Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar Rohstoffe
vom
nachdem wir uns in der letzten Ausgabe mit saisonalen Trends bei Sojabohnen beschäftigt haben, möchte ich mich heute dem Mais und dessen speziellen Saison-Trends widmen.
Beginn wir zunächst mit folgender Tabelle, die einen Überblick über die durchschnittliche Zeit der Aussaat und Ernte in den 5 wichtigsten Mais produzierenden US-Bundesstaaten gibt (die USA sind der weltweit größte Produzent von Mais):
-
Aussaat
Ernte
Beginn
Aktive Phase
Ende
Beginn
Aktive Phase
Ende
Iowa
22. April
2.-16.Mai
3. Juni
17.September
7.-31.Oktober
17.November
Illinois
22. April
30. April - 18. Mai
28. Mai
24.September
9.Oktober - 3.November
19.November
Nebraska
21. April
3.-19.Mai
1. Juni
21.September
11.Oktober- 6.November
1. Dezember
Minnesota
24. April
3.-22.Mai
8. Juni
29.September
15.Oktober-12.November
28.November
Indiana
22. April
2.-16.Mai
3.Juni
20.September
10.Oktober-25.November
10.Dezember
Die Ernte
Es ist insbesondere wichtig zu wissen, wann Aussaat und Ernte eines Agrarrohstoffs erfolgen, denn saisonale Preistrends hängen in erster Linie von diesen Daten ab.
Beginnen wir heute einmal mit der Erntezeit. Wie der Tabelle zu entnehmen ist, wird Mais in den USA im Herbst geerntet. Die Ernte beginnt am 17. September und sollte bis zum 10.Dezember abgeschlossen sein.
Das Erntetief
Generell lässt sich für Mais (genauso wir für jedes andere Getreide) sagen, dass die Preise saisonal bedingt während der Zeit der Ernte am schwächsten notieren. Für Mais also zwischen September und Ende November.
Der Grund dafür ist leicht nachzuvollziehen: in dieser Zeit trifft logischerweise eine große Menge Mais im Markt ein. Doch nicht nur durch die neue Ernte. Zudem werden gerade im Herbst natürlich die Lagerbestände geräumt und der Rest der alten Ernte abverkauft, um der neuen Ernte Platz zu machen. Und so ist es wie in jedem typischen Markt: wenn das Angebot steigt, dann fällt eben der Preis.
Was Trader in dieser Zeit tun...
Im November und Dezember, wenn die Preise saisonal bedingt tiefer notieren, dann gehen die Trader in der Regel Long Positionen ein. Dafür nutzen sie weiter in der Zukunft liegende Kontrakte - zum Beispiel den Mai- oder Juli-Future des kommenden Jahres. (Anm: Dies gilt im übrigen auch bei saisonalen Trades auf Sojabohnen!!)
Oder sagen wir es anders, denn nicht jeder ist ja schließlich immer bullisch für Mais: im Herbst während des Erntetiefs wird jeder Trader, der auf saisonale Trends achtet, sich hüten eine Short-Position einzugehen. Wenn der Trader also keinen Grund sieht eine Long-Position einzugehen, dann wird er wohl am ehesten dem Markt einfach fern bleiben.
Warum? Das sehen wir uns im zweiten Teil anhand von zwei Saison-Charts an...