Merkel fleht nicht....
Dr. Markus Schoor in Investoren Wissen
vom 6. November 2008, 16:00 Uhr
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Liebe Leser,
ich bin kein Fan von Frau Merkel und auch nicht einer ihrer Berater, obwohl ich diesen Verdacht eines Lesers mit einem herzerweichenden Grinsen kommentiert habe.
Ich kritisiere seit Jahren, dass Sie die Werte nicht Richtung Leistung zurück geschoben hat, dass Sie nicht jede Woche den Menschen junge erfolgreiche Menschen: Forscher, Unternehmer, Problemlöser vorstellt, und damit in der Mehrheit der Bevölkerung das Bedürfnis erweckt, auch erfolgreich und leistungsfreudig zu sein. Stattdessen ströhmt diese Regierung immer noch die Botschaft aus, das man nichts leisten müsse, sondern sich wohlfährig verhalten muss, um vom Staat ernährt zu werden.
Aber dieser Tage stellt es die Presse und einige Leserkommentare es so da, als würde Frau Merkel die Banken anflehen, Geld aus dem "Rettungsfonds" anzunehmen.
Das ist wirklich falsch.
Die Bundesregierung habe das Paket schnell und entschlossen geschnürt, sagte Merkel am Samstag in einer im Internet veröffentlichten Video-Botschaft. "Jetzt geht es darum, dass unsere Banken und Finanzinstitutionen dieses Paket auch in Anspruch nehmen."
Die Kanzlerin betonte, die Geldhäuser müssten nun wieder "ihre ureigenen Aufgaben" wahrnehmen - Einlagen zu verwalten und Kredite zu vergeben. Dies sei gerade für mittelständische Betriebe wichtig.
Einige Verbraucherschützer, die die Geschädigten aus der Lehman Brothers Pleite vertreten, schließen daraus, dass als Letztes an Sie gedacht würde, während man den Banken das Geld hinterherwerfe.....
Hierzu will nicht nur sagen, dass gerade diese Menschen, kein Fünkchen Hoffnung auf eine Entschädigung haben können, wenn die Mehrzahl der deutschen Banken und Sparkassen die Hilfe nicht annehmen.
Frau Merkel muss hier aufs Tempo drücken, denn jeden Tag erreichen mich neue Berichte, über gekündigte Kredite, Aufforderungen neue Sicherheiten für bestehende Kredite zu stellen, usw....
Wenn sich dies fortsetzt, werden wir in wenigen Monaten hundertausende von neuen Arbeitslosen haben und am Ende wird sich die Krise nicht mehr beherrschen lassen.
Die eigentliche Botschaft von Frau Merkel ist eher ein Drohung: Wenn die Banken nicht sehr schnell über ihren Schatten springen, das Rettungspaket in Anspruch nehmen, wenn sie es brauchen, die Vorstände auf Boni verzichten die Aktionäre auf Dividenden, dann wird Frau Merkel denselben Weg gehen wie Sarkozy in Frankreich: dort werden die Banken zwangsweise teilverstaatlicht.
Frau Merkel fordert die Banken auf, sofort ihre eigentliche Tätigkeit wieder aufzunehmen - und verkneift sich das "SONST". Die Banken sind dem in dieser Woche gefolgt: Commerzbank, WestLB, HSH Bank, usw...
Den meisten Deutschen ist nach all den Jahren nicht mehr bewußt, was die Alternative zum Erhalt eines Marktsystems ist. Die Alternative, wie sie beispielsweise Lafontaine will, ist Planwirtschaft.
Für eine Sekunde ich gleite ich mal in einen Alptraum ab: Einen Tag nach 100 Tagen Regieurung Lafontaine:
- Alle Menschen stehen morgens gleichzeitig auf in Deutschland
- Alle benutzen die gleiche Zahnpasta, die einzig richtige!
- Alle arbeiten nach ihren Bedürfnissen
- Wir werden dabei von allen anderen überwacht.
- Mir fällt auf, dass mein Bedürfnis zu arbeiten, sich darauf reduziert hat, auszureisen.
- Meine grünen Schuhe muß ich abgeben....
Gott sei Dank wache ich dann doch noch auf!
Doc
P.S. Mein Kollege aus Amerika hat aber schon die ersten Aktien für Sie..... und Sie bekommen am Dienstag auch wieder welche von mir genannt....
...... es gibt durchaus gute Gründe, die ersten Papiere zu kaufen.