Mais von Ethanolproduzenten stark nachgefragt
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 23. November 2006 20:45 Uhr
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Hinzu kommt die steigende Nachfrage nach Biokraftstoffen durch die Ethanolproduzenten. Gegenwärtig wird in den USA wie wild in den Bau neuer Ethanolkraftwerke investiert. Von Bill Gates, über Goldman Sachs bis hin zu Morgan Stanley sind alle investiert. Getrieben wir dieser Investitionsboom durch die Bush – Regierung. Diese erklärte Anfang des Jahres es sei das Ziel Ethanol in den nächsten Jahren konkurrenzfähig zu machen.
Um es klar zu sagen: Bei den steigenden Maispreisen handelt es sich um einen Sekundärtrend. Das Hauptproblem ist und bleibt die knappe Rohölversorgung bzw. der Mangel an so genannter "Primärenergie" weltweit. Als Primärenergie gelten fosile Brennstoffe und natürlich die Sonne, wobei Sonnenenergie trotz erheblicher Subventionen (noch) nicht als konkurrenzfähig anzusehen ist. Pi mal Daumen benötigt man dafür vermutlich einen Rohölpreis von 200-300 US-Dollar pro Barrel, zumal aus Rohöl und Erdgas gewonnene Energie (Strom, Benzin usw.) zusätzlich durch erhebliche Steuerbelsastungen verteuert wird. Rechnet man nur den aktuellen Preis, dann gibt es (mit Ausnahme von Uran) nach wie vor keine wirkliche Alternativen zum Rohöl, höchstens eine Ergänzung.
Deshalb wundere ich mich auch immer wieder, wie es manche Anleger schaffen einen positiven Maispreis und einen Aufwärtstrend beim Ethanol zu erwarten und gleichzeitig von einem Zusammenbruch der Ölpreise auszugehen. Also Rohöl unter 60 US-Dollar ist für mich langfristigh, also auf Sicht mehrerer Jahre, ein absoluter Kauf.
Doch zurück zum Ethanol.
Tatsächlich bedeutet das, die Idee ist, 20 % aller in den USA genutzten Transportkraftstoffe durch erneuerbare Energien zu ersetzen.
Bereits jetzt hat sich die Menge an Mais, welche in den US – Ethanoldestillen verarbeitet wird seit den letzten fünf Jahren von 18 Millionen Tonnen auf 55 Millionen Tonnen verdreifacht.
Bedenkt man, dass die USA gegenwärtig 215 Milliarden Gallonen Benzin und Diesel pro Jahr verbrauchen, so errechnet sich bei einem 20 % Anteil eine künftig zu verbrauchende Ethanolmenge von 45 Milliarden Gallonen.
Um 45 Milliarden Gallonen Ethanol zu gewinnen, benötigt man 15 Milliarden Scheffel Mais .
Zum Vergleich : Gegenwärtig produzieren die USA etwa 11 Milliarden Scheffel Mais pro Jahr. Hiervon werden 1,5 Milliarden Scheffel für die Ethanolproduktion verwendet.
Sie sehen liebe Leser, hier ist noch eine gewaltige Menge Potenzial vorhanden.
Mal ganz abgesehen von der enorm steigenden Nachfrage aus den asiatischen Ländern, mit ihren enorm hohen Bevölkerungszahlen und ihrem starken Wirtschaftswachstum. Allen voran stehen hier China und Indien.
Doch davon liebe Leser, werde ich Ihnen morgen wieder in aller Frische berichten. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien noch einen wunderschönen Abend. Vielleicht bei einer Schüssel Popcorn… wer weiss ;-) So long …….Bis Morgen Ihr Andreas Lambrou