Maschinenbau-Branche wieder bester Laune
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 27. September 2010, 14:30 Uhr
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in der Krise hatte es die Maschinenbau-Branche eiskalt erwischt. In allen Bereichen brachen die Aufträge weg. Die exportorientierte Branche bildet mit gut 900.000 Mitarbeitern das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Und ins diesem so bedeutenden Segment, zu dem neben zahlreichen Mittelständlern auch Schwergewichte wie ThyssenKrupp, GEA oder Gildemeister zählen, brach die Produktion in 2009 um rund ein Viertel ein. Nun sind die Ampeln in der deutschen Maschinenbau-Industrie wieder auf Grün. Wegen der überraschend starken Konjunktur und einer wahren Flut von neuen Aufträgen trauen sich die deutschen Maschinenbauer für 2010 deutlich mehr Wachstum zu.
Wie der Branchenverband VDMA heute mitteilte, wird für dieses Jahr nun mit einem Produktionsplus von 6% gerechnet. Bislang war man von 3% Wachstum ausgegangen. Die Auftragseingänge seien in den vergangenen Monaten außerordentlich gut gewesen, sagte Verbandschef Hannes Hesse in München. "Der Aufschwung wird nun von immer mehr Ländern getragen." Die stärksten Impulse kämen aus südamerikanischen und asiatischen Schwellenländern wie Brasilien, China oder Indien. Auch in Russland, Polen, der Türkei oder der Schweiz belebe sich die Nachfrage.
Nach dem Rückgang zu Jahresbeginn gebe es seit März wieder kräftige Zuwächse. Im Juli liege das Plus nach ersten Berechnungen über 9%. Für den August habe der Verband noch keine Zahlen. Hesse erwartet, dass es positiv weiter geht - schon allein wegen der sehr niedrigen Vergleichswerte vor einem Jahr. Wenn die Produktion 2010 preisbereinigt um 6% wachse, treffe die Branche im Schnitt das Niveau von 2005.
VDMA-Chef Hannes Hesse warnt jedoch vor Euphorie
Der Aufschwung ziehe sich durch alle Branchensegmente: Gießerei, Kunststoff- oder Gummimaschinen, Turbinen oder Roboter seien bald wieder so gefragt wie 2008. "Offensichtlich profitieren wir noch immer von einem Aufholeffekt. Der Bestelleingang normalisiert sich weiter." Man dürfe sich aber angesichts der guten Zahlen "nicht schwindlig reden", warnte der VDMA-Chef vor Euphorie. Insgesamt liege der Auftragseingang auf dem Niveau von Mitte 2006. Bei der Finanzierung von Großprojekten gebe es nach wie vor Probleme. Die Kreditklemme sei "vielleicht ein Gespenst gewesen, aber wir wussten nicht, ob die Geisterstunde kommt, und wissen es noch immer nicht."
Zur Beschäftigtenzahl sagte er, nach genau einem Jahr Stellenabbau gehe es seit Juni wieder aufwärts. Zum Halbjahr arbeiteten in der Branche 904.000 Menschen. Hesse rechnet damit, dass bis Ende 2010 mindestens das Niveau von 2009 mit 939.000 Beschäftigten wieder erreicht wird.
Vor allem in der Umwelttechnik brummts
Vor allem Firmen aus dem Bereich Umwelttechnik werden in den kommenden Monaten ihr Personal aufstocken, prognostiziert Gottlieb Hupfer am Rande der weltgrößten Entsorger- und Umweltmesse IFAT in München. Der Vorsitzende der VDMA-Fachabteilung Wasser- und Abwassertechnik verweist auf Expertenschätzungen, nach denen sich das globale Marktvolumen auf jährlich rund 50 Mrd. Euro summiert. Und deutsche Anbieter könnten von diesen Investitionen besonders stark profitieren. Mit einem Weltmarktanteil von 18% gehören sie neben der Konkurrenz aus Amerika zu den wichtigsten Lieferanten von Umwelttechnologien wie etwa Kläranlagen oder Bewässerungssystemen, wie einem Bericht der "Welt" zu entnehmen ist.
Wie die "Financial Times Deutschland" schreibt, wird die deutsche Umweltbranche laut einer Schätzung des Baseler Prognos-Instituts bis 2030 mit ihrem Umsatz sogar die Autoindustrie überholt haben. "Der Ausblick kommt nicht von ungefähr, die Zuwachsraten der Umwelttechnologie haben in der Vergangenheit selbst die optimistischsten Vorhersagen übertroffen. Dem Beratungsunternehmen Roland Berger zufolge trägt die Umwelttechnik hierzulande bereits einen Anteil von 8% am Bruttoinlandsprodukt, bis 2020 soll er auf 14% steigen", so die "Financial Times Deutschland".
Greiffenberger - Umwelttechniker bedient technologisch anspruchsvolle Märkte
Ein Profiteur dieser Entwicklung dürfte vor allem Greiffenberger sein. Der Konzern arbeitet in aussichtsreichen Teilmärkten der Umwelttechnik und der Energieeffizienz und bedient weltweit Kunden in technologisch anspruchsvollen Märkten. Zu den Produkten der familiengeführten Industrieholding zählen neben energiesparenden Antrieben, Antriebslösungen für Windkraftanlagen, Biomasseheizungen und Kanalsanierungsprodukte.
Der BetaFaktor schreibt in seiner aktuellen Kaufempfehlung zu Greiffenberger: "Bereits das erste Halbjahr 2010 war beeindruckend: Das operative Ergebnis schnellte von -1,0 auf 6,8 Mio. Euro hoch. Der Umsatz kletterte um 32% auf 64,1 Mio. Euro. Der Auftragseingang steigerte sich überproportional mit +55%. Noch Ende vergangenen Jahres traute sich Unternehmenschef Stefan Greiffenberger keine Prognose zu. Aber jetzt wird das Unternehmen präziser, und vergibt einen 2010er Ergebnisausblick mit einer EBITDA-Bandbreite von 12,5 bis 16,5 Mio. Euro. Wir erhöhen jetzt unser Kursziel von 8,50 auf 11 Euro."
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Börsenwoche.
Ihre
Cindy Bach
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