Alexander Hahn in Investoren Wissen zum Thema Devisen
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Welche Marktteilnehmer tummeln sich am Devisenmarkt? Aus welchen Gründen handeln diese ausländische Währungen? Um den Devisenmarkt besser kennen zu lernen und die Motive und Reaktionen der Handelspartner verstehen zu können, ist es unabdingbar diese Fragen vor dem Handel mit Devisen zu klären. Darum geht es im zweiten Teil der Serie „Devisen für Einsteiger“. Die Marktteilnehmer des Devisenmarkts lassen sich grob in sechs verschiedene Gruppen unterteilen:
Privatpersonen
Privatpersonen kommen am häufigsten bei Auslandsreisen mit Fremdwährungen in Kontakt. In den letzten Jahren sind auch Fremdwährungskredite (aufgrund günstigerer Zins- & Darlehenskonditionen) und Auslandskonten (in einer Fremdwährung) „in Mode“ gekommen.
Der Umsatz von Privatpersonen und Privathändlern am gesamten Devisenhandel (man schätzt, dass der Devisenmarkt mit einem Tagesumsatz von über $4 Billionen der größte Finanzmarkt weltweit ist) ist klein und wirkt sich in den wichtigsten Währungspaaren kaum auf den Wechselkurs aus.
Privathändler
Private Investoren wetten mit einem Teil ihres Kapitals auf die zukünftige Entwicklung eines oder mehrerer Devisenpaare (z.B. EUR/USD-Wechselkurs). Neben Währungsabsicherungen versuchen private Personen meist mittels Derivaten (Zertifikate, Optionscheine), ETFs oder Optionen vom Devisenhandel zu profitieren.
Zentralbanken
Zentralbanken haben nicht das Ziel, am Devisenmarkt mit dem Handel von Devisen Gewinne zu machen, sondern eher makroökonomische Zielmarken, z.B. bei der Währungsstabilität, der Inflation, der Geldmenge und dem Wirtschaftswachstum zu erreichen.
Die Zentralbanken nutzen ihre Reserven (ausländische Währungen, Edelmetalle und Sonderziehungsrechte) zur Abwicklung und Vermittlung der über sie laufenden Fremdwährungszahlungen und Devisengeschäfte.
Neben dem normalen kommerziellen Handel können Zentralbanken bewusst durch Interventionen die Preisfindung des freien Marktes manipulieren, was zu einem beabsichtigten Einfluss auf die freien Wechselkurse führt, um z. B. der eigenen Wirtschaft ein besseres Wechselkursniveau zu verschaffen. Als wichtigste „Player“ unter den Zentralbanken gelten die (private) US-Notenbank FED, die EZB und die japanische Notenbank (BoJ).
Kapitalanlagegesellschaften
Zu dieser Kategorie gehören u.a. Versicherungen, Pensionsfonds und Hedgefonds. Während erste ihre Fremdwährungspositionen per Devisenhandel sichern (hedgen), verfolgen Hedgefonds oftmals das Ziel, durch Wechselkursspekulationen Gewinne zu erwirtschaften (ein Paradebeispiel dafür ist die Wette des ehemaligen Hedgefonds Managers „George Soros“ gegen das britische Pfund 1992). Vor allem Hedgefonds handeln aufgrund der niedrigen Margin-Anforderungen und der hohen Liquidität gerne am Devisenmarkt.
Handels- und Geschäftsbanken
Diese sind mit Sicherheit die wichtigsten Marktteilnehmer. Neben dem Eigenhandel durch „Proprietary Trader“ (Händler, welche versuchen im Namen der Bank Gewinne zu erwirtschaften), sind viele Banken als Market Maker oder Broker am Devisenmarkt präsent.
Im Gegensatz zu Aktien- oder Futuresmärkten ist der Handel mit Devisen nicht zentralisiert. Es besteht ein loses Netzwerk aus Banken und Brokern, welche untereinander Devisen handeln, der „Interbanken-Markt“. Die Marktteilnehmer handeln direkt und meist ohne Zwischeninstanz (also ohne eine Börse) untereinanter „over the counter“.
Handelsunternehmen:
Importeure und Exporteure setzen sich beim Handel von Produkten immer dem Risiko von Währungsschwankungen aus. Am Devisenmarkt sichern sich die Unternehmen gegenüber Währungsrisiken ab, um Verluste aus Währungsschwankungen weitgehend zu vermeiden. Die Absicherungsgeschäfte der Handelsunternehmen sind meist langfristiger Natur und fundamental begründet.
Nächstes Mal setze ich die Serie mit dem Thema „Wichtige Begriffe des Devisenhandels“ weiter fort.
Beste Grüße
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