Mein Mittagessen mit Ben Bernanke
Investoren Wissen
vom 01. Februar 2007 16:00 Uhr
ENL5454
Von Mark Skousen
„Ben Bernanke ist meine erste Wahl als Vorsitzender der Fed, weil er das nötige Temperament für den Vorsitz der Fed besitzt. Er ist vorsichtig, handelt überlegt und neigt nicht zur Panik.“Arthur B. Laffer, Laffer Associates
Lieber Leser,
Letztes Wochenende nahm ich am Treffen der American Economic Association in Chicago teil. Und ich hatte das Glück, mit dem Vorsitzenden der Fed Ben Bernanke zu Mittag essen zu können. .. Er besprach keine Fragen bezüglich der aktuellen Fed-Politik, wie z.B. die Zinssätze, aber er redete viel beim offiziellen Gesprächs während des Essens.
Scheinbar war das Thema: „Die Zentralbank und die Bankenüberwachung in den USA“, aber zwischen den Zeilen wurde klar, dass Bernanke besorgt über einen vor uns liegenden "Finanzsturm" war...
In seiner Rede verwendete er Begriffe wie „Krise“, „Risiko“, „Panik“, „Bedrohungen“, „Streß“ und ähnliche Worte 36 mal.
Wir wissen vom letzten Fed Meeting, dass die „Fed Governors“ sich besorgt über den rückgängigen Immobilienmarkt zeigen. Und das sollten sie auch sein, nachdem sie den „irrationalen Überschwang“ der Immobilien ankurbelten, indem sie 2004 die Zinsen auf 1 % senkten.
Aber angesichts des guten Arbeitsmarktberichtes vom Freitag bezweifle ich, dass die Fed Zinsen senkt, solange keine Krise welcher Art auch immer tatsächlich vorliegt, welche mehr Liquidität und geringere Zinssätze benötigen würde.
Bauen Sie sich ihr eigenes „Finanzkrisenzentrum“ auf
Beim Essen sagte uns Bernanke, dass die Fed ein „Krisenzentrum“ geschaffen habe, um potentielle globale Finanzprobleme zu antizipieren und zu handeln, falls sie auftreten sollten. Was sind die Krisenszenarien?
- Eine Dollarkrise, wie Paul Volcker eine für den Beginn des 21. Jahrhunderts angenommen hat
- Eine Nichtdollarkrise in Asien, Europa oder Latein-Amerika (Schatten der Asiatischen Währungskrise 1997)
- Ein Immobiliencrash
- Ein großer Terroranschlag auf ein Finanzzentrum wie New York, London oder Tokio.
- Ein schneller Anstieg der Inflation.
Nach Bernankes Rede sprach ich mit Robert Shiller, Professor der Yale Universität, dem Autor von „Irrationaler Überschwang“, darüber und er sagte, es sei eine wichtige Rede gewesen. Er sagte, sie zeige, dass die Fed ihren Job mache, nämlich uns vor künftigen Finanzkrisen zu schützen.
Weder Bernanke noch Shiller denken, dass eine Krise „imminent“ sei, aber wir müssen auf das Unerwartete vorbereitet sein. Bernanke selbst enthüllte die verschiedenen Maßnahmen der Fed: Kauf von Regierungsanleihen, Gewährung von Überziehungskrediten und anderen kurzfristigen Krediten an Banken, Währungs-Swaps (um den Dollar zu stärken) und „securities lending“, d.h. Verleihen von Geld an Institutionen, damit diese Aktien kaufen.
Wie sollten sich Investoren auf eine erneute Finanzpanik vorbereiten? Der gute Abverkauf bei Öl, Gold und anderen Rohstoffen ist ein positives Zeichen, dass Inflationsängste abflauen. Trotzdem empfehle ich uns allen, ein eigenes „Finanzkrisenzentrum“ zu schaffen. Investieren Sie in ein paar Gold- und Silbermünzen, Rohstoff ETFs , Geldmarktfonds und in Cash. Aber lehnen Sie sich nicht zu weit aus dem Fenster. Absicherung ist wertvoll, wenn Sie sie haben, aber zu viel Absicherung ist teuer und unnötig. Zur Zeit empfehle ich Ihnen, nicht mehr als 10 % in Rohstoffe zu investieren.
Viel Erfolg
Mark