Mammutprojekt „Desertec“: Strom aus der Wüste?
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 18. Juni 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
*** Also manchmal frage ich mich wirklich, wer so alles den Trader´s Daily liest...
Am 9. Juni stellte ich eine Idee von Trader´s Daily-Gemeindemitglied Dipl.-Ing. Heiner Gerbracht vor. Er schrieb:
"Wie Sie auf der beigefügten Grafik sehen, reicht ein Fünftel der Sahara aus, um den gesamten Weltstrombedarf zu decken."
Und was vermeldet gestern Spiegel Online? Ich zitiere: „Es wäre eine der größten privaten Ökostrom-Initiativen aller Zeiten: Eine Gruppe zwanzig großer Konzerne will deutsche Haushalte mit Solarstrom aus Afrika versorgen."
Riesige Solarkraftwerke in der Wüste, 400 Milliarden Euro Investitionen, und das alles eine Initiative deutscher Konzerne (Münchner Rück an der Spitze). Zu schön, um wahr zu sein?
*** Das Projekt mit dem Namen „Desertec" ist meiner Ansicht nach genau das Richtige. Wenn sich alles so wie anvisiert umsetzen lässt, wäre dies wahrlich ein angemessenes Menschheitsprojekt. Und die deutsche Wirtschaft schläft nicht, das gefällt mir doppelt. Ökologie und Ökonomie Hand in Hand.
Doch ruhig, Brauner. Nicht zu früh freuen. Noch ist die Planung nicht konkret genug, und es gibt auch nicht-technische Probleme. Denn was ist mit den Ländern, in denen die Anlagen stehen sollen? Wenn die „politisch instabil" (wie es so schön euphemistisch heißt) sind, dann könnte sich Deutschland in Abhängigkeit von deren Regierungen begeben, da die Anlagen nun einmal im Staatsgebiet eines fremden Staates stehen.
Fragen über Fragen - und eine grandiose Idee! Auch wenn sich am Ende die Widrigkeiten als zu groß erweisen, freue ich mich jetzt erst einmal, dass überhaupt in diese Richtung gedacht wird. Von Konzernen, welche Milliarden in die Hand nehmen können (und offensichtlich möchten), um in diese Richtung zu investieren.
Natürlich behalte ich die weitere Entwicklung im Auge.
Zum Schluss noch eine schöne Grafik mit den möglichen Energiequellen und dem möglichen Verlauf von Hochspannungs-Gleichstromleitungen:
Sonnige Grüße,
Ihr
Michael Vaupel