Medienschau: Deutsche Lufthansa und Aurubis
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Dax 30
vom 9. Februar 2011, 14:30 Uhr
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ab heute wollen wir Ihnen in einer mehrwöchigen Reihe die Musterdepots von verschiedenen Börsenbriefen vorstellen. Welche Werte haben die Börsenprofis aktuell in ihrem Depot, welche Performance konnten sie bisher damit erzielen und welches Potenzial trauen sie diesen Aktien noch zu? Antworten auf diese Fragen werden Ihnen meine Kollegin Natalin Grom und ich ab sofort in dieser spannenden Serie "Musterdepot-Check - den Profis ins Depot geschaut" immer mittwochs beantworten. Den Anfang macht im anschließenden Kommentar Frau Grom mit der Analyse des Depots der "Platow-Börse".
Doch zunächst wollen wir uns einen kurzen Überblick über die neuesten Meldungen vom Börsenparkett verschaffen.
Deutsche Lufthansa fliegt mehr Passagiere und mehr Fracht
Das milde Wetter und ein ausgeweitetes Flugangebot haben der deutschen Kranich-Airline im Januar einen kräftigen Anstieg im Passagier- und Frachtgeschäft beschert. Hatte im Vergleichzeitraum 2010 heftiger Schneefall in Europa zu zahlreichen Flugausfällen geführt, wuchs die Zahl der Passagiere bei den Flügen unter der Marke Lufthansa im Auftaktmonat 2011 um 17,4% auf 4,4 Mio., wie Europas größte Fluggesellschaft heute mitteilt. Die Konzerntöchter Swiss, Austrian Airlines (AUA) und British Midland (BMI) eingerechnet, legte die Zahl der Fluggäste um 11,7% auf 6,6 Mio. zu. Kleines Manko: Die Auslastung der Maschinen ging leicht um 0,7 auf 72,6% zurück.
Auch im Frachtgeschäft konnte die Lufthansa deutlich zulegen. Die Tochter Lufthansa Cargo beförderte im Januar 137.000 Tonnen Fracht und Luftpost, was einem Wachstum von 17,5% enstpricht. Konzernweit steigerte die Lufthansa die Frachtmenge um 16,8% auf 156.000 Tonnen. Doch auch hier ging es mit der Maschinenauslastung rückwärts, das Minus belief sich hier auf 1,2 Prozentpunkte auf 63%. Das Frachtaufkommen gilt als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung. Kein Wunder also, dass die Börsenakteure etwas „verschnupft" auf diese Ergebnisse reagieren. Die Aktie verliert bis zum frühen Nachmittag knapp 0,7% auf 15,82 Euro.
Etwas deutlicher fallen heute hingegen die Kursverluste bei Aurubis aus. Der in Europa führende Kupferkonzern und international führende Kupferrecycler verliert heute erneut knapp 2% auf 41,25 Euro, nachdem die endgültigen Q1-Zahlen aufgrund von Sondereffekten etwas schlechter ausgefallen waren als angenommen.
Aurubis: Sondereffekte verhageln Jahresauftakt - Ausblick optimistisch
Aurubis hatte seine Anleger Ende mit einem überraschenden operativen Verlust im ersten Quartal geschockt. Sonderlasten im Zusammenhang mit der Bewertung von Metallvorräten und ein Schaden im Werk Hamburg brachten demnach einen operativen Verlust vor Steuern (EBT) von 21 (Vorjahr +47) Mio. Euro. Insgesamt lag das EBT im Berichtszeitraum bei 135 (172) Mio. Euro. Der Umsatz kletterte insbesondere wegen rekordhoher Kupferpreise um 31% auf 2,732 Mrd. Euro. Der Kupferpreis schnellte im Vergleich zum Vorjahr um 30% auf durchschnittlich 8.634 Dollar je Tonne in die Höhe. Der Gewinn ging unterdessen um ein Fünftel auf 97 Mio. Euro zurück. Auch wenn Aurubis damit lediglich die vorab verbreiteten Eckdaten noch einmal bestätigte, ging es für die Aktie noch einmal bergab. Eine Chance, die so mancher Anleger noch zum Einstieg nutzen dürfte.
Wie der aktuellen dpa-Meldung zu entnehmen ist, würden sich diese belastenden Sondereffekte aus dem ersten Quartal im Verlauf des Geschäftsjahres jedoch weitestgehend egalisieren, so dass Europas größte Kupferhütte für das Geschäftsjahr 2010/2011 insgesamt optimistisch gestimmt sei. Das operative Jahresergebnis werde über dem entsprechenden Vorjahresergebnis erwartet. Die fundamentale Lage des Kupfermarktes spreche für eine Fortsetzung des Hochpreiszyklus. Und auch die Kupfernachfrage dürfte im Jahr 2011 die Produktion übersteigen.
Die Perspektiven seien aus Sicht von Aurubis weiter positiv. Die Erholung des Marktes für Kupferkonzentrate werde voraussichtlich auch in den nächsten Monaten andauern. Vor diesem Hintergrund sei mit einem deutlichen Anstieg der Schmelzlöhne unter langfristigen Verträgen zu rechnen. Bei den Altkupfer- und Recyclingmärkten sei insgesamt mit einer weiter positiven Entwicklung zu rechnen. Aurubis stellt mit 4.850 Mitarbeitern aus Kupfererz und Kupferschrott reines Kupfer her und verarbeitet es weiter zu Produkten für die Auto-, Elektro- und Bauindustrie. Der größte Kupfermarkt ist Asien und dort speziell China.
Ich wünsche Ihnen einen guten Tag.
Ihre
Cindy Bach
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dr Klaus Landfried (09.02. 2011 15:04 Uhr):
Hallo Frau Bach, heute nur zur Kranichlinie: der Deutschen Lufthansa. Sie schreiben vom milden Januar-Wetter. Das war tatsächlich soo mild, dass an vielen Tagen die Flüge auch der LH etwas verspätet waren oder gar ausfielen, weil...enteist werden musste. Und es am Einteisungmittel fehlte. Die LH ist eine sichere und vor allem, was die Gastfreundlichkeit an Bord der Maschine angeht, eine sympathische Linie, jedenfalls verglichen mit den vollgestopften alten Mühlen bei Ryan oder Easy Jet, die Flugäste als lästig ansehen, wenn sie nicht nackt kommen. Aber: was sich die LH gegenüber ihren "Senatoren" leistet, die ja nicht gerade wenig Geld für Ihren Status dagelassen haben, ist schon krass: ruft man auf der Senator-Line wg.einer Auskunft an, kann es einem passieren, dass man 10 und mehr Minuten (kostenpflichtig!) in der Warteschleife hängt, um manchmal auch noch zu hören: "alle unsere Leitungen sind derzeit belegt, versuchen Sie es später noch einmal..", und das nach manchmal 15 Min. Geht man auf das optionale Angebot ein, mit einer englischsprachigen Mitarbeiterin zu sprechen, passiert bei erneutem Anruf aber das Gleiche: Rauswurf aus der Warteschleife. Damit macht sich LH bei ihren besten Flug-Gästen keine Freunde. Natürlich kenne ich die Hintergründe: es wird an dem Personal gespart, das Kunden binden kann. Das gleiche am Senator/First Class Schalter in FraPort: auch hier immer mal wieder Warteschlangen von mehr als 6 Personen. Und die anderen Wartenden bestätigen einem dann, ja, das sei öfter so. Und man halte es für unzumutbar. Die netten Damen und Herren vor Ort geben sich jede Mühe, ihre Überlastung durch Freundlichkeit auszugleichen, aber 20 Min zum Einchecken am First-Schalter ist nicht das, was sich die LH leisten sollte. Wo hat denn das LH Management seinen Kopf? Die vielen feinen hochaggregierten Controller-Zahlen sagen nichts über die Attraktivität der Linie für den Kunden. Und der wird meist weniger die Mühe einer solchen Mitteilung auf sich nehmen wie ich hier, sondern einfach zur Konkurrrenz gehen. Und dann sieht der Kranich gerupft aus. Wäre doch schade. Sollte sich das bessern, kaufe ich auch LH-Aktien, vorher bestimmt nicht.
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