Marktsituation: Kein "Obama-Effekt"
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 21. Januar 2009, 16:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
auch wenn es dem ein oder anderen Leser sauer aufstoßen mag, so freue ich mich doch ein wenig, dass der "Obama-Effekt" sich mit der gestrigen Amtseinführung nicht auf die Aktienmärkte erstreckt hat; zeigt dies doch einen gewissen Sinn für wirtschaftliche Realität, der den Akteuren dort noch nicht abhanden gekommen zu sein scheint, denn die Möglichkeiten des neuen US Präsidenten sind aufgrund der wirtschaftlichen Realitäten extrem beschränkt. Eine fulminante Rallye hätte angesichts der tatsächlichen fundamentalen Situation m.E. doch etwas am Verstand einiger Anleger zweifeln lassen (wenn es auch eine gute Short-Gelegenheit gewesen wäre).
Der NYSE BPI begrüßte Obama mit 3.42 Punkten Verlust (laut Stockcharts.com). Die Begrüßung des VIX kam schon eher einer Ohrfeige gleich: Zuwachs um satte 10 Punkte, was auf Tagesbasis wirklich nicht unerheblich ist. Es geht also erst einmal weiter rückwärts an den Märkten.
Hier sind aktuellen Charts von gestern:
Besonders erfreulich: Im P&F Chart des VIX bildete sich ein zweites Kaufsignal in Folge, was als Bestätigung des ersten Kaufsignals angesehen werden kann. Wenn Sie VIX-Call-Optionen besitzen, zum Zeitpunkt meines Hinweises eingestiegen sind und diese Calls entsprechend günstig von der Fälligkeit ausgewählt haben, so dürften Sie den Effekt langsam aber sich bereits recht nett in Ihrem Portfolio merken.
So wie es momentan aussieht, ist die Fahrt nach oben aber noch nicht vorbei und es gibt noch mehr Volatilitäts-Profite. Einsteigen würde ich hier aber nicht mehr, da wir doch schon etwas zu weit für einen sicheren Einstieg nach oben geklettert sind, was den VIX-Stand angeht.
Beste Grüße
Alexander Hahn
