Mais - vielseitig verwendbar
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 16. November 2006 20:45 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
Mais schloss gestern an der Chicago Board of Trade mit einem leichten Plus, gegenüber dem Vortag. Gegenwärtig steht der Dezember – Kontrakt bei 3,61 US Dollar pro Scheffel. Dies bedeutet allerdings, dass Mais die Verluste zur Wochenmitte hin wieder ausgleichen konnte. Auch die weiter entfernten Futures konnten wieder Gewinne verbuchen. Der Mai – Kontrakt legte seit Wochenmitte ganze 3,9 % zu und notiert gegenwärtig bei 3,80 US Dollar pro Scheffel.
Seit September befindet sich Mais in einer stabilen, starken Tendenz, welche allerdings seit Wochenbeginn bis zur Wochenmitte hin eine leichte Abschwächung zeigte. Maispreise von 2 US-Dollar pro Scheffel gehören damit der Vergangenheit an. Ich denke, dass ich nicht zu weit gehe wenn ich sage, dass ein Maispreis von 2 US-Dollar pro Scheffel vielleicht nie mehr wieder erreicht werden wird. Vielmehr deutet der Trend nach oben. Vielleicht 4 US-Dollar pro Scheffel, vielleicht sogar über 5 US-Dollar im nächten Jahr. Wir werden sehen.
Weshalb die Konsolidierung auf hohem Niveau?
Dies zum einen aufgrund von Gewinnmitnahmen. Die früher fälligen Futures zeigten zuletzt keine Tendenz für neue Hochs. Zum anderen aber trugen auch die leichten Abschwächungen in Sojabohnen und Weizen ihr Übriges dazu bei, den Mais etwas schwächer zu sehen.
Darüber hinaus kehrte in den letzten Tagen überhaupt etwas Ruhe in den Getreidehandel an der CBOT ein.
Offenbar weiss man im Moment nicht so Recht woher und wohin, also wartet man im Moment erst einmal etwas ab, wohin sich die Fonds wenden werden. Es fehlen vielen Anlegern gegenwärtig wohl die fundierten Nachrichten, um ein verstärktes Kaufinteresse in denGetreidemärkten zu zeigen. Nach den gewaltigen Anstiegen im Oktober ist dies auch nicht weiter dramatisch.
Die USA und der Mais
In den USA, dem weltweit grössten Maisproduzenten, liegen gegenwärtig 4 bis 7 Millionen Acres, im Rahmen des "Conservation Reserve Program" brach, welche zum Anbau von Mais genutzt werden könnten. Dieses regierungsgestützte Programm bezahlt Farmer dafür ihr Land aus umweltschutztechnischen Gründen zeitweise brach liegen zu lassen.
So weit so gut……Bislang…
Aber seit neuestem ist sich sogar die USDA ( US Departement of Agriculture bzw. Landwirtschaftsministerium) nicht mehr einig, ob damit so weiter verfahren werden soll.
Warum ?
Das Problem - sofern es denn eines ist - liegt darin, dass die Nachfrage nach Mais aus – nicht ganz – unerwarteter Ecke steigt.
Die boomende Ethanolindustrie zeigt einen wachsenden Hunger nach Mais. Ethanol wird als Biokraftstoff vielerorts dem Erdölkraftstoff beigefügt.
Der gegenwärtige Ethanol Output beträgt 5 Milliarden Gallonen pro Jahr. Der Output wird aber um ganze 3,5 Milliarden Gallonen ansteigen wenn die sich gegenwärtig im Bau befindenden Ethanolwerke fertig gestellt worden sind.
Im Moment operieren in den USA 106 Ethanol – Werke. Weitere 48 befinden sich im Bau und 7 sind dabei sich zu vergrössern.
So weit, so gut….steigende Nachfrage nach Mais, was will man mehr.?!
