Katja Sell in Insider Daily zum Thema Aktien
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das österreichische Technologie-Unternehmen Andritz befindet sich aktuell auf Expansionskurs. Der Anlagenbauer für die Stahl- und Papierindustrie hat dabei den in Göppingen beheimateten Maschinenbauer und Weltmarktführer für Umformtechnik Schuler AG im Visier.
Die Andritz AG ist ein weltweit tätiger Technologie-Konzern. Das in Graz ansässige Unternehmen liefert kundenspezifisch maßgeschneiderten Anlagen, Systemen und Dienstleistungen z. B. für die Zellstoff- und Papierindustrie, die Stahlindustrie, Wasserkraftwerke und andere spezialisierte Industriezweige. Mit der geplanten Übernahme des Konkurrenten Schuler AG möchte der Konzern nun seine Geschäftsdivision Andritz Metals weiter ausbauen.
Andritz kündigt Schuler-Übername an
In der vergangenen Woche bahnte die Andritz AG die Übernahme der Schuler AG an. Am 29.05.2012 hat der Grazer Anlagenbauer die Übernahme angekündigt und die von der Schuler Beteiligungen GmbH gehaltene 38,5-prozentige Schuler-Beteiligung zum Preis von 20,00 Euro je Schuler-Aktie übernommen. Die Transaktion bedarf allerdings noch der Freigabe durch die Kartellbehörde. Zudem hat die Andritz AG über das Tochterunternehmen Andritz Beteiligungsgesellschaft IV GmbH den verbleibenden Aktionären der Schuler AG ein freiwilliges öffentliches Angebot unterbreitet. Das Unternehmen erklärte sich bereit, den verbleibenden Aktionären ebenfalls 20,00 Euro je Schuler-Aktie zu zahlen.
Erwerb der Anteile schreitet zügig voran
Zwei Tage später erwarb die Andritz AG zunächst 10 Prozent und am 01. 06.2012 weitere 5 Prozent der Schuler-Aktien. Zu Beginn der neuen Woche sicherte sich der Grazer Anlagenbauer noch einmal 10 Prozent der Schuler-Anteilsscheine. Seit Bekanntmachung der freiwilligen öffentlichen Übernahme hat die Andritz AG 25 Prozent der Schuler-Aktien erworben. Mit den noch unter Kartellvorbehalt stehenden Aktien hat das Unternehmen Zugriff auf mehr als 63,5 Prozent der Anteilsscheine der Schuler AG.
Mit Schuler zieht Andritz "Erfolgsgaranten" an Land
Mit der geplanten Übernahme holt sich Andritz den Weltmarktführer für Umformtechnik ins Haus. Die Schuler AG stellt Maschinen, Anlagen, Werkzeuge, Pressensystem, Automationseinrichtungen und Systeme für die Massivumformung für Automobilhersteller und -zulieferer und für die metallverarbeitende Industrie her. Der Blick auf das Halbjahres-Zahlenwerk der Schuler AG dürfte Andritz sehr gefallen. Denn die Großübernahme könnte den Technologie-Konzern aus Graz schätzungsweise bis zu 590 Mio. Euro kosten und die müssen sich über kurz oder lang für den Konzern rentieren.
Schuler glänzt mit prallen Auftragsbücher in 2012
Einen Hinweis darauf, dass sich diese Investition für Andritz rechnen dürfte, geben die Schuler-Zahlen zum ersten Halbjahr 2011/2012. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2011/2012 steigerte Schuler seinen Umsatz von 403,7 Mio. Euro im Vorjahr um 44 Prozent auf nun 580,9 Mio. Euro. Das Konzernergebnis verdreifachte auf 21,7 Mio. Euro. Darüber hinaus sind die Auftragsbücher prall gefüllt. So hat die Schuler AG zum Stichtag 31.03.2012 einen Auftragsbestand von 1,22 Mrd. Euro in den Büchern stehen.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag.
Katja Sell