Maispreis auf Rekordhoch
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 08. April 2008 12:00 Uhr
ENL5454
*** Maispreis auf Rekordhoch!
Ich bleibe dabei: Was kümmern mich DAX und Dow Jones? Ich sage nur: Der Maispreis ist auf ein neues Rekordhoch gestiegen.
Das US-Landwirtschaftsministerium veröffentlichte letzte Woche eine Prognose für die kommende Saison: wie viel Anbauflächen in den USA werden für welchen Anbau genutzt?
Im Fall von Mais heißt die Prognose: Die Anbauflächen gehen um 8% zurück.
Der Gedankengang ist so einfach wie eindeutig: Weniger Anbauflächen in der kommenden Saison bedeutet tendenziell geringere Maisernte.
Und das in einem Umfeld, in dem die Mais-Nachfrage der amerikanischen Ethanol-Industrie zweistellig wächst.
Wenn das kein gutes Umfeld für einen weiter steigenden Maispreis ist!
Kein Wunder, dass er schon auf 6 Dollar je Scheffel (ist das nicht eine schöne Einheit, Scheffel?) gestiegen ist. Hier noch der Chart des aktuellen Mais-Futures:
*** Es gibt auch Rohwaren, bei denen ich aktuell nicht auf steigende Preise setzen würde, ganz im Gegenteil (zum Glück geht das ja auch mit Zertifikaten, auf fallende Preise setzen):
Sojabohnen.
Denn da fiel die Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums ganz anders aus: Um satte 18% soll die für Sojabohnen genutzte Anbaufläche wachsen. 18% mehr Anbaufläche für Sojabohnen!
Entsprechend der Gedankengang genau umgekehrt: Dieses starke Wachstum der Anbaufläche wird tendenziell die Erntemenge in ähnlichem Umfang steigen lassen. An den Börsen sollte so etwas wie üblich vorweggenommen werden…weshalb der Sojabohnenpreis in den nächsten Tagen/Wochen unter Druck geraten sollte.
*** Dann lese ich gerade eine Meldung der iranischen Nachrichtenagentur: Derzufolge hat sich der iranische Präsident mit dem Botschafter des Vatikans getroffen, und dabei eine Zusammenarbeit der "göttlichen Religionen" angeregt. Göttliche Religionen, das sind seiner Ansicht nach die monotheistischen Religionen, also neben dem Islam Christentum und Judentum. Das wäre doch mal was !
Beste Grüße,
Michael Vaupel
