Meine Heldin
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 9. Juni 2009, 09:20 Uhr
ENL5454
Meine Heldin, Angela Merkel, schaffte es vergangene Woche auf die Titelseiten der Nachrichten. Sie stach aus allen Wirtschaftswissenschaftlern, Politikern und Zentralbankern der Welt hervor - und machte ihnen die Hölle heiß.
"Was andere Zentralbanken getan haben, muss rückgängig gemacht werden. Aber ich mir nicht sicher, welches Ausmaß die Maßnahmen der Zentralbank und die Art, wie die Bank of England ihre eigene Linie in Europa durchgeführt hat, haben", sagte sie bei einer Konferenz in Berlin.
„Selbst die europäische Zentralbank hat sich irgendwie dem internationalen Druck gebeugt, als sie die gedeckten Anleihen gekauft hat."
„Wir müssen wieder zu einer unabhängigen und vernünftigen Geldpolitik zurückkehren, andernfalls werden wir in zehn Jahren wieder da sein, wo wir heute sind."
Gut gemacht!
„Diese Dame ist aktuell die einzige Person unter all unseren Mächtigen und Berühmten, an die sich die Steuerzahler der westlichen Welt noch wenden können, in der Hoffnung auf die Wahrung ihrer Interessen", heißt es von einem Autoren der Financial Times.
Die professionellen Wirtschaftswissenschaftler und die Presse hat natürlich mit dem üblichen Geschwätz darauf reagiert.
„Frau Merkels Einschreiten könnten ein politischer Trick sein und wird vermutlich zu nichts führen", heißt es auf der Titelseite der Financial Times. „Aber es ist trotzdem schädlich..."
Bloomberg berichtet:
„Ben Bernanke, der Vorsitzende der amerikanischen Zentralbank, sagte am Mittwoch, dass er Frau Merkel „höflich widersprechen" wolle, hinsichtlich ihrer jüngsten Kritik an den Bemühungen der Zentralbank und anderer Banken zur Stabilisierung der Wall Street und des Bankensystems."
„Die Vereinigten Staaten und die Ökonomien der Welt, darunter auch Deutschland, stehen einer außergewöhnlichen Kombination einer Finanzkrise gegenüber, so wie wir sie seit der Weltwirtschaftskrise nicht mehr erlebt haben. Hinzu kommt eine sehr ernste Rezession", sagte Bernake den Politikern am Mittwochmorgen bei einer Anhörung vor dem Haushaltskomitee, nachdem er gebeten wurde, auf die Anmerkungen der Kanzlerin zu reagieren. „In diesem Kontext gehe ich davon aus, dass deutliche Maßnahmen sowohl von fiskalischer als auch von monetärer Seite, gerechtfertigt sind."
„Ich bin mit den politischen Maßnahmen zufrieden, die die amerikanische Zentralbank eingeleitet hat", sagte Bernanke am Mittwoch. „wir sind zuversichtlich, dass wir diese Maßnahmen zu einem geeigneten Zeitpunkt wieder verlassen können, ohne dass das inflationäre Folgen hätte."
Ha! Das ist die Frage. Genauso wie Bill Gross gehe ich nicht davon aus, dass die Vereinigten Staaten ihre inflationsverursachenden Positionen verlassen können. Man will nicht zu früh handeln, das ist die Lektion, die Bernanke glaubt, von den Japanern gelernt zu haben. Und dann, wenn er irgendwann doch zur Tat schreitet, dann wird es zu spät sein. Selbst wenn man diese Positionen dann verlassen will, werden die Winde des Marktes in die entgegengesetzte Richtung wehen. Die Anleihenkurse werden fallen - die Inflation wird dafür verantwortlich sein. Die Regierung wird dann nicht noch weitere Anleihen in einen fallenden Markt abwerfen wollen.
Und dann werden die Trader -ganz besonders die Unternehmen der Wall Street, die heute subventioniert werden - die Situation für sich ausnutzen. Die Folge wird sein, dass die Regierung gewaltige ungedeckte Positionen bei den Anleihenerträgen haben wird. Wenn die Erträge steigen, dann werden sie das abdecken müssen... und die gerissenen Trader überall auf der Welt werden das wissen. Sie werden daran festhalten... und die Anleihen verkaufen, noch vor den gewaltigen Verkäufen der Regierung.
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