Medienschau im Insider Daily: Bayer, Sony, Hypo Real Estate und Krones
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 29. Oktober 2008, 10:00 Uhr
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
auch wenn die Kurskapriolen der Volkswagen-Aktie derzeit die Medien beherrschen wie kein anderes Thema, gibt es auch von anderen börsennotierten Unternehmen Neuigkeiten zu vermelden. Wir haben Berichtssaison und so werfen wir heute mal einen Blick auf die "anderen".
Bayer: Umsatz wächst leicht, Gewinn sinkt, Prognosen bestätigt
Den Anfang machen wir mit den Q3-Ergebnissen von Bayer, die bei den Aktionären wohl gemischte Gefühle ausgelöst haben dürften. Der Pharma- und Chemiekonzern hat eigenen Angaben zufolge im dritten Quartal auch wegen anhaltend hoher Rohstoffkosten operativ weniger verdient. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie vor Sondereinflüssen sei im vergangenen Quartal binnen Jahresfrist um 4,2 Prozent auf 1,49 Mrd. Euro gesunken. Analysten hatten im Durchschnitt mit 1,53 Mrd. Euro gerechnet. Der Konzernumsatz konnte im Zeitraum von Juli bis September jedoch um 2 Prozent auf 7,95 Mrd. Euro zulegen.
An seinem Geschäftsausblick für dieses Jahr hält der Leverkusener Konzern dennoch fest. Für das Gesamtjahr rechnet Bayer wie bisher mit einem währungsbereinigten und um Zu- und Verkäufe bereinigten Umsatzplus von mehr als 5 Prozent. Das bereinigte Ebitda soll 2008 zulegen und die operative Umsatzrendite erhöht werden. Im vergangenen Geschäftsjahr lag die bereinigte Ebitda-Marge bei 20,9 Prozent.
Die Aktie des DAX-Wertes konnte heute in den ersten Handelsminuten um knapp 10 Prozent zulegen und notiert aktuell bei 42,12 Euro. Damit hat der Chemiekonzern einen aktuellen Börsenwert von gerade mal 32 Mrd. Euro, das entspricht ziemlich genau dem Umsatz aus dem voran gegangenen Geschäftsjahr. Das geschätzte 2008er KGV liegt nur noch bei 10. Daran sieht man sehr deutlich, wie stark namhafte Konzerne wie Bayer aktuell an der Börse unterbewertet sind.
Sony: Drastischer Gewinneinbruch
Etwas dramatischer sieht es da für den japanische Elektronik-Riesen Sony aus. Der Konzern hat im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch von 90 Prozent erlitten. Schuld an diesem heftigen Rückgang sei vor allem der Anstieg des Yen im Zuge des weltweiten Konjunkturabschwungs, der das Geschäft mit Digitalkameras belastet. Der operative Gewinn fiel auf 11 Mrd. Yen (89 Mio. Euro) nach 112 Mrd. Yen vor Jahresfrist.
Der Gewinneinbruch war jedoch von den Experten erwartet worden, nachdem der Elektronikgigant bereits in der vergangenen Woche seine Jahresprognose um fast 60 Prozent zusammengestrichen hatte und dabei ebenfalls auf den stärkeren Yen und die schwächere Nachfrage nach Digitalkameras verwiesen hatte. Die Aktionäre nahmen es dementsprechend gelassen. Die Aktie hatte ja bereits in den vergangenen Monaten mehr als 50 Prozent an Wert verloren und konnte heute bereits in den ersten Handelminuten um rund 1,5 Prozent zulegen.
Krones steuert auf neuntes Rekordjahr zu
Während so manches Unternehmen sich aktuell gezwungen sieht, die Jahresprognosen zusammenzustreichen, gibt es hier und da Unternehmen, die sich auf ein Rekordjahr freuen können. Dazu zählt unter anderem auch die Krones AG. Der Hersteller von Getränkeabfüllanlagen steht auch nach neun Monaten zu seinen Jahreszielen und sieht sich laut aktuellen Medienberichten auf dem besten Weg, "das neunte Rekordjahr bei Umsatz und Gewinn in Folge zu erreichen". Der Umsatz soll weiter um bis zu 10 Prozent auf mehr als 2,3 Mrd. Euro steigen. Die Vorsteuer-Marge soll die 7,1 Prozent des Vorjahres übertreffen.
Doch für 2009 wird auch Krones angesichts der Auswirkungen der Finanzkrise auf die Weltwirtschaft vorsichtig. Eine "relativ sichere Prognose" sei für das Geschäftsjahr 2009 "seriös nicht machbar". Man gehe aber davon aus, dass nach einer möglichen Delle im ersten Halbjahr 2009 im zweiten Halbjahr 2009 wieder mit einem geringen Wachstum gerechnet werden kann, so ein Unternehmenssprecher. Langfristig hat sich Krones selbst zum Ziel gesetzt, den Umsatz pro Jahr aus eigener Kraft um mindestens zwischen 5 und 10 Prozent zu steigern.
Die Krones-Aktie konnte bereits seit Montag deutlich zulegen. Das Kursplus beläuft sich mittlerweile auf insgesamt etwas mehr als 10 Prozent.
Hypo Real Estate greift nach Staatshilfe-Milliarden
Langsam aber sicher weicht auch in Deutschland die Scheu angeschlagener Banken vor der Nutzung des angeboten staatlichen Rettungspakets. Bundesfinanzminister Steinbrück hatte ja wiederholt die Banken dazu angehalten die Hilfe nun auch in Anspruch zu nehmen. Nun hat die angeschlagene Münchener Immobilienbank Hypo Real Estate beim Finanzmarktstabilisierungs-Fonds der Bundesregierung die Garantie einer Liquiditätsbereitstellung über 15 Mrd. Euro beantragt.
Wie der Münchener Konzern in der Nacht zum Mittwoch weiter mitteilte, soll das Geld dazu dienen, den kurzfristigen Liquiditätsbedarf des Unternehmens zu sichern, bis die Verhandlungen mit einem Bankenkonsortium, der Bundesbank und dem Bundesfinanzministerium über ein Anfang Oktober vereinbartes separates Rettungspaket im Umfang von 50 Mrd. Euro abgeschlossen sind. Nach der Bayerischen Landesbank ist die Hypo Real Estate damit die zweite deutsche Bank, die sich unter den Schutzschirm des Bundes begibt. Die Börsianer scheint dieser Schritt zu beruhigen, denn die Aktie legt heute im frühen Handel um gut 10 Prozent auf aktuell 5,36 Euro zu.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.
Ihre
Cindy Bach