Mehr Regierung ist nicht gleich mehr Wachstum
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 3. März 2010, 07:30 Uhr
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Vor einigen Jahren war es mir noch eine große Freude, mich über die Finanzindustrie zu amüsieren. Ihre Annahmen waren absurd und schockierend. Die Täuschungen raubten einem den Atem. Die Führung war begriffsstutzig und betrog.
Aber die Finanzindustrie hat sich selbst in den Jahren 2007-2009 in die Luft gejagt. Was bleibt mir jetzt noch?
Die Regierung! Sie tut genau das Gleiche... macht die gleichen Fehler (nur noch schlimmer)... und sie arbeitet hart daran, sich selbst in die Luft zu jagen.
Im Grunde genommen ist es vorbei", sagt Charlie Munger. Warren Buffetts Partner geht davon aus, dass die glorreichen Tage der amerikanischen Wirtschaft bzw. des amerikanischen Imperiums hinter uns liegen. Er hat dies in einer von ihm als Parabel" bezeichneten Darstellung im Slate Magazin ausgeführt.
Ein Drahtseilakt?
Das bringt Munger in direkten Widerspruch zu all denjenigen Wirtschaftswissenschaftlern, Bankern, Politikern und Experten, die denken, dass sie besser abschneiden können, als die Finanzindustrie. Martin Wolf sagt in der Financial Times, die Herausforderung bestünde darin, sich auf dem Drahtseil" zwischen einem zu hohen Stimulus und einer zu frühen Rücknahme der Stimuli zu bewegen.
Richard Koo und Paul Krugman gehen davon aus, dass die Regierungsvertreter der Wirtschaft ein noch viel umfangreicheres Konjunkturprogramm geben müssen, um die Kräfte der Flaute ausgleichen zu können.
Die meisten Leute denken, dass sich die Wirtschaft schon irgendwie durchmogeln wird... dank all der Genies, die im Finanzministerium und bei der amerikanischen Zentralbank arbeiten.
Die können weiterträumen. Die Wirtschaft mag sich durchmogeln oder auch nicht. Aber wenn die Wirtschaft es schafft, sich aus dieser Krise herauszuziehen... dann wird das trotz dieser groben Zentralplaner passieren, die der Wirtschaft sagen, was sie zu tun hat... und nicht deswegen.
Soweit ich aus den Nachrichten entnehmen kann, befinden wir uns immer noch in einer Krise - d.h. in einer deflationären Schrumpfung. Sie werden viele widersprüchliche Statistiken und Analysen in den kommenden fünf bis zehn Jahren sehen. Sie werden kein wirkliches Wachstum finden... nicht solange die Schulden in nennenswerter Weise abgeschrieben wurden, die Kosten reduziert wurden und ein neues Wirtschaftsmodell gefunden wurde. Das Wachstum", das wir gerade sehen, ist weitestgehend trügerisch, eine Illusion und eine attraktive Lästigkeit. Nun, wir werden später dafür bezahlen müssen.
Um es anders auszudrücken: wir werden kein echtes Wachstum zu sehen bekommen, ehe es nicht etwas Solides gibt, worauf dieses Wachstum aufbauen kann - ein neues Fundament der geringeren Kosten und der weniger zahlreichen Blutegel.
Ja, liebe Leser, das Problem ist kein Liquiditätsproblem. Es ist ein Bankenproblem. Es ist noch nicht einmal ein Schuldenproblem. Das größere Problem ist, dass die amerikanische Wirtschaft - und das gleiche könnte man auch über Japan sagen... oder das Vereinigte Königreich... Italien... und viele andere Gegenden - zu teuer, zu rigide und zu stark von Zombies besetzt ist.
Munger hat Recht. Zumindest hat er Recht, wenn er sagt, was bislang passiert ist. Die Finanzindustrie hat das Land in ein Casino verwandelt... und zu viele Menschen verlieren ihr Geld.
Ich weiß nicht, was im zweiten Teil von Mungers Parabel passiert. Ich konnte die zweite Seite des Artikels nicht auf meinen Monitor bekommen. Er ist jedoch ein kluger Kopf. Ich bezweifle, dass ihm die Rolle der Regierung entgangen ist. Zum einen hat sich der Privatsektor selbst mit Schulden überfrachtet. Jetzt ist die Regierung an der Reihe.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Robert Rischmann (03.03. 2010 11:04 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, mit diesem Artikel haben Sie es geschafft, die sogenannte \"Finanzkrise\" auf den Punkt zu bringen. Zu kommentieren gibt es hierzu nichts - es ist so !!! Freundl. Gruss R. Rischmann
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