Markt orientierungslos
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 27. Juni 2011, 13:00 Uhr
ENL5454
(Quelle: CFX-Broker) DAX, Candlestick-Chart, 1-Stunden-Kerzen
Im Dow Jones hingegen hielt der Abwärtstrendkanal lupenrein allen Angriffen stand.

(Quelle: CFX-Broker) DowJones, Candlestick-Chart, 1-Stunden-Kerzen
Ich habe jedoch einige Erkenntnisse gewonnen bei einem Blick auf die längerfristigen Charts, die ich Ihnen im zweiten Teil des heutigen Beitrags näher bringen möchte. Zunächst gibt's aber wieder neue Konjunkturdaten zu beurteilen.
Lage hui, Erwartungen pfui
Der ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland, für dessen Erhebung rund 7000 Manager befragt werden, notiert im Juni bei 114,5. Damit erreichte das wichtigste deutsche Konjunktur-Barometer den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung.Im Vormonat hatte er noch bei 114,2 gestanden. Erwartet wurde er hingegen lediglich im Bereich von im Schnitt 113,5.
Im Wave Daily hatte ich in der Vergangenheit mehrfach angegeben, dass die Lage-Beurteilung weiterhin stark sein dürfte, während die Erwartungskomponente auch in anderen Stimmungsindikatoren sinken dürfte. Und so kam es beim aktuellen ifo-Index auch wieder:
Der Index für die Geschäftslage notiert bei 123,3 nach zuvor 121,4 und erwarteten 121,0.
Der Index zur Geschäftserwartung liegt nun bei 106,3 nach 107,4 im letzten Monat und gab damit bereits zum vierten Mal in Folge nach auf den tiefsten Stand seit März 2010. Die Erwartung hatte hier im Bereich 106,4 gelegen.

(Quelle: ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V.)
Insgesamt aber gute Zahlen, die dem Markt auch kurzzeitig nach oben treiben konnten. Doch für die Zukunft lassen sie eine Abschwächung der Wachstumsdynamik erwarten. Das ist aber auch keine Hellseherei, denn der Aufschwung in Deutschland ist schon enorm und befindet sich auf extrem hohen Niveau.
US-Daten, die am Markt niemanden überraschten
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA ist nach endgültigen Berechnungen im ersten Quartal 2011 um 1.9 % gestiegen. Im letzten Quartal des Vorjahres hatte das Wachstum noch bei 3,1 % gelegen.
Die Konsumausgaben sind laut endgültiger Veröffentlichung um 2,2 % gestiegen.
Diese Zahlen konnten den Markt kaum noch überraschen. Dennoch konnte um 14:30 Uhr ein Kurssprung verzeichnet werden. Der Grund dafür dürften aber die nachfolgenden Zahlen gewesen sein.
US-Daten, die den Markt positiv überraschten
Die US-amerikanischen Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter sind im Mai um 1,9 % gestiegen. Erwartet wurde ein Plus im Bereich von 1,5 bis 2,5 %. Im Vormonat waren die Auftragseingänge bei den langlebigen Wirtschaftsgütern noch um 3,6 % gefallen.
Das sind schon eher Zahlen, die man als überraschend positiv bezeichnen kann.
Markt orientierungslos
So richtig entscheiden, wo die Reise hingehen soll, wollten sich die Märkte am Freitag allerdings noch nicht. Der Markt braucht dringend eine Beruhigung, um sich neu sammeln und orientieren zu können.
