Mathe-CDs und Gold
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 16. April 2004 12:00 Uhr
ENL5462
Gestern Abend fühlte ich mich ausgesprochen alt. Nicht etwa, weil ich wieder einmal beim Degenfechten einem 23-jährigen Inder mit Pferdeschwanz mit einem Punkt unterlag. (Das spornt mich nur an, es beim nächsten mal besser zu machen.) Sondern aufgrund der Buchwunschliste, die mir mein allzubald Elfjähriger in die Hand drückte.
Eingedenk der Tatsache, dass seine Lieblings-CD zur Zeit die amusischen Darbietungen des William Hung ist, erwartete ich schon, die nächste Folge von "Captain Underpants" ganz oben auf der Liste zu finden. Nichts da: Der Bengel möchte "Teach Yourself Algebra," "Teach Yourself Trigonometry" und "Teach Yourself Calculus" als Sommerlektüre haben.
Was habe ich nur falsch gemacht?
*** Gold verbrachte abermals einen Grossteil des Tages unter der US$400-Marke. Sie mögen sich wundern, warum wir nicht müde werden, auf die Volatilität des Edelmetalls zu verweisen. Ist doch, unserer Dynamischen Markt-Theorie zufolge, Gold selbstverständlich ein spekulatives Asset, ebenso wie Schweinebäuche, Sojabohnen, und Internet-Aktien.
Das ist ja gerade die Sache: Tagtäglich lesen wir bei unseren Freunden der bearishen Konfession, dass nur Gold das eine reale, harte Asset ist, welches es der Schar der Auserwählten erlauben wird, den seit den mitt–80er Jahren unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des globalen Finanzsystems auszusitzen, welches wahlweise von Deflation, Inflation, Stagflation, hohem Dollar, niedrigem Dollar, Hyper-Bull und Hyper-Bear ausgelöst werden wird.
Wenn man sich mit meinem Vater über Gold unterhält, bekommt man allerdings einen anderen Gesichtspunkt: Ebenso wie Investoren, die Anfang 1990 in Japan kauften, oder Anleger, die Cisco im März 2000 ins Depot nahmen, hat er seine Goldanlagen aus den frühen und späten 80er Jahren auf einen Bruchteil ihres Kaufpreises fallen sehen. Und wäre selbst während den Goldhochs der letzten Woche noch über 50 % in den roten Zahlen gewesen.
Generell argumentieren wir von der amerikanischen Taipan Group, dass Edelmetalle nicht mehr als 5–7 % Ihres Portfolios ausmachen sollten. Wir bevorzugen Bullion oder Münzen mit so geringer Prämie wie möglich. (Seltene und numismatische Edelmetallmünzen sind nun wieder etwas ganz anders, deren Märkte von weitergehenden externen Faktoren bestimmt werden. Wie bei allen anderen Sammel-Anlagen, empfehlen wir hier, nicht zu spekulieren, sondern dies als dem Nachlass Mehrwert verleihende Sammlerpassion anzusehen.)
Betrachten Sie Gold demnach wie jede andere Anlage: Setzen Sie klare und realistische Ziele. Und kontrollieren Sie das Risiko durch Etablierung von eindeutigen Stop-Loss-Mechanismen.
*** In der Zwischenzeit, genießen Sie die Gelegenheiten, die Ihnen der dynamische Markt bietet.
Leser unseres US-Dienstes Extreme Volatility Speculator (EVS) – ich sprach diesen bereits mehrfach an – hatten trotz negativen Fluktuationen im Aktienmarkt gut zu lachen, mit Gewinnen von 107 %, 246 % und 144 % in unter einer Woche. Einer von ihnen, Nhan N., schrieb uns: "Habe meine gesamte IPIX Position am 12. April zu US$27.30 verkauft und einen Gesamtgewinn von US$97.500 erzielt."
Sehen Sie, sieben Tage vor der kürzlichen Rally in Sicherheits-Aktien hatte EVS-Guru Ian Cooper ein eindeutiges Kaufsignal bei US$7.80 gegeben. Sein Grund: Das US Department of Homeland Security war dabei, US $2,2 Milliarden aus dem State Homeland Security Grant Program und US $275 Million aus der Urban Area Security Initiative an die Bundesstaaten und Kommunen zu vergeben. Gleichzeitig hatten FBI und DHS vor sommerlichen Terroranschlägen in den USA gewarnt. . IPIX passte dieses angeregte Nachrichtenumfeld genau ab: Sein Command View 360, ein neuartiges Videoüberwachungssystem, bietet 360-Grad-Sicht ohne tote Winkel. Gerüchte kursierten, dass dies ein Nutzniesser der staatlichen Anti-Terror-Largesse werden könnte.
Ein Wort zu EVS: Ian, ein ausgebildeter Journalist, hatte sich bereits während des Studiums intensiv mit der Permeations-Geschwindigkeit von Nachrichten befasst. Und dabei festgestellt, dass besonders im Finanzbereich bestimmte Konstellationen von Nachrichten vorhersagbare Konsequenzen auf sequentiell erreichte Rezipientenpools haben ... die sich unter bestimmten Umständen in wachsende Nachfrage nach bestimmten Aktien haben – und damit auf Preisbewegungen!
(Als ich vor ein paar Jahren davon hörte, habe ich ihn natürlich sofort eingestellt, bevor er sein Studium noch abgeschlossen hatte. Bisher keinen Funken Reue!)
Bedenken Sie immer: Realisierte Gewinne, die durch diese dynamischen Gelegenheiten entstehen, sind ebenso real wie realiserte Gewinne, die durch Anziehen der Goldpreise zustande kommen.
Mir herzlichem Gruß,
Ihr
J. Christoph Amberger, Executive Publisher, The Taipan Group
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