MDax, SDax und Dax im technischen Überblick
Ronald Gehrt in DAX Daily
vom 12. Dezember 2006 08:30 Uhr
ENL5462
MDax: Gelassen vor neuen Rekorden
Nur noch knapp ein Prozent bis zum Allzeithoch des MDax. In relativ beschaulichem Tempo geht es aufwärts – doch das muss kein Nachteil sein. So bliebe dem MDax zumindest ein solch extremer Kurseinbruch wie im Mai/Juni erspart, der vor allem ein Resultat viel zu sorgloser Käufe und einer in der Konsequenz klar überhitzten Markttechnik war.
Sollte dem Index nun ein Ausbruch in Richtung der „magischen“ 10.000 gelingen, sollte zumindest diese runde Marke durchaus erreichbar sein. Allerdings, und das unterstreicht der Wochenchart, müsste dies ohne eine größere Seitwärtsbewegung erfolgen, denn die klar seitwärts gedrehte Markttechnik macht klar, dass die geringere Aufwärtsdynamik auch ein Risiko birgt, wenn die Kurse erst einmal langsam ins Rutschen geraten sollten.
SDax: Großer Zulauf
Was im SDax als erstes ins Auge sticht ist weniger, dass er sich in stabilen kurz-, mittel- und langfristigen Aufwärtstrends seinen bisherigen Allzeithochs nähert. Es ist eine Stochastik auf Wochenbasis bei 95% - ein extrem überkauftes Niveau, welches der Indikator nun schon seit mehreren Wochen indiziert.
Vor allem aber ist es das massive Anspringen der Umsätze. Der SDax wurde - besonders seit Anfang Oktober - der Investoren liebstes Kind. Das birgt natürlich die Gefahr plötzlicher und weit reichender Rückschläge, denn wenn alles und jeder in diesen Markt strömt ist der Zeitpunkt nicht mehr allzu fern, an dem dem Markt die Käufer ausgehen oder die Marktteilnehmer das Bewusstsein für die Risiken verlieren – hier ist langsam Vorsicht am Platze!
Dax: In stabilen Schienen
Der Dax rutschte zwar in den vergangenen Wochen aus seinem steilen, kurzfristigen Aufwärtstrendkanal heraus, bleibt aber auf Wochenbasis in einem stabilen Korsett oberhalb seiner Mai-Hochs und innerhalb des breiten 2003-Aufwärtstrendkanals. Wenn in den kommenden Tagen keine Störfeuer seitens Dollar, Öl oder Wall Street kommen sollten, ist auch ein Anlauf an die obere Begrenzung des Kanals bei ca. 6.850 in den nächsten zwei Monaten denkbar. Allerdings bedarf es dazu wie gesagt eines optimalen Umfelds, daher:
FAZIT UND EMPFEHLUNG:
Langfristig orientierte Anleger sollten in der aktuellen Situation abwarten. Wenngleich die Chancen für steigende Kurse bis zum Jahresende gut sind, lohnt doch angesichts des trotz allem beschränkten, verbleibenden Aufwärtspotenzials der Einstieg nicht ... denn die nicht ausbleibende Bereinigung der Märkte (sprich die überfällige Abwärtskorrektur) dürfte die Größenordnung möglicher kurzfristig möglicher Kursgewinne übersteigen. Es dürften binnen der kommenden zwei, drei Monate günstigere Einstiegskurse kommen!
Kurzfristig ausgerichtete Anleger können mit sehr kleinen Positionen auf eine Jahresendrallye setzen ... und enge Stopps nicht vergessen. Aber Vorsicht vor Dienstag Abend – die US-Notenbank könnte das aktuell wieder aufgehellte Bild ruinieren!
Kurzfristige Widerstände: 6.475, danach obere Begrenzung des März 2003-Haussekanals.
Kurzfristige Unterstützungen: 6.300, 6.160/6.140
Viel Erfolg!
Ronald Gehrt
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