Meine Einschätzung zu Gold
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Rohstoffe
vom 14. August 2008, 12:00 Uhr
ENL5462
Heutiges Thema: Edelmetalle.
Die sind in den letzten Wochen bekanntlich nach unten gerauscht, Gold z.B. von etwa 960 Dollar im Juni auf 800 Dollar.
Damit sind wir wieder beim vorgestrigen Thema, dem Dollar: Denn es war in erster Linie der starke Dollar, welcher die Edelmetalle fallen ließ.
Denn beide korrelieren ziemlich stark, und zwar negativ: Je stärker der Dollar, desto schwächer der Goldpreis. Oder, anders ausgedrückt: Gold ist für Dollar-Besitzer ein gutes Wert-Aufbewahrungsmittel. Denn wenn der Dollarkurs fällt, dann steigt der Goldpreis (in Dollar).
Ich bin seit einigen Jahren Gold- und Silber- und auch Platinbulle. (Bei meinem Börsendienst „Rohstoff Signale" habe ich natürlich zahlreiche entsprechende Scheine empfohlen.) Wie verträgt sich das mit der derzeitigen Korrektur?
Ich bin weiter Edelmetall-Bulle. Klar, in so einer Phase gibt es böse Emails...der Art „Warum haben Sie das nicht vorausgesehen, und warum sind wir nicht rechtzeitig short gegangen."
Dazu kann ich nur sagen: Die Edelmetallpreise sollten steigen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie das auch wieder werden. Aber Korrekturen gibt es eben immer wieder. Punkt.
Glauben Sie denn ernsthaft, dass das Thema „Inflation" nun durch ist? Dann wäre es wirklich Zeit, Goldbär zu werden. Doch das glaube ich nicht. Oder glauben Sie ernsthaft, dass der Dollar nun nachhaltig gegenüber dem Euro durchstartet? Ich glaube das nicht. Siehe dazu mein gestriger Beitrag (zum US-Außenhandelsdefizit).
Außerdem finde ich: Gold zu kaufen bedeutet zu wetten, dass die Zentralbanker der Welt heute nicht schlauer sind als in den Tagen Ludwigs XV. oder der Weimarer Republik. Darauf wette ich jederzeit.
Und dann noch ein Punkt: Gold hat ab diesem Monat die Saisonalität auf seiner Seite. Im Durchschnitt der letzten 3 Jahrzehnte war die zweite Jahreshälfte für Gold signifikant positiv. Das begann meistens ungefähr Mitte August.
Und, was haben wir gerade? Eben.
Gold würde ich also derzeit eher kaufen als verkaufen.
Achja, noch etwas...siehe dazu das heutige „Zitat des Tages".
Bis zum nächsten Mal,
Ihr
Michael Vaupel
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