Mais-Update
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 13. September 2010, 20:00 Uhr
ENL5454
Das US-Landwirtschaftsministerium hat am Freitag seine aktuellen Prognosen für die Maisernte bekannt gegeben. Man erwartet eine Produktion in Höhe von 13,16 Milliarden Scheffel. Das entspricht einer Abwärtsrevision von 1,5% gegenüber der zuvor getroffenen Einschätzung. Für die Erträge erwartet das US-Landwirtschaftsministerium nun 162,5 Scheffel pro Acre - das entspricht einem Rückgang von 1,5% gegenüber der zuvor getroffenen Schätzung.
Eng wird es nun langsam beim Endbestandslevel. Hier hat das USDA seine Prognose für 2010/11 von zuvor 1,312 auf sage und schreibe 1,116 Milliarden Scheffel reduziert. Zum Vergleich: für 2009/10 wird das Endbestandslevel auf 1,386 Milliarden Scheffel geschätzt.
Nach der aktuellen Prognose ergibt sich somit für 2010/11 eine stocks to use ratio von nur noch 8%. Das entspricht dem tiefsten Level seit 15 Jahren. Weltweit dürften die Endbestände, gemäß USDA-Schätzung auf 136 Millionen Tonnen fallen. Das entspricht einer stocks to use ratio von 16%.
Sehen wir uns hier die aktuelle US-Mais-Markt-Statistik (in Milliarden Scheffel) an:
| Ende des Erntejahres 30.September | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 |
| Produktion | 10,53 | 13,04 | 12,09 | 13,11e | 13,16e |
| Gesamt-verbrauch | 11,21 | 12,74 | 12,06 | 13,41e | 13,44e |
| Ethanol-verbrauch | 2,12 | 3,05 | 3,71 | 4,53e | 4,70e |
| Endbestands-level | 1,30 | 1,62 | 1,67 | 1,39e | 1,12e |
| Stocks to use ratio | 12% | 13% | 14% | 10%e | 8%e |
Das Primärmarktdefizit weitet sich also aus, trotz steigender Produktion. Grund dafür ist die massiv steigende Nachfrage (inkl. der deutlich wachsenden Ethanol-Nachfrage).
Mit solchen massiv unterstützenden fundamentalen Rahmenbedingungen kommt den Maispreisen zudem die freudigere Anlagestimmung zugute. Die Zuflüsse in Rohstoffonds steigen und die Spekulanten weiten ihre Netto-Long-Position aus.
Und Mais zur Lieferung im Dezember ist heute auf 4,86 US-Dollar pro Scheffel gestiegen, das höchste Level seit Oktober 2008:
Dezember-Mais seit 2008 in USD pro Scheffel
Quelle: CFX-Trader
Fazit
Ich muss zugeben: eine interessante Entwicklung, die meine Preis-Prognose für dieses Jahr (4,60 US-Dollar bis Jahresende und damit ein moderates Plus) bereits übertrifft, meine fundamentalen Überlegungen vom Februar ("das hohe Angebot steht einer deutlich wachsenden Nachfrage gegenüber") aber bestätigt. Die fundamentale Ausgangslage unterstützt somit zwar die Preise, dennoch darf man nicht vergessen: Agrarmärkte sind für Überraschungen und schnelle Kurssprünge gut, auch in die andere Richtung und insbesondere dann, wenn die Spekulanten die Preise antreiben. Mit Rücksetzern ist also immer zu rechnen. Bleiben wir also gespannt, ob der Preis die 5 US-Dollar-Marke alsbald noch nachhaltig überschreiten kann.
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für heute...morgen wollen wir uns - wie versprochen - wieder mit dem Silber beschäftigen...bis morgen also und liebe Grüße...
Ihre Miriam Kraus
