Mais: Spekulation auf kommendes Angebotsdefizit
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 02. April 2008 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
wie ich am Montag bereits berichtete, haben die neusten USDA-Daten den Markt nicht nur überrascht, sondern richtig gehend umgehauen.
Bereits vor der Veröffentlichung der USDA-Anbau-Prognose hatten die Marktteilnehmer eine Ausweitung der Anbaufläche für Sojabohnen und Weizen erwartet, in Verbindung mit einem Rückgang der Maisanbaufläche. Ausschlaggebend für diese Erwartungen waren vor allem die hohen Preislevel bei Soja und Weizen.
Doch der USDA-Bericht ging einen ganz massiven Schritt weiter: so erwartet die USDA eine Ausweitung der Sojabohnen-Anbaufläche um ganze 18% und damit verbunden einen Rückgang der Maisanbaufläche um ganze 8,1%.
Denn was einige Marktteilnehmer in ihre Überlegungen zuvor noch gar nicht miteinbezogen hatten waren landwirtschaftsspezifische Gründe für die Ausweitung der Sojafläche, wie die Fruchtfolge, oder auch die steigenden Düngemittelpreise die einen Anbau des Stickstoffproduzierenden Getreides Soja gegenüber dem teureren Mais, welcher einen höheren Nutzungsaufwand an Düngemitteln erfordert, kostengünstiger machen.
Die Folgen: Befürchtungen in Bezug auf ein Angebotsdefizit im Mais werden laut
Die USDA-Prognose bereitet nun arges Kopfzerbrechen!
So erklärte Don Roose, Vorsitzender der Commodities Inc., gegenüber Bloomberg, dass, sollten allein die Daten welche die USDA am Montag prognostizierte Realität werden, der Markt in ein Angebotsdefizit rutschen würde.
Roose geht weiterhin davon aus, dass die USA mindestens weitere 2 bis 4 Millionen acres mit Mais bepflanzen müssten, um ein ausgewogenes Angebots- und Nachfrageverhältnis zu erreichen.
Wetterdaten unterstützen Preisentwicklung
Hinzu kommen nun noch die neusten Wetterdaten die ebenfalls Besorgnis in Bezug auf die kommende Maisproduktion anspornen.
Das meteorologische Institut T-Storm Weather prognostiziert für die kommende Woche massive Regenfälle in den Maisanbaugebieten um Oklahoma City und Ohio, die teilweise zu Feldüberflutungen führen könnten.
Zudem prognostiziert das Wetterinstitut Planalytics einen Temperaturrückgang um mindestens 3 Grad Fahrenheit.
Warum führt diese Prognose zur Besorgnis?
Grundsätzlich führt eine zu hohe Bodenfeuchtigkeit zu einer Verzögerung in der Aussaat. Die Wettervorhersagen implizieren einerseits massive Regenfälle in der wärmeren Periode und kühlere Tage wenn es nicht regnet, die dann aber den Verdunstungsprozess einschränken.
Gegenwärtig sind diese Wetterdaten besonders wichtig, denn führen sie tatsächlich zu einer Verzögerung in der Aussaat besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit des Rückgangs in den Felderträgen.
Grundsätzlich sollte die Maisaussaat noch vor Ende April abgeschlossen sein, damit die Befruchtung noch vor dem Sommer stattfinden kann. Dadurch ergeben sich höhere Felderträge, als wenn die Befruchtung später stattfindet.
Die Aufgabe des Marktes
Auch wenn die Wetterdaten, wie immer während der Aussaat-Periode besonders in den Fokus der Marktteilnehmer rücken und die Preisentwicklung mitbestimmen, erfüllen sie im konkreten Falle eine wichtige Aufgabe.
Seien wir ehrlich liebe Leser, wir alle wissen der Wetterbericht hat nicht immer Recht. Schlussendlich müssen wir abwarten, ob sich die Prognose erfüllt oder nicht.
Dennoch preist der Markt diese Daten gegenwärtig natürlich stark mit ein und erfüllt damit aber wiederum eine wichtige Funktion: nämlich noch zu retten, was vielleicht noch zu retten ist. Steigende Preise könnten jetzt in der Aussaat-Periode vielleicht ja doch noch ein paar Farmer davon überzeugen eben doch noch mehr Mais anzupflanzen.
Und dennoch, erweisen sich die US-Farmer so clever wie im letzten Jahr beim Weizen, dann bauen sie gerade nicht mehr Mais an um so die Preise weiterhin in einen konstanten Aufwärtstrend zu schicken.
So oder so, ich glaube dass die Maispreise in diesem Jahr noch einige gute Preisgewinne verbuchen könnten. Mai-Mais notiert im Übrigen gegenwärtig bei 5,97 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT, nachdem der Kontrakt zu Beginn des Handels in Chicago zunächst die 5,99 USD-Marke erreicht hatte.