Merkel gelobt und kritisiert
Till Kleinlein in Devisen-Monitor
vom 31. Januar 2012, 08:30 Uhr
ENL5454
gestern sah es für den Dax und den Euro zwischenzeitlich recht übel aus, doch beim EU-Gipfel konnte man sich einigen. Dies wird dem Markt wieder die Angst nehmen, die sich so langsam wieder aufgebaut hatte. Der Fiskalpakt ist beschlossen, doch nur 25 EU-Staaten gehen den gemeinsamen Weg mit - Großbritannien und Tschechien scheren aus. In dem zwischenstaatlichen Vertrag verpflichten sich die Länder zum Sparen und zur Einführung einer Schuldenobergrenze. Es werden damit auch schärfere Haushaltskontrollen durch die EU ermöglicht und auch härtere Strafen für Schuldensünder sind dann durchsetzbar. Frau Merkel hat diese Einigung vorangetrieben und darf nun auch die Früchte des Erfolgs ernten.
Beim Thema Griechenland hingegen erntet sie teils harsche Kritik. Der Vorschlag dort einen Sparkommissar einzusetzen und damit den Griechen ihre Finanzhoheit zu entziehen, ging den anderen Staatenlenkern eindeutig zu weit - ganz zu schweigen von den Reaktionen im schönen Mittelmeerstaat selbst.
Unterdessen schwinden die Hoffnungen, dass auch Portugal eine realistische Chance hat, seine Schulden in den Griff zu bekommen. Gestern stiegen die Risikoaufschläge portugiesischer Anleihen auf Rekordhöhe.
Am Vormittag werden Zahlen zum deutschen und europäischen Arbeitsmarkt und am Nachmittag das US-Verbrauchervertrauen veröffentlicht. Außerdem stehen viele Quartalsberichte amerikanischer Unternehmen auf der Tagesagenda (u.a. Amazon). Abwechslungsreich könnte daher auch der Kursverlauf bei Dax & Co. werden.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -1,04% |
| Dow Jones: | -0,05% |
| EuroStoxx50 | -1,31% |
| EUR/USD: | +0,38% |
| Gold: | -0,51% |
| Silber: | -0,77% |
| Öl (Sorte Brent): | -0,72% |