Medienschau: Apple, Starbucks, AMD und Schaeffler
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 22. Juli 2009, 14:30 Uhr
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wie erwartet hat Apple in der laufenden Berichtssaison gestern für positive Nachrichten auf den Börsenparkett gesorgt. Der Computer- und iPhone-Hersteller konnte im dritten Geschäftsquartal 2008/2009 einmal mehr der Wirtschaftskrise trotzen und überraschte die gespannte Analystenschar mit positiven Ergebnissen bei Umsatz und Gewinn. Auch der Ausblick auf das vierte Quartal konnte begeistern.
Der Nettogewinn stieg von 1,07 Mrd. auf 1,23 Mrd. Dollar (1,35 Dollar je Aktie). Der Umsatz kletterte dabei um 12 Prozent auf 8,34 Mrd. Dollar. Demgegenüber hatten Analysten mit einem Gewinn von lediglich 1,17 Dollar pro Anteilschein bei einem Erlös von 8,16 Mrd. Dollar gerechnet.
Für das vierte Quartal gab Apple-Finanzchef Peter Oppenheimer eine Gewinnspanne von 1,18 bis 1,23 Dollar je Aktie bei Erlösen von 8,7 Mrd. bis 8,9 Mrd. Dollar zum Ziel aus. Analysten hatten für das Apple-Schlussquartal einen Gewinn von 1,17 Dollar pro Anteilschein und einen Erlös von 8,16 Mrd. Dollar vorhergesagt. Im nachbörslichen amerikanischen Handel zog die Apple-Aktie um 4,6 Prozent auf 158,40 Dollar an. Im deutschen Handel legte die Aktie heute um 4,19 Prozent auf 110,70 Euro zu.
Starbucks schafft den Break Even
Auch US-Kaffee-Spezialist Starbucks sorgte für gute Laune an der Wall Street. Die weltgrößte Kaffeehauskette macht auf ihrem Sanierungskurs Fortschritte und ist wieder deutlich in den schwarzen Zahlen. Durch scharfe Einschnitte bei Jobs und Kosten verdiente der amerikanischen Konzern im dritten Geschäftsquartal knapp 152 Mio. Dollar. Ein Jahr zuvor war noch ein Verlust von knapp 7 Mio. Dollar angefallen. Der Umsatz fiel allerdings nochmals um fast 7 Prozent auf 2,4 Mrd. Dollar, wie Starbucks gestern nach Börsenschluss bekannt gab. Dennoch lag das Unternehmen mit seinem Umsatz knapp über den Erwartungen der Analysten, der Gewinn übertraf sie klar.
Die Aktie stieg nachbörslich um rund 10 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr 2008/2009, welches am 30. September endet, rechnet Starbucks mit einem Gewinn je Aktie von 0,44 bis 0,45 Dollar. Um Sondereffekte bereinigt soll er bei 0,74 bis 0,75 Dollar liegen und damit höher als von Experten zuletzt erwartet.
AMD: Es kriselt gewaltig beim Chip-Riesen
Weniger rosig sieht es hingegen aktuell bei AMD aus. Der kriselnde amerikanische Chipbauer hat seinen Verlust im zweiten Quartal zwar verringern können, das Minus fiel aber noch immer weit höher aus als erwartet. Der Umsatz des weltweit zweitgrößten Herstellers von PC-Chips brach überdies erneut ein.
Unter dem Strich stand im zweiten Quartal ein Minus von 330 Mio. Dollar. Ein Jahr zuvor hatte der größte Rivale von Branchenprimus Intel auch durch hohe Einmalbelastungen noch fast 1,2 Mrd. Dollar Verlust gemacht. Der Umsatz sank um 13 Prozent auf knapp 1,2 Mrd. Dollar. Bei Intel war das Geschäft dagegen zuletzt stärker angesprungen als erwartet. Das hatte Hoffnungen auf eine Erholung der Branche genährt. Nun dieser herbe Rückschlag. Die Aktie von AMD stürzte gestern im nachbörslichen amerikanischen Handel ab.
Im Kampf zwischen AMD und Intel hatte die EU kürzlich gegen Intel eine Rekordbuße von fast 1,1 Mrd. Euro verhängt. Intel hat nach Ansicht der EU-Kommission AMD durch illegale Rabatte in der Computerbranche unerlaubt ausbremsen wollen.
Schaeffler will 10 Mrd. Euro für operatives Geschäft
Werfen wir zum Schluss noch einmal einen kurzen Blick nach Deutschland. Hier sind die Meldungen der Konzerne aktuell eher von Machtkämpfen als von guten Zahlen geprägt - Machtkämpfe wo man hinschaut: Ob Opel und Magna/RHJ, Porsche und VW oder Schaeffler und Conti. Im Fall der letzten beiden Streithähne ist nun neues Salz in die Wunde gestreut worden, und zwar von Schaeffler.
Aktuellen Medienberichten zufolge, soll sich Schaeffler Conti nun zu einem "Spottpreis" von 10 Mrd. Dollar zum Kauf angeboten haben. Dieser Wert sei völlig unrealistisch, schrieb Conti-Chef Karl-Thomas Neumann daraufhin an Schaeffler. Conti-Aufsichtsräte teilen diese Meinung. "Dieser Wert scheint mir für Schaeffler im höchsten Maße übertrieben, gerade in diesen Zeiten", sagte ein Aufsichtsrat.
Der Kauf von Schaefflers operativem Geschäft durch Conti zählt zu den zwei Zukunftskonzepten, die Vorstandschef Neumann dem Conti-Aufsichtsrat am 30. Juli präsentieren will. Conti dringt darauf, dass in der Hängepartie um die Zusammenführung der zwei hoch verschuldeten Konzerne eine Entscheidung fällt.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag.
Ihre
Cindy Bach
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