Markt-Update - fast überall weiter im Plan
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 10. Januar 2011, 13:00 Uhr
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Die Aktienmärkte sollten unter niedriger Volatilität leicht aufwärts tendieren werden.
DAX
Für den DAX galt dies nicht in Gänze. Zwar war hier, abgesehen vom Kursrutsch am 27. Dezember, die Volatilität tatsächlich sehr niedrig, allerdings mussten leichte Verluste verzeichnet werden.
Erst mit den oben genannten US-Arbeitsmarktdaten am Mittwoch und Freitag kam wieder Bewegung in den Markt. Richtig losgehen dürfte es aber erst ab heute wieder, auch wegen der beginnenden Berichtssaison, die heute traditionell von Alcoa eröffnet wird.
Insgesamt stehen wir im DAX exakt auf dem Niveau vom 2. Dezember. Über die charttechnische Situation hatte ich am Freitag geschrieben. Es ist eine wegweisende Situation. Leider konnten die besagten US-Daten nicht den nötigen Impuls liefern.
US-Indizes
Bei den US-Indizes ging meine Prognose voll auf. Dow, S&P und Nasdaq tendierten bei extrem geringer Vola leicht aufwärts. Erst mit dem Beginn des neuen Jahres kam auch die Dynamik zurück.
Die von mir empfohlenen kurzfristigen Long-Positionen ("Wer hier noch ein paar Punkte mitnehmen will, kann kurzfristig noch kleine Long-Positionen eingehen.") hätten hier eine zweite Bescherung gebracht. Um den DowJones mache ich mir allerdings inzwischen am meisten Sorgen. Alles sieht nach einem bärischen Keil aus.
EUR/USD
Ohje, ja, der Euro. Die Marke von ca. 1,34 EUR/USD war wohl zu schwer. Drei Mal scheitern war dann doch zu viel und so sieht es nun sehr bärisch aus, da das letzte Tief unterschritten wurde. Durch die Seitwärtsbewegung haben sich nun auch die letzten verbliebenen Aufwärtstrendlinien (Fibonacci-Fans) erledigt.
Bereits am 1. und 3. Dezember hatte ich Ihnen hier meine Ratlosigkeit zugegeben. Ein wenig freut es mich da natürlich, dass der Kurs seit Anfang Dezember nur seitwärts tendierte. So muss ich mir nicht vorwerfen, neue Trends verpasst zu haben.
Mich würde es nicht wundern, wenn der Kurs auch weiterhin seitwärts tendiert, allerdings sollte er sich dann jetzt bald wieder fangen, denn durch das Unterbieten des letzten Tiefs gilt eigentlich, dass der Abwärtstrend nun fortgeführt werden sollte. Allerdings sprechen für mich die fundamentalen Daten in Form der prekären Situation in den USA nicht für fallende Notierungen, auch wenn wir in Europa natürlich auch nicht weniger Probleme haben.
USD/JPY
Zuletzt schrieb ich, dass hier offenbar "der Bruch des Abwärtstrend und die leichte Aufwärtsbewegung konsolidiert" wird. Ich gehe daher weiterhin von zukünftig steigenden Notierungen aus. Das Gegenteil erwarte ich erst bei Kursen unter 80 USD/JPY. Auch hier tendierten die Kurse nur seitwärts.
Öl
Die letzte ausführlichere Analyse hatte ich am 8. Dezember vorgenommen. Hier schrieb ich: "Gerade der Januar war auch im letzten Jahr ein schwacher Monat für Öl." Die Trendlinien / Widerstandslinien (blau und orange), die ich dort beschrieben habe, sind nach wie vor intakt. Und wir werden sehen, was der Januar nun bringt.
Gold/Silber
Hier kann ich mich kurz fassen. Seit meiner Berichtsreihe haben die Kurse bereits ein gutes Stück abgeben müssen. Einem Leser schrieb ich zu Gold in einer Antwort auf seinen Kommentar: "Aus der klassichen Charttechnik wäre auch ein aufsteigendes Dreieck denkbar, welches die obere Waagerechte bei 1420 hat und die aufsteigende Linie durch Ihre Punkte 2 und 4 läuft und derzeit etwa bei 1360 Punkten liegt. Bei einem Unterschreiten wären 1315 Punkte locker drin."
Am Freitag hat diese Marke gerade so noch gehalten.
Bund Future
"Bei Überschreiten der 125 und 125,3 wäre der Abwärtstrend nach der Dow-Theorie zunächst unterbrochen, da die letzten markanten Hochs damit überschritten wären. Dann wäre die erwartete Gegenbewegung bis auf 128 möglich.", So lautete mein Fazit aus dem letzten Update. Inzwischen hat sich sogar ein kleiner Aufwärtstrend entwickelt. Hier kann ich voll und ganz zufrieden sein mit meiner Prognose einer vorläufigen Gegenbewegung. Dennoch gehe ich später wieder von weiter fallenden Kursen aus. Bis auf 128 könnte ich mir die Gegenbewegung jedoch noch vorstellen.
Zucker und Kaffee
"Zu früh würde ich die Short-Positionen nicht eröffnen, aber im Prinzip lohnt sich je nach Anlagezeitraum auch jetzt schon ein kleiner Aufbau." Wer diesem Tipp vom 20. Dezember gefolgt ist, der konnte nun gute Gewinne einfahren. Beide Werte sind zwar noch ein Stück weiter gestiegen, korrigierten dann jedoch deutlich. Und nicht nur im Marktupdate, sondern auch im 2. Teil des Beitrags (http://www.investor-verlag.de/zucker-profis-rechnen-mit-tieferen-kursen/113086842/), bei dem ich konkret über die Situation in Zucker (Zucker befindet sich in Backwardation) hinwies, bin ich von erneut fallenden Kursen ausgegangen. Für Silber hatte ich Ihnen Aufwärtstrendlinien gezeigt, die nun erneut angesteuert wurden und zunächst Halt bieten konnten.
Damit wünsche ich Ihnen einen guten Start in die neue Woche
Sven Weisenhaus
P. S.:
Am 19.01.2011 findet das nächste (kostenlose) Trader-Treffen in Köln statt. Dieses Mal wird es auch einen kleinen Vortrag von Herrn Robert Rethfeld (Wellenreiter-Invest) geben, der eine Prognose auf das Jahr 2011 wagen wird.
Vielleicht darf ich Sie dort einmal persönlich begrüßen?!
(Anmeldung erforderlich)