Mais legt weiterhin zu
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 31. März 2008 20:45 Uhr
ENL5454
Fruchtfolge als Erklärung für massive Ausweitung der Soja-Anbaufläche
Ein nicht zu unterschätzender Erklärungsfaktor für das Verhalten der US-Farmer ist die so genannte Fruchtfolge. Der Fruchtwechsel ist ein wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft, mit dem Ziel durch den Anbau verschiedener Pflanzen in regelmäßigen Abständen auf einem Stück Land, sowohl die Nährstoffe des Bodens zu erhalten, als auch dadurch eine Ertragssteigerung zu forcieren. Tatsächlich gibt es in diesem Jahr durchaus viele Farmer, die im Laufe der letzten zwei Jahre, aufgrund des Ethanolhypes und steigender Preise Mais angebaut hatten und nun im Zuge der Fruchtfolge ihre Anbaufläche für Sojabohnen nutzen müssen/werden.
Ein weiteres Argument: Anbau von Mais erfordert höhere Kosten
Ein weiteres wichtiges Argument für die gegenwärtige Bevorzugung von Sojabohnen zum Anbau gegenüber Mais ist der Kostenfaktor. Mais erfordert nämlich einen wesentlich höheren Einsatz an Düngemitteln, insbesondere von Stickstoff-Dünger, der allerdings auf Dauer zur Auslaugung der Böden führt. Sojabohnen dagegen produzieren ihren eigenen Stickstoff-Dünger im Boden, erfordern also nur geringere Mengen an Kali –und Phosphor-Dünger.Insbesondere im Angesicht steigender Düngemittelpreise und Stickstoff, der inzwischen bereits bei 900 USD pro Tonne notiert sind Sojabohnen nicht nur die günstigere Alternative, sondern auch die beste Option für den der seinen Böden wieder Stickstoff zurückgeben will/muss, aufgrund der vorherigen Auslaugung durch den Maisanbau.
Die Folgen für den Mais
Für den Mais sind die Folgen abzusehen: Die Anbaufläche wird wohl stärker als erwartet zurückgehen. Doch Mais ist nicht nur für die Ethanolindustrie wichtig, sondern das nach Volumen meist genutzte Getreide der USA. Zudem ist es der wichtigste Rohstoff für die Viehfütterung. Und der Markt beginnt ebenso zu realisieren, dass er die Maispreise unterstützen muss, will er doch noch ein paar Farmer dazu bringen mehr Mais anzubauen, oder besser gesagt nicht noch mehr Farmer dazu bringen will dem Mais den Rücken zu kehren. Auch die Spekulanten haben dies erkannt.
Dementsprechend folgt Mais im Gegensatz zu Weizen und Soja weiterhin seinem in der vergangenen Woche begonnenen Aufwärtstrend und notiert gegenwärtig bei 5,72 US-Dollar im Maikontrakt an der CBOT. Die Maispreise, welche im vergangenen Jahr zwar ebenfalls 53% zugelegt haben, im Vergleich zu den anderen Grains aber weniger stark als erwartet könnten in diesem Jahr nun endlich fällig für wesentlich stärkere Preisgewinne sein.
So long liebe Leser….ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend und vergessen Sie morgen früh ihre Cornflakes nicht… ;-) ….bis morgen
Ihre Miriam Kraus