georg Pröbstl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 13. Dezember 2006 17:00 Uhr
ENL5454
Zu den Informationen zählen auch die wesentlichen Daten über die Auftragsausführung. Das wird vor allem über den neuen Orderzusatz „best execution“ spannend. Danach müssen die Depotbanken den Kundenauftrag nach verschiedenen Regularien, etwa geringste Gebühr, schnellste Ausführung oder geringster Spread, an die entsprechende Börse weiterleiten. Und wie gesagt: Der Anleger muss darüber informiert werden. Eine unglaubliche Datenflut rollt da auf uns zu!
Da gibt es natürlich reichlich Spielraum bei der Auslegung und für Rechtsanwälte sicherlich genug neue Verdienstmöglichkeiten.
Es ist schon wirklich unglaublich, wie sehr wir entmündigt werden! Mir fällt fast kein Lebensbereich mehr ein, der nicht schon irgendwie mit Gesetzestexten zugepflastert ist. Da wird aus dem gutgemeinten schützenden und wärmenden Mantel schnell die Zwangsjacke.
MiFID wird sicher jede Menge Geld kosten. Dabei müssen die deutschen Banken schon jetzt für die Einhaltung der bürokratischen Vorschriften tief in die Tasche greifen. Jeder Mitarbeiter der Geldhäuser ist bereits jetzt im Durchschnitt so lange mit staatlich verordneter Bürokratie beschäftigt, dass der entsprechende Lohn die Banken 4.700 Euro pro Jahr und Mitarbeiter kostet. Bezahlt wird die Zeche natürlich von uns, den Kunden.
Neben den Juristen gibt es auch noch andere MiFID-Profiteure. Sehen Sie sich Baader Wertpapier (WKN 508810) an. Der Broker aus Unterschleißheim bei München verfügt über die entsprechenden Computeranlagen und Datenströme für MiFID. Baader will Banken deshalb entsprechende MiFID-Dienstleistungen anbieten. Mal sehen, ob dem Gesetzgeber nicht auch hier eine extra Richtlinie einfällt.
Ihr
Georg Pröbstl
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