Mercedes und Roll Royce made in China
Investors Daily zum Thema Global Anlegen
vom 12. Mai 2005 18:00 Uhr
ENL5454
*** "Ich bin auch weiterhin überrascht, wie sich die Muster der Zeit nach der Blase in Japan und in Amerika ähneln", schreibt Stephen Roach.
"Fünf Jahre nachdem die Blase am amerikanischen Aktienmarkt geplatzt ist, folgt die NASDAQ dem Nikkei nach der Blase immer noch dicht auf den Fersen. Ist das eher ein Zufall oder tatsächlich eine sichtbare Manifestation einer sich in die Länge ziehenden Ausschüttung der Gefahren nach der Blase? Ich bin mir vollständig bewusst, wie heikel diese Frage ist. Jeder – ob Anleger oder der sich erholende DotComer, Meinungsmacher oder Politiker – scheint vereint in der Überzeugung, dass man diese Möglichkeit als Blasphemie bezeichnen müsste."
Vor drei Jahren waren die Parallelen zwischen dem damaligen Währungsmarkt und dem von Japan vor zehn Jahren so auffällig und alarmierend, dass ich nicht aufhören konnte, davon zu reden. Ich habe die Leser des Newletters damit gelangweilt ... dann habe ich ein Buch darüber veröffentlicht um noch Tausende mehr langweilen zu können.
Damals schien es mir, dass es wert sei, sich darüber Sorgen zu machen. Das scheint es mir immer noch. Meine Vermutung ist immer noch die gleiche: Dass die amerikanische Wirtschaft der japanischen auf einem langwierigen, weichen Sturz folgt. Aber anders als die Japaner können sich die Amerikaner so etwas nicht leisten. Die Fed hat zu viele Amerikaner zu stark in die Selbstzerstörung gelockt. Wenn die Kreditexpansion endet – und das muss sie irgendwann – werden die Amerikaner Pleite machen. Die Hypothekenforderungen werden geltend gemacht. Dann werden sie so laut heulen, dass die Fed in Panik geraten wird. Ben "Druckerpresse" Bernanke wird dann nach Argentinien deuten und er wird sagen: "Da ... das ist unsere letzte Rettung"
*** Merryn Somerset-Webb war nach ihrer Rückkehr aus Omaha noch zynischer als bei ihrer Abreise:
"Warren Buffett ist ein Betrüger", schreibt sie "Ich habe ihn beobachtet. Er hat kaum je Cola getrunken. Und ich kann nicht glauben, dass er in Omaha lebt. Es gibt dort gar nichts. Jeder schwört, dass er in dieser Stadt lebt ... und dass er dort ins Cafe geht und so weiter. Der Taxifahrer hat mir sein Haus gezeigt, es sah aus wie ein gewöhnliches Haus. Und deshalb habe ich ihn genauso wie alle anderen gefragt: 'Haben sie Warren Buffet jemals mit eigenen Augen in der Stadt gesehen?' 'Nein', haben sie alle geantwortet. Die ganze Sache ist eine ausgefeilte Schwindelei. Er lebt in Laguna Beach und hält auch nur in der Öffentlichkeit eine Dose Cola in der Hand."
"Aus Sicht der europäischen Anleger muss es verrückt wirken, diese Aktien (von Berkshire Hathaway) zu kaufen. Buffett selbst würde sie nicht kaufen. Er sagt, dass der Dollar fallen würde. Und Berkshire ist nicht günstig. Wo ist der Wert?"
Buffett ist für viele Anleger ein Held. Merryn berichtet, dass während der Fragestunde ein Aktionär nach dem anderen aufstand, um den Mann zu preisen. Sie sagten so Dinge wie: "Ich danke ihnen für ihre Weisheit."
Aber ist Buffett auch wirklich weise oder hat er einfach nur Glück gehabt? Ich schätze beides. Er ist weise genug nichts wirklich Dummes zu tun. Er kauft gute Firmen zu vernünftigen Preisen. Er lässt sich nicht von Manien einfangen. Er hat in den 90ern die Technologieaktien gemieden ... er fährt nicht bei der Immobilienblase mit. Ihm ist auch die Blase beim amerikanischen Kredit aufgefallen und er hat sich geschützt indem er beim Dollar ausgestiegen ist.
Auf der anderen Seite gibt es viele Anleger, die sich mit den Prinzipien von Benjamin Graham auseinandergesetzt haben. Viele von ihnen sind genauso clever. Einige haben bessere Leistungen vorzuweisen – allerdings in kleinerem Rahmen.
"Ja", sagt Merryn "aber wenn man schon alles daran setzt, so viel Geld zu verdienen, dann sollte man sich wenigstens bemühen, es auch mit Stil auszugeben."
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