MDax, SDax und Dax im Chart
Axel Retz in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 04. September 2006 08:30 Uhr
ENL5454
Mit dem heutigen US-Feiertag Labor Day endet in den Staaten offiziell die Urlaubszeit. Vielleicht lag es ja an ihr, dass die Wall Street-Rallye der vergangenen fünf Wochen von sukzessiv nachgebenden Umsätzen begleitet wurde.
Technisch ist einer solch umsatzschwachen Kursbewegung (egal ob nach oben oder unten) immer mit Skepsis zu begegnen. Grund genug, MDax, SDax und Dax heute einmal in ihrer kurzfristigen Ausgangslage zu beleuchten:
MDAX: Gemischte Signale
Charttechnisch setzt sich im MDax die auf den im Mai gestarteten Abwärtsschub eingeleitete Aufwärtsbewegung weiter fort. Positiv ist zweifellos, dass der Index dabei jetzt wieder 200- und 50-Tage-GD nach oben durchbrechen konnte.
Allerdings hängt der Kurs nun an einem waagerechten Widerstand fest, der m. E. nicht ohne weiteres zu überwinden ist.
Wie auch im SDax und im Dax fällt auch der deutsche MidCap-Index durch eine ausgeprägte Momentumschwäche auf. Denn der Indikator kann den Kursgewinnen des Index nicht mehr nach oben folgen (so genannte negative Divergenz). Das stelltz jedoch lediglich einen Warnhinweis, aber noch kein Verkaufssignal dar.
SDAX: Am Widerstand
Ebenso wie der MDax ist nun auch der SDax an einen charttechnischen Widerstand hochgelaufen. Wenn Sie einwenden, dass die von mir seit dem Oktobertief eingezeichnete Aufwärtsgerade doch auch „Zufall" sein könnte und es sich dabei nicht um einen ernst zu nehmenden Widerstand handele, kann ich Ihnen nicht widersprechen: Es wird sich erst noch zeigen, ob diese Gerade von Bedeutung ist. Kann der SDax sie nach oben durchbrechen, ist der Weg frei in Richtung 4.930.
Markttechnisch fällt im Tageschart auch hier das nur schleppend verlaufende, mit einem Stand über 100 aber weiter auf der bullishen Seite verharrende Momentum auf.
DAX: Wall Street-abhängig
Dünne Umsätze und eine verhungerne Volatilität bestimmten das Kursverhalten des Dax während der vergangenen Handelstage. Angesichts der feiertagsbedingten Abwesenheit der US-Börsianer dürfte sich daran heute wohl kaum etwas ändern, wobei der Dax etwas von den positiven Marktdaten aus Tokio profitieren könnte.
Technisch hat sich der Index jetzt in ein dichtes Widerstandsnest vorgewagt, von dem aus es nun entweder bald auf neue Jahreshochs oder aber deutlich nach unten (und dann vermutlich auf neue Jahrestiefs) gehen sollte.
Ausschlaggebend bleibt hierfür nach wie vor das Geschehen an der Wall Street, die in dieser Woche wieder einige zinssensible Konjunkturdaten zu verdauen hat.
Umsätze und Momentum treten beim Dax auf der Stelle. Schafft der Dax den Sprung über 5.900, sollten beide idealerweise anziehen – und damit weitere Kursgewinne signalisieren.
FAZIT UND EMPFEHLUNG: Langfristig orientierte Investoren können jetzt an einen Wiedereinstieg bzw. Zukauf kleinerer Positionen denken, behalten aber wie am Freitag ausgeführt angesichts des noch sehr unsicheren Umfeldes ultraenge Stoppkurse nahe 5.730/5.800 im Auge.
Aggressivere Positionen müssen unbedingt mit Stopps geschützt werden. Die vergangene Woche brachte im Candlestickchart einige kleine Verkaufssignale. Und einige kurzfristig eingestellte markttechnische Indikatoren deuten ein nahes Ende der ohnehin umsatzschwachen Rallye an. Echte Trendwendesignal nach unten liegen jedoch nicht vor
Kurzfristige Widerstände: 5.840/5.890
Kurzfristige Unterstützungen: 5.800, 5.730
Viel Erfolg!
Axel Retz
ähnliche Beiträge:
- Dax, MDax und SDax im Überblick
- MDax, SDax und Dax im technischen Überblick
- Dax, MDax und SDax im technischen Überblick
- DAX, MDAX und SDAX im Überblick
- Stühlerücken im Mdax und Sdax
- MDAX, SDAX, DAX: Technisch zwiespältig
- MDax, SDax und Dax im technischen Überblick
- Die Januar-Regel ist kein gutes Omen
- Unternehmen der Woche – Schaltbau Holding wird von Investoren entdeckt
- Index im Bearkeil gefangen


