MDAX, SDAX, DAX: Technisch zwiespältig
Axel Retz in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 21. August 2006 08:30 Uhr
ENL5454
Wie jeden Montag nun der Überblick über Dax, MDax und SDax:
MDAX: Wimpel oder nicht?
Charttechnische „Wimpel" sind, ebenso wie „Flaggen", gegen den übergeordneten Trend gerichtete Konsolidierungsformationen, nach deren Beendigung der vorherrschende Trend wieder aufgenommen wird.
Beim MDax stellt sich aktuell die Frage, ob wir es mit einem derartigen Wimpel zu tun haben oder nicht. Sollte es so sein, müsste die seit dem Junitief laufende Kurserholung bald enden und einem neuen Abwärtsschub Platz machen, der den Kurs nach dem Regelwerk der Charttechnik bis rund 5.700 Punkte zurückwerfen müsste.
Ein recht heftiges Szenario, dem aktuell gleichberechtigt die Idee eines neuen Angriffs auf das Jahreshoch gegenüber steht.
Eine Schlüsselrolle könnte hierbei dem Trendfolge-Indikator MACD zufallen. Wie Sie im Chart erkennen, dreht dieser Indikator auf Wochenbasis nun wieder auf seine Triggerlinie nach oben ein. Und der Trendstärke-Indikator ADX bestätigt, dass ein jetzt erzeugtes Kaufsignal des MACD gültig wäre.
Bestehende Longpositionen sollten angesichts des insgesamt zwiespältigen Szenarios durch Stoppkurse abgesichert werden.
SDAX: Grenzgänger
Aber hallo – wenn ich es einmal so salopp ausdrücken darf: Im Chart erkennen Sie, dass der SDax die vergangene Woche exakt von der Sommer 2004-Aufwärtstrendlinie aus startete und sie auf Höhe des Julihochs beendete. Dabei durchschnitt der Index auch den 200 Tage-GD (im Wochenchart als GD 40 abgebildet) wieder nach oben, während der 50 Tage-GD (abgebildet als GD 10) weiter nach unten weist.
Charttechnisch scheint sich hier ein positives „ansteigendes Dreieck" zu bilden, das allerdings noch unfertig wirkt. Markttechnisch zeigt sich im SDax ein ähnliches Bild wie beim MDax: Der MACD arbeitet an einer neuen, dann vom ADX bestätigten Aufwärtswende, die aber ebenfalls noch nicht vollzogen ist.
Auch hier gilt: Bestehende Kaufpositionen sollten durch einen Stoppkurs abgesichert werden.
DAX: Kursziel erreicht – oder Kraft für mehr?
Die neue Woche konfrontiert die Anleger mit Ifo-Geschäftsklima-Index und ZEW-Konkunktur-Index. Beide werden mit Spannung erwartet, sind aber eigentlich für die Börse nichts weiter als ein „Spiegel", wie ich hier immer wieder betont habe.
Der eigentliche Knackpunkt des Marktes liegt in der Markttechnik: Vom Junitief aus gab es zwei Aufwärtsschübe, die bei einem Kurs von 5.840 Punkten gleich lang wären. Dieser Kurs wurde am Freitagabend im nachbörslichen Handel exakt erreicht.
Damit muss der Dax nun Farbe bekennen: Kann sich die Rallye fortsetzen, sind auch neue Jahreshochs erreichbar. Schon ein Rückfall unter 5.800 (auf Schlusskursbasis) wäre jedoch ein erstes Warnzeichen, während die wichtigen Unterstützungsmarken bei 5.730/5.550 warten.
Markttechnisch sieht es hier anders aus als bei MDax und SDax. Denn der niedrige Stand des ADX spricht dafür, dass hier das nächste Abwärtssignal des Stochastik-Indikators (und nicht ein evtl. Kaufsignal des MACD!) zu beachten ist!
FAZIT UND EMPFEHLUNG: Langfristig orientierte Investoren können jetzt an einen Wiedereinstieg bzw. Zukauf kleinerer Positionen denken, behalten aber wie am Freitag ausgeführt angesichts des noch sehr unsicheren Umfeldes ultraenge Stoppkurse nahe 5.730/5.800 im Auge.
Aggressivere Positionen müssen unbedingt mit Stopps geschützt werden. Für alle Anleger gilt: Warten Sie die anstehenden markttechnischen Signale ab: Verkaufssignal der Stochastik oder weiterer Anstieg.
Kurzfristige Widerstände: 5.840/5.890
Kurzfristige Unterstützungen: 5.800, 5.730, 5.550/5.600
Viel Erfolg!
Axel Retz
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