Märkte zwischen Bangen und Hoffen
Katja Kram in Insider Daily
vom 23. August 2010, 14:30 Uhr
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auch wenn die abgelaufenen Berichtssaison weitestgehend eine andere Sprache spricht und Unternehmen mit ihren Quartalszahlen überwiegend positive Nachrichten präsentieren, scheint die Mehrheit der Marktteilnehmer dem Frieden noch nicht zu trauen. Nach wie vor scheint die Angst vor dem so genannten Double Dip - einem neuerlichen Ableiten in die Rezession - das Verhalten der Anleger zu bestimmen.
Amerikas Wirtschaft: Das Zünglein an der Waage
Dabei spielt vor allem die Sorge um die amerikanische Wirtschaft eine bedeutende Rolle. So hielten am Freitag die enttäuschenden Daten vom US-Arbeitsmarkt und der schwache Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia die Börsianer ganz schön auf Trab. Der DAX gab um 1,15% ab und sank auf 6.005,12 Punkte. Damit konnte der deutsche Leitindex nur knapp die 6.000er Marke verteidigen. Im gesamten Wochenverlauf verlor der Leitindex etwa 1,7%. Auch die US-Börse und Asiens Börsen musste Federn lassen. Der Dow-Jones gab am Freitag um 0,56% auf 10.213,62 Punkte nach. Und in Asien begann die neue Woche ebenfalls mit roten Vorzeichen. Der Nikkei-Index in Tokio beendete heute Morgen den Handel mit einem Minus von 0,68% bei 9.116,69 Punkten und der Hang Seng mit einem Minus von 0,36% bei 20.904,46 Zählern.
Deutschland spürt einen Hauch von Aufschwung
Während Anleger im Land der aufgehenden Sonne dem Pessimismus erliegen, übt man hierzulande wieder Optimismus. Der DAX startet heute mit leichten Kursgewinnen in den Handel. Bis zum Mittag hangelte sich der deutsche Leitindex auf 6.031 Punkte und liegt damit zarte 0,43% im Plus. Grund für den neuerlichen Optimismus liefern die guten Nachrichten in immer mehr deutschen Wirtschaftszweigen. So meldete der Einkaufmanagerindex für Dienstleister einen Anstieg von 56,5 Punkten im Juli auf aktuell 58,5 Punkte. Analysten hatten hier einen Rückgang auf 56,3 Zähler erwartet. Im Dienstleister-Sektor läuft es derzeit so gut wie seit drei Jahren nicht mehr, das teilten die Markit-Foscher heute der Nachrichtenagentur Reuters mit.
Auch wenn sich bei der Industrie inzwischen ein etwas langsameres Wachstum einstellt. So zeigt der Composite-Index, der sich aus Dienstleistern und Industrie zusammensetzt, mit einem Anstieg um 0,3 Punkte auf 59,3 Zähler den höchsten Stand seit vier Monaten an. Zahlreiche Volkswirte und die Bundesbank haben daraufhin ihre Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum auf 3% in diesem Jahr angehoben.
Gute Nachrichten vom deutschen Arbeitsmarkt
Gute Nachrichten präsentiert auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag vom Arbeitsmarkt. Hier gehen die Experten von davon aus, dass im Durchschnitt dieses Jahres noch etwa 3,2 Mio. Menschen ohne Arbeit sein werden. Das wäre die niedrigste Arbeitslosenzahl in Deutschland seit 1992. Ob sich aus der zunehmend aufgehellten Stimmung an den Börsen ein Trend in Richtung Norden abzeichnet wird, dürfte sich allerdings erst im Wochenverlauf zeigen, denn die vor uns liegende Woche hält in Sachen impulsgebender Nachrichten sicherlich noch einiges bereit.
Ich wünsche Ihnen für heute erst einmal einen guten Start in eine neue Börsenwoche
Ihre
Katja Kram
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